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Marx, Engels und der Anarchismus
(nach: H.
Skrzypczak, Marx - Engels - Revolution, Berlin 1968, S. 50-53)
Im Anarchismus, der seine
eindrucksvollste Ausprägung durch den russischen Berufsrevolutionär
Michail Bakunin erfahren hat, bekämpften schon Karl Marx und Friedrich
Engels ein durch Ideen Stirners angereichertes „Sammelsurium von
Proudhonismus und Kommunismus, wobei fürs erste die Hauptsache ist,
daß er nicht das Kapital, d.h. den durch die gesellschaftliche
Entwicklung entstandenen Klassengegensatz von Kapitalisten und
Lohnarbeitern für das zu beseitigende Hauptübel ansieht, sondern den
Staat. Während die große Masse der sozialdemokratischen Arbeiter mit
uns der Ansicht sind, dass die Staatsmacht weiter nichts ist als die
Organisation, welche sich die herrschenden Klassen – Grundbesitzer und
Kapitalisten – gegeben haben, um ihre gesellschaftlichen Vorrechte zu
schützen, behauptet Bakunin, der Staat habe das Kapital geschaffen,
der Kapitalist habe sein Kapital bloß von der Gnade des Staats. Da
also der Staat das Hauptübel sei, so müsse man vor allem den Staat
abschaffen, dann gehe das Kapital von selbst zum Teufel; während wir
umgekehrt sagen: schafft das Kapital, die Aneignung der gesamten
Produktionsmittel in den Händen weniger, ab, so fällt der Staat von
selbst. Der Unterschied ist wesentlich: die Abschaffung des Staates
ist ohne vorherige soziale Umwälzung ein Unsinn – die Abschaffung des
Kapitals ist eben die soziale Umwälzung und schließt eine Veränderung
der gesamten Produktionsweise in sich. Nun aber, da für Bak[unin] der
Staat das Grundübel ist, darf man nichts tun, das den Staat, d.h.
irgendwelchen Staat, Republik, Monarchie oder wie immer, am Leben
erhalten kann. Daher also vollständige Abstention von aller Politik.
Einen politischen Akt begehn, besonders aber an einer Wahl teilnehmen,
wäre Verrat am Prinzip. Man soll Propaganda machen, auf den Staat
schimpfen, sich organisieren, und wenn man alle Arbeiter auf seiner
Seite hat, also die Mehrzahl, so setzt man alle Behörden ab, schafft
den Staat ab und setzt an seine Stelle die Organisation der
Internationalen. Dieser große Akt, womit das Tausendjährige Reich
anfängt, heißt soziale Liquidation. Alles dies klingt radikal und ist
so einfach, dass man es in fünf Minuten auswendig lernen kann, und
daher hat diese bakunistische Theorie auch in Italien und Spanien bei
jungen Advokaten, Doktoren und andern Doktrinären rasch Anklang
gefunden. Die Masse der Arbeiter aber wird sich nie einreden lassen,
dass die öffentlichen Angelegenheiten ihres Landes nicht zugleich ihre
eignen Angelegenheiten sind, sie sind von Natur politisch, und wer
ihnen vormacht, dass sie die Politik beiseit lassen sollen, dann
lassen sie schließlich stehn. (…) Da nun die Internationale nach
Bak[unin] nicht für den politischen Kampf geschaffen sein soll,
sondern damit sie bei der sozialen Liquidation sofort an die Stelle
der alten Staatsorganisation treten kann, so muß sie dem Bakunischen
Ideal der zukünftigen Gesellschaft so nahe kommen, wie möglich. In
dieser Gesellschaft existiert vor allem keine Autorität, denn
Autorität = Staat = absolut vom Übel. (Wie die Leite eine Fabrik
treiben, eine Eisenbahn befahren, ein Schiff leiten wollen, ohne einen
in letzter Instanz entscheidenden Willen, ohne einheitliche Leitung,
das sagen sie uns freilich nicht.) Auch die Autorität der Majorität
über die Minorität hört auf. Jeder einzelne, jede Gemeinde ist
autonom, wie aber eine Gesellschaft von nur zwei Menschen möglich ist,
ohne dass jeder von seiner Autonomie etwas aufgibt, das verschweigt
Bakunin abermals. Also die Internationale muß auch nach diesem Muster
eingerichtet werden. Jede Sektion ist autonom und in jeder Sektion
jeder einzelne. Zum Teufel mit den Baseler Beschlüssen, die dem
Generalrat eine verderbliche und ihn selbst demoralisierende Autorität
übertragen! Selbst wenn diese Autorität freiwillig übertragen ist, muß
sie aufhören, eben weil sie Autorität ist! Hier haben sie in kurzem
die Hauptpunkte des Schwindels.“ (Engels 1872, MEW 33, S. 388 f.;
vgl. auch MEW 21, S. 291 und MEW MEW 37, S. 293, Engels über den
Einfluss Stirners; Marx gegen den Bakunismus schon 1869 und 1870: MEW
32, S. 279 und S. 673 ff.; weitere Bezugnahmen von Marx, Engels sowie
von beiden gemeinsam u.a.: MEW 33, S. 655 ff., S. 329 ff., S. 426 f.;
MEW 18, passim, sehr häufig.)
Einen besonderen Angriffspunkt finden
Marx und Engels in den von der Richtung Bakunins praktizierten
anrüchigen Methoden: „Um zu ihrem Zweck zu gelangen, weicht sie vor
keinem Mittel, vor keiner Unredlichkeit zurück; Lüge, Verleumdung,
Einschüchterung, Gewalttat aus feigem Hinterhalt sind ihr in gleicher
Weise recht. Endlich, in Russland, setzt sie sich ganz an die Stelle
der Internationalen und begeht unter ihrem Namen gemeine Verbrechen,
Gaunereien und einen Mord“ (1873, MEW 18, S. 333). „An die
Stelle des ökonomischen und politischen Kampfes der Arbeiter um ihre
Emanzipation treten die allzerstörenden Taten des Zuchthausgesindels,
als der höchsten Verkörperung der Revolution“ (ebd., S. 440; vgl.
dort weiter).
Die Ursache der zeitweilig stärkeren
Resonanz des Anarchismus vor allem in den romanischen Ländern sehen
Marx und Engels in ökonomisch zurückgebliebenen Verhältnissen, wie sie
andererseits einen wesentlichen Teil seiner sozialen Basis in
deklassierten Elementen bürgerlicher Herkunft erblicken: Der
Anarchismus „fand Anklang … in Italien und Spanien, wo die realen
Bedingungen der Arbeiterbewegung noch wenig entwickelt sind, und unter
einigen eitlen, ehrgeizigen, hohlen Doktrinären in der romanischen
Schweiz und in Belgien“ (Marx 1871, MEW 33, S. 329; vgl. auch S.
379, S. 389 f., S. 426 f., S. 437, S. 459, S. 494).
„Während bei den arbeitenden
Massen“ in Italien „ein leidenschaftlicher, aber höchst
unklarer Klassenhaß gegen ihre Ausbeuter vorherrschte, bemächtigte
sich eine Schar junger Advokaten, Doktoren, Literaten, Kommis usw. …
der Leitung an allen Orten, wo ein revolutionäres Arbeiterelement
hervortrat. (…) Solange die Bewegung unter den Arbeitern selbst noch
im Entstehen war, ging dies vortrefflich. Die tollen bakunistischen
Revolutionsphrasen erweckten überall den gewünschten Applaus; … und
neben Spanien wurde Italien, nach Bakunins eigenem Ausdruck, ‚das
revolutionärste Land Europas’. Revolutionär im Sinne des vielen
Geschreies und der wenigen Wolle. (…) Solange die Bewegung, wie
gesagt, in ihrer Kindheit war, zog dies alles vortrefflich. (…) Aber
Italien hat auch Industriestädte, namentlich im Norden, und sobald die
Bewegung untern den echt proletarischen Massen dieser Städte Fuß
gefasst, konnte eine so dunstige Nahrung nicht mehr genügen, und
ebenso wenig konnten diese Arbeiter sich auf die Dauer bevormunden
lassen durch jene gescheiterten jungen Bourgeois, die sich auf den
Sozialismus geworfen, weil sie, in Bakunins Worten, sich in einer
‚Karriere ohne Ausweg’ befanden“ (Engels 1877, MEW 19, S. 91 f.).
– Vgl. auch Marx/Engels 1873: „Die Allianz in Italien ist nicht ein
‚Arbeiter-Bund’ (Fascio Operaio), sondern ein Haufen von
Deklassierten, der Abhub der Bourgeoisie. Alle angeblichen Sektionen
der italienischen Internationalen werden geleitet von Advokaten ohne
Klienten, von Ärzten ohne Patienten und ohne Kenntnisse, von Studenten
vom Billard, von Handlungsreisenden und sonstigen Kommis und besonders
von Journalisten der kleinen Presse von mehr oder minder zweideutigem
Ruf.“ (MEW 18, S. 382 f.; vgl. ferner MEW 19, S. 95 und S. 122
ff.)
Wie Marx 1881 die
Genfer Radikalen nur noch als „bloße Doktrinärs, konfuse
Anarchismus-Sozialisten“ abtut (MEW 35, S. 179), so hat Engels
sich 1882 derart „an die anarchistischen Possenreißer gewöhnt, dass
es mir ganz natürlich vorkommt, wenn neben der wirklichen Bewegung
diese hanswurstische Karikatur so mitläuft“ (MEW 35, S. 411).
Teils hat er die Anarchisten im Verdacht, agents provocateurs der
Polizei zu sein (MEW 35, S. 411; MEW 36, S. 98 und S. 533), teils
sieht er in ihnen politische Kinder, „die mit dem Feuer spielen und
sich als die unschuldigsten Bengel der Welt darstellen wollen, wenn
sie Arschprügel bekommen.“ (MEW 35, S. 441)
Anarchismus und Sozialismus (Thesen)
von W. I. Lenin
1. Der Anarchismus hat in den 35-40
Jahren (Bakunin und die Internationale 1866-) seines Bestehens (seit
Stirner aber sind es noch viel mehr Jahre) nichts gegeben außer
allgemeinen Phrasen gegen die Ausbeutung. Mehr als 2000 Jahre sind
diese Phrasen im Schwange.
Es fehlt a) das Begreifen der Ursachen
der Ausbeutung; b) das Begreifen der gesellschaftlichen Entwicklung,
die zum Sozialismus führt; c) das Begreifen des Klassenkampfes als
schöpferischer Kraft zur Verwirklichung des Sozialismus.
2. Das Begreifen der Ursachen der
Ausbeutung.
Das Privateigentum als Grundlage der
Warenwirtschaft. Das gesellschaftliche Eigentum an den
Produktionsmitteln. Nil [nichts] beim Anarchismus. Anarchismus ist
umgestülpter bürgerlicher Individualismus. Der Individualismus als
Grundlage der gesamten Weltanschauung des Anarchismus. Verteidigung
des Kleineigentums und des Kleinbetriebs auf dem Lande. Keine
Majorität. Verneinung der vereinigenden und organisierenden Kraft der
Staatsmacht.
3. Nichtbegreifen der
gesellschaftlichen Entwicklung - Rolle des Großbetriebs - Entwicklung
des Kapitalismus zum Sozialismus.
(Der Anarchismus ist ein Produkt der
Verzweiflung. Die Mentalität des aus dem Gleise geworfenen
Intellektuellen oder des Lumpenproletariers, aber nicht des
Proletariers.)
4. Nichtbegreifen des Klassenkampfes
des Proletariats.
Unsinnige Negierung der Politik in der
bürgerlichen Gesellschaft. Nichtbegreifen der Rolle der Organisation
und der Erziehung der Arbeiter. Panazeen [Wundermittel] aus
einseitigen, aus dem Zusammenhang gerissenen Mitteln.
5. In der neuesten Geschichte Europas,
was gab da der Anarchismus, der früher einmal in den romanischen
Ländern herrschte? - Keinerlei Doktrin oder revolutionäre Lehre, keine
Theorie. - Zersplitterung der Arbeiterbewegung. - Völliges Fiasko bei
Versuchen der revolutionären Bewegung (Proudhonismus 1871, Bakunismus
1873). - Unterwerfung der Arbeiterklasse unter die bürgerliche
Politik, verhüllt als Negierung der Politik.
Anarchismus und wissenschaftlicher
Kommunismus
von Nikolai Bucharin
Auf dem Hintergrunde der Erscheinungen
des Zerfalls der Produktion und der unbedingt damit verbundenen
Zersetzung der gesunden proletarischen Psychologie entsteht die
Neigung, die Forderungen des Proletariats in Bestrebungen der
allgemeinen Masse des „Volksganzen“, d.h. in der Hauptsache des
Bauerntums, aufzulösen. Andererseits schaffen diese Erscheinungen
einen mehr oder minder günstigen Boden für anarchistische Stimmungen
dadurch, dass sie das Proletariat lumpenproletarisieren, einzelne
seiner Teile aus produktiv tätigen Arbeitern in deklassierte
Individuen, die ihre Verbindung mit ihrer Masse verloren haben,
verwandeln, die mit der proletarischen Gemeinschaft durch Bande der
gemeinsamen Massenarbeit und des Klassenkampfes nicht verbunden sind.
Einige krachende Aktionen der Anarchisten, der Lärm, den sie und die
bürgerlichen Blätter anlässlich der berüchtigten Liquidierung der
berüchtigten Moskauer „Sturmwinde“, „Orkane“ und anderer Gruppen, die
ebenso poetische Bezeichnungen tragen, wie unpoetisch der Inhalt ihrer
Politik ist, machten, alles das veranlasst uns, die Scheidelinie zu
ziehen zwischen dem wissenschaftlichen Kommunismus von Marx und den
Theorien der Anarchisten. Es ist dies umso notwendiger, als die
Sozialdemokraten die Lehre von Marx von Grund auf verfälscht und
verunreinigt, sie theoretisch an die Bourgeoisie verraten haben,
ebenso wie sie praktisch das Proletariat verraten und das Problem des
Anarchismus so gründlich verwirrt und getrübt haben, dass wir nicht
umhin können, auch die Ansichten der Sozialverräter über den
Anarchismus zu streifen, um die Lehre Marx’ von dem Kot zu säubern,
mit dem die Herren Plechanow, Renner, Guesde und sonstige
„Staatsgenies“ - wer zählt die Völker, kennt die Namen - sie bedeckt
haben.
Wir beginnen mit dem „Endziel“ mit
unserem und dem der Anarchisten. Die landläufige Vorstellung in dieser
Frage geht dahin, der Kommunismus und Sozialismus setzten die
Beibehaltung des Staates voraus, während die „Anarchie“ diesen Staat
beseitige. „Anhänger“ des Staates und „Gegner“ des Staates, so
definiert man den „Gegensatz“ zwischen Marxisten und Anarchisten.
Es muss festgestellt werden, dass an
einer derartigen Definierung des „Gegensatzes“ in hohem Maße nicht nur
die Anarchisten, sondern auch die Sozialdemokraten Schuld tragen. Das
Geschwätz vom „Zukunfts-Staat“, vom „Volks-Staat“ hat sich in der
Gedankenwelt der Sozialdemokratie breit gemacht. Einige
sozialdemokratische Parteien waren sogar stets bestrebt, ihren
„staatlichen“ Charakter besonders hervorzuheben. Wir sind die wahren
Träger der „Staatsidee“ - das war eine beliebte Phrase im Munde der
österreichischen Sozialdemokratie. Derartige Anschauungen waren nicht
allein in den Kreisen der österreichischen Partei weit verbreitet. Sie
hatten gewissermaßen internationale Verbreitung und haben sie sogar
heute noch und zwar in dem Maße, als die alte Partei noch nicht
endgültig verfault ist.
Dessen ungeachtet hat diese
„Staatsweisheit“ mit der revolutionär-kommunistischen Lehre von Marx
nichts gemein.
Der wissenschaftliche Kommunismus
sieht im Staat die Organisation der herrschenden Klassen, ein Werkzeug
der Unterdrückung und Gewalt, es kann bei ihm natürlich nicht vom
Zukunftsstaat die Rede sein. In dieser Zukunft gibt es keine Massen,
keine Klassenunterdrückung und folglich auch kein Werkzeug dieser
Unterdrückung, die Staatsgewalt. Der „klassenlose Staat“ - auf welchen
Standpunkt sich die Sozialdemokraten verirren - ist ein Widerspruch in
sich, ein Unsinn, ein Unfug, „trockenes Wasser“. Und wenn auch eine
mit diesem trockenen Wässerchen begossene ideologische Rinde die
geistige Nahrung der Sozialdemokratie bildet, tragen hieran die großen
Revolutionäre Marx und Engels wahrlich keine Schuld.
Die kommunistische Gesellschaft ist
somit eine staatenlose. Wenn dem so ist - und zweifelsohne ist dem so
- worin besteht denn in Wirklichkeit der Unterschied zwischen
Anarchisten und marxistischen Kommunisten? Verschwindet der
Unterschied nicht zumindest in der Frage über die zukünftige
Gesellschaft, über das „Endziel“?
Nein, der Unterschied ist vorhanden.
Allerdings verläuft er sich in einer ganz anderen Richtung. Man kann
ihn kurz formulieren als Unterschied zwischen der zentralisierten
Produktion der Großbetriebe und der dezentralisierten Kleinproduktion.
Wir Kommunisten nehmen an, dass die
zukünftige Gesellschaft uns nicht nur von der Ausbeutung des Menschen
durch den Menschen befreit, sondern dass sie auch die größtmöglichste
Unabhängigkeit des Menschen von der äußeren Natur herbeiführt, die
„gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit“ auf das Mindestmaß
herabsetzt, indem sie die gesellschaftlichen Produktivkräfte und die
Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit auf ihre Höchststufe
bringt.
Daher ist unser Ideal die
zentralisierte und planmäßig organisierte Produktion der Großbetriebe,
letzten Endes die Organisation der gesamten Weltwirtschaft. Die
Anarchisten hingegen geben einem ganz anderen Typus der Verhältnisse
den Vorzug: ihr Ideal sind kleine Kommunen, die nach dem Wesen ihrer
Struktur keine Großwirtschaft betreiben können, die „Vereinbarungen“
miteinander treffen und durch ein Netz von freiwilligen Verträgen
miteinander in Verbindung stehen. Es ist klar, dass ein derartiges
System der Produktion wirtschaftlich dem mittelalterlichen Gemeinwesen
ähnlicher ist wie einer Produktionsweise, welche die kapitalistische
zu ersetzen berufen ist. Aber dieses System ist nicht nur reaktionär,
es ist in hohem Maße utopisch. Die zukünftige Gesellschaft wird nicht
aus dem „Nichts“ geboren, und kein Storch bringt sie vom Himmel. Sie
wächst aus dem Schoße der alten Gesellschaft heraus, aus den durch den
gigantischen Apparat des Finanzkapitals geschaffenen Verhältnissen.
Jede zukünftige Ordnung ist nur dann lebensfähig und möglich, wenn sie
die Produktivkräfte der bereits abgelebten Ordnung weiter entwickelt.
Die weitere Entwicklung der Produktivkräfte ist selbstverständlich nur
denkbar als eine Fortsetzung der Zentralisationstendenz des
Produktionsprozesses, als eine sich steigernde Organisiertheit der
„Verwaltung von Dingen“, die hier anstelle der abgelebten „Ordnung
über Menschen“ tritt.
Indessen - werden uns die Anarchisten
erwidern - das Wesen des Staates besteht doch gerade in der
Zentralisation; indem Ihr die Zentralisation der Produktion
beibehaltet, behaltet Ihr auch zugleich den staatlichen Apparat bei,
die Macht, die Gewalt, die „autoritären Verhältnisse“.
Diese Erwiderung ist unrichtig, denn
sie setzt eine durchaus unwissenschaftliche, ja eine geradezu
kindliche Vorstellung vom Staat voraus. Der Staat ist, genau wie das
Kapital nicht ein Ding, sondern ein Verhältnis zwischen den Menschen,
genauer, ein Verhältnis zwischen den Klassen. Es ist das
Klassenverhältnis der Herrschaft und Unterdrückung. Das „Wesen“ des
Staates besteht eben in diesem Verhältnis. Wenn ein solches Verhältnis
nicht mehr besteht, ist auch gar kein Staat vorhanden. Die
Zentralisation als wesentlichstes Merkmal des Staates hinzustellen
bedeutet dasselbe, wie die Produktionsmittel als Kapital zu
betrachten. Die Produktionsmittel werden erst dann zu Kapital, wenn
sie in der Hand einer Klasse monopolisiert werden und zur Ausbeutung
einer anderen Klasse auf der Grundlage des Lohnsystems dienen, d.h.
wenn diese Produktionsmittel das gesellschaftliche Verhältnis der
Klassenunterdrückung und der wirtschaftlichen Klassenausbeutung
bedeuten. Dahingegen sind die Produktionsmittel an und für sich
prachtvolle Dinge, Werkzeuge des Kampfes des Menschen mit der Natur.
Es ist daher begreiflich, dass sie in der zukünftigen Gesellschaft
nicht nur nicht verschwinden, sondern den ihnen gebührenden Platz zum
ersten Mal einnehmen werden.
Indessen gab es in der
Arbeiterbewegung eine Epoche, wo die Arbeiter den Unterschied zwischen
der Maschine als Produktionsmittel und der Maschine als Kapital, d.h.
als Unterdrückungsmittel noch nicht erkannt hatten. In jener Zeit war
der Sinn der Arbeiter nicht darauf gerichtet, das Privateigentum an
den Maschinen zu beseitigen, sondern die Maschinen selbst zu
vernichten und zu den primitiven Handwerkzeugen zurückzukehren.
Dasselbe trifft auch für den „klassenbewussten“
Anarchisten mit seiner Stellung zur Zentralisation der Produktion zu.
Sie sehen, dass die Zentralisation in der kapitalistischen Ordnung als
Mittel der Unterdrückung dient, und protestieren in ihrer Einfalt
gegen jegliche Zentralisierung der Produktion überhaupt, sie
verwechseln kindlicherweise das Wesen einer Sache mit ihrer
gesellschaftlichen und historischen äußeren Form.
Es besteht somit in bezug auf die
bürgerliche Gesellschaft zwischen uns Kommunisten und den Anarchisten
durchaus nicht der Unterschied, dass wir für, sie aber gegen den Staat
sind, sondern darin, dass wir für die zentralisierte Produktion der
Großbetriebe sind, welche die Produktivkräfte bis zum Maximum
entwickelt, sie aber für eine dezentralisierte Kleinproduktion, die
das Niveau dieser Produktivkräfte nicht erhöht, sondern vermindert.
Die zweite wesentliche Frage, welche
die Kommunisten von den Anarchisten trennt, ist die Frage der Stellung
zur proletarischen Diktatur. Zwischen dem Kapitalismus und der
„Zukunftsgesellschaft“ liegt eine ganze Periode von Klassenkämpfen,
die Periode der Entwurzelung der Überreste der bürgerlichen
Gesellschaft, der Zeitraum der Abwehr der Klassenattacken von Seiten,
der obschon gestürzten, aber sich immer noch sträubenden Bourgeoisie.
Die Praxis der Oktoberrevolution hat gezeigt, dass die Bourgeoisie,
die man „auf beide Schultern gelegt hatte“, trotzdem den Überrest
ihrer Kräfte zu bewaffnetem und jeglichem anderen Kampfe gegen die
Arbeiter ausnützt; dass sie letzten Endes sich auf die internationale
Reaktion stützt, und dass der Endsieg der Arbeiter nur dann möglich
ist, wenn das Proletariat die ganze Welt von dem kapitalistischen
Gesindel gesäubert, wenn es die Bourgeoisie überall vollständig
erdrosselt haben wird.
Daher ist es auch ganz natürlich, dass
das Proletariat für seinen Kampf eine Organisation braucht. Je
breiter, je stärker, je fester gefügt diese Organisation ist, umso
schneller wird der Endsieg errungen. Eine solche zeitweilige
Organisation ist der proletarische Staat, die Herrschaftsgewalt der
Arbeiter, ihre Diktatur.
Wie jegliche Herrschaft ist auch die
proletarische Herrschaft eine Organisation der Gewalt. Wie jeglicher
Staat ist auch der proletarische ein Werkzeug der Unterdrückung. Doch
darf man die Frage der Gewalt nicht so formell behandeln. Das wäre der
Gesichtspunkt eines guten Christen, Tolstojaners, nicht aber der eines
Revolutionärs. Die Frage der Gewalt wird in bejahendem oder
verneinendem Sinne je nachdem entschieden, gegen wen diese Gewalt
angewandt wird. Revolution und Gegenrevolution sind in gleichem Maße
Akte der Gewalt. Aus diesem Grunde jedoch von der Revolution Abstand
zu nehmen, würde sinnlos sein.
Genau so steht es mit der Frage der
Herrschaftsgewalt des Proletariats. Diese Gewalt ist ein Mittel zur
Unterdrückung, doch ist sie gegen die Bourgeoisie gerichtet. Sie fasst
ein System von Repressalien in sich, doch sind diese Repressalien
wiederum gegen die Bourgeoisie gerichtet. Im Klassenkampf, in Momenten
höchster Verschärfung dieses Kampfes, der in den Bürgerkrieg übergeht,
dürfen nicht Reden von der Freiheit eines jeden Individuums gehalten
werden, sondern Reden von der Notwendigkeit der planmäßigen
Unterdrückung der Ausbeuterklassen.
Das Proletariat steht vor der Wahl:
entweder es muss die gestürzte Bourgeoisie endgültig vernichten und
sich vor ihren internationalen Verbündeten verteidigen oder nicht.
Wenn es dies tun soll, dann muss es eine solche Arbeit organisiert
planmäßig ausführen, sie überall dorthin ausdehnen, wo seine Kräfte
dafür ausreichen. Da dies nun einmal so ist, benötigt das Proletariat
um jeden Preis eine organisierte Macht. Eine solche Macht ist die
Staatsgewalt des Proletariats.
Klassenunterschiede werden nicht mit
einem Federstrich aus der Welt geschafft. Die Bourgeoisie verschwindet
nicht als Masse, nachdem sie die politische Macht verloren hat. Ebenso
ist das Proletariat geblieben auch nach seinem Siege. Aber es ist nun
in die Lage der herrschenden Klasse übergegangen. Soli es sich in
seiner Eigenschaft einer solchen, oder soll es sich sofort in der
übrigen, ihm tief feindlichen Masse auflösen? So steht historisch die
Frage. Und darauf kann es nicht zweierlei Antworten geben. Die einzige
Antwort lautet: das Proletariat ist als treibende Kraft der Revolution
verpflichtet, sich in seiner Eigenschaft als Herr solange zu halten,
bis es die übrige Klasse nach seinem Ebenbild umgestaltet hat. Dann -
erst dann - löst das Proletariat seine staatliche Organisation auf und
der Staat „stirbt ab“.
In Bezug auf diese Übergangsperiode
nehmen die Anarchisten eine andere Position ein, und hier geht der
Unterschied zwischen ihnen und uns wirklich auf der Linie für oder
gegen den proletarischen Kommune-Staat, für oder gegen die Diktatur
des Proletariats.
Jede Herrschaft, die Herrschaft
überhaupt ist für die Anarchisten unter allen und jeglichen Umständen
unannehmbar, die die Bourgeoisie unterdrückt. So schreien im
gegenwärtigen Stadium der Entwicklung der Revolution die Anarchisten
zusammen mit der Bourgeoisie und den Kompromisslerparteien gegen die
Herrschaft des Proletariats. Indem sie gegen die Herrschaft der
Arbeiter schreien, sind sie nicht mehr die „Linken“, die „Radikalen“,
als die sie gewöhnlich bezeichnet wurden. Im Gegenteil, dass sind
schlechte Revolutionäre, die keinen organisierten und planmäßigen
Massenkampf gegen die Bourgeoisie führen wollen. Durch ihren Verzicht
auf die Diktatur des Proletariats begeben sie sich der stärksten Waffe
im Kampfe; durch ihren Kampf gegen diese Diktatur desorganisieren sie
die Kräfte des Proletariats, schlagen sie dem Proletariat das Gewehr
aus der Hand, helfen objektiv der Bourgeoisie und den
sozialverräterischen Agenten dieser Bourgeoisie.
Der Grundgedanke, der die Stellung der
Anarchisten zu der Frage der zukünftigen Gesellschaft mit ihrer
Stellung zur Diktatur des Proletariats verbindet, lässt sich leicht
verfolgen. Das ist ihr sozusagen prinzipieller Widerwillen gegen die
Methoden von planmäßigen und organisierten Massenaktionen.
In unseren (d.h. sowjetrussischen)
Verhältnissen ist die anarchistisch Lösung der Frage äußerst
schädlich. Der konsequente Anarchist muss gegen die Sowjetgewalt sein
und diese Sowjetgewalt zu zerstören trachten Angesichts der offenbaren
Unsinnigkeit eines solchen Standpunktes für Arbeiter und Bauern wagen
nicht viele diese Konsequenz aus ihren eigener Voraussetzungen zu
ziehen, ja, der eine oder der andere Anarchist sitzt ganz vergnügt im
obersten gesetzgebenden und ausführenden Organ der Staatsgewalt des
Proletariats – im Zentral-Exekutiv-Ausschuss der Sowjets. Das ist
offensichtlich eine Inkonsequenz und die Preisgabe der reiner
anarchistischen Stellung. Jedoch kann selbstverständlich der Anarchist
keine besondere Liebe für die Sowjets hegen, er „nützt“ sie
bestenfalls nur „aus“, er ist stets bereit, sie zu desorganisieren.
Darum ist es ganz natürlich, dass sich hier eine äußerst schroffe
praktische Differenz ergeben muss, weil wir unsere Hauptaufgabe jetzt
darin sehen, die Herrschaft der proletarischen Massenverbände - der
Arbeiter-Räte - auf eine breitere Basis zu stellen, zu festigen und zu
organisieren, während die Anarchisten diesen Aufbau bewusst hemmen
müssen.
Ebenso schroff trennen sich unsere
Wege auch auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Praxis in der Epoche der
proletarischen Diktatur. Die Grundbedingung für die wirtschaftliche
Überwindung des Kapitalismus besteht darin, dass die „Expropriation
der Expropriateure“ nicht in eine Teilung ausarte, sei es auch eine
gleichmäßige Teilung. Jede Teilung züchtet Kleineigentümer, aus dem
Meinen Eigentum aber ergibt sich auch das großkapitalistische
Eigentum. Darum führt die Aufteilung der Besitztümer der Reichen
notwendig zu einer Neubildung derselben Klasse dieser „Reichen“. Die
Aufgabe der Arbeiterklasse besteht nicht in einer
kleinbürgerlichlumpenproletarischen Aufteilung, sondern in der
planmäßigen organisierten gesellschaftlich-genossenschaftlichen
Ausnutzung der zu expropriierenden Produktionsmittel.
Dies wiederum ist nur dann möglich,
wenn sogar der Akt der Expropriation schon organisiert durchgeführt
wird bei einer Kontrolle seitens der Arbeiterinstitutionen.
Andernfalls nimmt die „Expropriation“ einen offenbar
desorganisatorischen Charakter an und artet leicht in eine einfache
„Aneignung“ durch Privatpersonen aus, was gesellschaftliches Eigentum
sein muss.
Die russische Gesellschaft, namentlich
die russische Industrie und die russische Landwirtschaft befinden sich
im Prozess einer schrecklichen Zerrüttung und Zerfalls. Nicht nur die
offenbare Zerstörung der Produktivkräfte, sondern auch die kolossale
Desorganisation des ganzen Wirtschaftsapparates ist die Ursache
qualvoller Schwierigkeiten. Darum müssen die Arbeiter jetzt mehr denn
je für eine genaue Bestandsaufnahme und Kontrolle aller expropriierten
Produktionsmittel, Häuser, requirierten Produkte des Verbrauchs usw.
Sorge tragen. Eine derartige Kontrolle ist nur dann möglich, wenn die
Expropriation nicht durch Privatpersonen und nicht durch private
Gruppen ausgeführt wird, sondern durch die Organe der Arbeitergewalt.
Wir haben absichtlich nicht mit den
Anarchisten polemisiert, als seien sie kriminelle Verbrecher, Banditen
usw. Für Arbeiter ist wichtig, die schädlichen Seiten ihrer Lehre zu
verstehen, aus der auch die schädliche Praxis resultiert.
Der Schwerpunkt der Argumentation darf
nicht in einer derartigen oberflächlichen Polemik liegen.
Nach allem bisher gesagten ist es
verständlich, warum es gerade die anarchistischen Gruppen sind, die
schnell zu Gruppen von „Expropriateuren“ in ihre eigene Tasche
ausarten, warum das Verbrechertum sich an die Anarchisten heranmacht.
Stets und überall finden sich schmutzige Elemente, die die Revolution
zu Zwecken persönlicher Bereicherung ausnützen. Dort aber, wo die
Sache der Expropriation der Expropriateure unter die Kontrolle von
Massenorganisationen gestellt ist, da ist es schwieriger im Trüben zu
fischen.
Dahingegen schafft die prinzipielle
Weigerung, sich an organisierten Massenaktionen zu beteiligen und ihr
Ersatz durch „Aktionen“ von „freien“, „sich selbst bestimmenden“,
„autonomen und unabhängigen“ Gruppen die beste Kulisse für solche
„Expropriationen“, die sich weder theoretisch noch praktisch von den
Taten gewöhnlicher Wegelagerer unterscheiden.
Die Schattenseite der individuellen
Expropriationen, Beschlagnahmungen usw. besteht nicht nur darin, dass
sie die Arbeit der Instandsetzung des planmäßigen Apparates der
Produktion, Verteilung und Leitung stören, sondern sie besteht auch
darin, dass diese Akte die Menschen selbst, von denen sie ausgeführt
werden, von Grund auf demoralisieren und deklassieren, sie der
kameradschaftlichen gemeinsamen Arbeit und der Förderung der
kollektiven Willens entwöhnen und an ihre Stelle die Willkür einer
einzelnen Gruppe oder gar eines einzelnen „freien Individuums“ setzen.
Die Arbeiter-Revolution weist zwei
Seiten auf: die zerstörende und die schöpferisch-aufbauende. Die
zerstörende Seite kommt in erster Linie im Sturz des bürgerlichen
Staates zum Ausdruck. Wohl behaupten die sozialdemokratischen
Opportunisten, die Eroberung der Macht durch das Proletariat bedeute
bei weitem noch nicht die Zerstörung des kapitalistischen Staates.
Eine solche „Eroberung“ existiert jedoch nur in den Köpfen von
Einzelpersonen. In Wirklichkeit geht die Eroberung der Macht durch die
Arbeiter über die Zerstörung der Macht der Bourgeoisie.
In diesem Zerstörungswerk gegen den
bürgerlichen Staat können die Anarchisten eine positive Rolle spielen.
Doch sind sie organisch unfähig, eine „neue Welt“ zu schaffen. Und
nach der Eroberung der Macht durch das Proletariat, wenn das
Schwergewicht auf den Aufbau des Sozialismus verlegt wird, spielen die
Anarchisten eine fast ausschließlich negative Rolle, indem sie diesen
Aufbau durch ihre wilden desorganisatorischen Aktionen stören.
Kommunismus und kommunistische
Revolution - das ist Sache des Proletariats, der produktiv tätigen,
durch den Mechanismus der Großproduktion zusammengeschweißten Klasse.
Alle übrigen Schichten der Armut können die Rolle von Agenten der
kommunistischen Revolution nur soweit spielen, als sie dem Proletariat
Gefolgschaft leisten.
Der Anarchismus ist nicht die
Ideologie des Proletariats, sondern die Ideologie von deklassierten,
produktiv nicht tätigen Gruppen, die sich von jeder produktiven Arbeit
losgerissen haben: das Lumpenproletariat, das sich aus Proletariern,
ruinierten Kleinbürgern, gesunkenen Intellektuellen, aus dem Gleise
geworfenen und verarmten Bauern rekrutiert, mit einem Wort aus
Habenichtsen. Irgend etwas Neues zu schaffen vermögen sie bereits
nicht mehr, sie sind bereits nicht mehr fähig, neue Werte zu
produzieren, sie sind nur noch fähig, das auf dem Wege von
„Beschlagnahmen“ Erbeutete zu verbrauchen. Das ist die soziale
Grundlage des Anarchismus. Anarchismus - das ist das Produkt der
Zersetzung der kapitalistischen Gesellschaft. Die Eigenart dieser
Zersetzung besteht in dem Zerfall der sozialen Bande, in der
Verwandlung früherer Mitglieder irgendeiner Klasse in atomisierte
„Individuen“, die von keiner Klasse mehr abhängig sind, die für „sich
selbst“ existieren, nicht arbeiten und die sich in Anbetracht ihrer
separaten Existenz keiner Organisation unterordnen. Es ist
Menschenstaub, den das barbarische Regime des Kapitals hervorbringt.
Eine gesunde Klasse, die Klasse der
Proletarier, kann deshalb vom Anarchismus nicht angesteckt werden. Nur
in den Verhältnissen des Zerfalls der Arbeiterklasse selbst taucht
gleichzeitig mit ihr auf einem seiner Pole der Anarchismus als Symptom
der Krankheit auf. Und die Arbeiterklasse, die gegen ihre ökonomische
Zersetzung ringen muss, muss auch gegen ihre ideologische Zersetzung
ringen, dessen Produkt der Anarchismus ist.
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