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Bertolt Brecht:

Der große Oktober

 

O großer Oktober der Arbeiterklasse!

Endliches Sichaufrichten der so lange

Niedergebeugten! O Soldaten, die ihr

Endlich die Gewehre in die richtige Richtung gerichtet!

Die den Boden bestellten im Frühjahr

Taten es nicht für sich selber. Der Sommer

Beugte sie tiefer. Noch die Ernte

Ging in die Scheuer der Herren. Aber der Oktober

Sah das Brot schon in den richtigen Händen!

Seitdem

Hat die Welt ihre Hoffnung.

Der Kumpel in Wales und der mandschurische Kuli

Und der pennsylvanische Arbeiter, der unter dem Hund lebt

Und der deutsche, mein Bruder, der jenen

Noch beneidet: sie alle

Wissen, es gibt

Einen Oktober.

Selbst die Flugzeuge der Faschisten, die

Gegen ihn heraufkommen, sieht

Der Soldat der spanischen Miliz darum

Mit geringerer Sorge.

Aber in Moskau, der berühmten Hauptstadt

Aller Arbeiter

Bewegt sich alljährlich über den Roten Platz,

Der unendliche Zug der Sieger.

Mit sich führend die Embleme ihrer Fabriken

Abbilder der Traktoren und die Wollbüsche der Textilwerke

Auch die Ährenbündel der Getreidefabriken.

Über sich ihre Kampfflugzeuge

Die den Himmel verdunkeln, und vor sich

Ihre Regimenter und Tankgeschwader.

Auf breiten Tuchstreifen

Tragen sie ihre Losungen und

Die Bildnisse ihrer großen Lehrer. Die Tücher

Sind durchsichtig, so dass

All dies zugleich sichtbar ist.

Schmal, an dünnen Stecken

Wehen die hohen Fahnen. In den entfernteren Straßen

Wenn der Zug ins Halten kommt

Leben Tänze auf und Weltfestspiele. Fröhlich

Ziehen die Züge, viele nebeneinander, fröhlich

Aber allen Unterdrückern

Eine Drohung.

O großer Oktober der Arbeiterklasse!

 

 

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