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Es war der französische
utopische Sozialist Charles Fourier, der als erster formulierte, dass
die Stellung der Frau ein Indikator für die gesamtgesellschaftlichen
Verhältnisse sei, er "spricht es zuerst aus, dass in einer
gegebenen Gesellschaft der Grad der weiblichen Emanzipation das
natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation ist."
Damit wird auch der Zusammenhang angedeutet, der zwischen der
Befreiung der Frau und dem Kampf um den Sozialismus besteht. August
Bebel stellt fest: "Die Frauenfrage ist ... eine Seite der
allgemeinen sozialen Frage ..., sie kann daher ihre endgültige Lösung
nur finden durch die Aufhebung der gesellschaftlichen Gegensätze und
Beseitigung der aus diesen hervorgehenden Übel."
Hier gilt es jedoch, weit verbreiteten Irrtümern, Fehlinterpretationen
und Vorurteilen entgegenzutreten: Bebels Aussage bedeutet keineswegs,
dass der Sozialismus automatisch zur Befreiung der Frau führt und sich
die "Frauenfrage" sozusagen "von selbst" en passant löst. Vielmehr
geht es um die Erkenntnis, dass die Frauenfrage nicht für sich alleine
und unabhängig gelöst werden kann. Es ist eben nur der Sozialismus,
der jene materiellen Vorraussetzungen schafft, die für die Befreiung
der Frau, d.h. ihre komplette ökonomische, soziale, rechtliche und
kulturelle Gleichstellung, notwendig sind, wie z.B. die
Vergesellschaftung der Haus- und Erziehungsarbeit. In Lenins Worten
(über das Programm der sozialistischen Revolution): "Eine
Selbstverständlichkeit ist die volle Gleichberechtigung von Frau und
Mann in der Gesetzgebung. Auf allen Gebieten zeigt sich das Bestreben,
die Gleichberechtigung durchzuführen. Wir gliedern die Frauen in die
soziale Wirtschaft, Verwaltung, Gesetzgebung und Regierung ein. Wir
öffnen ihnen alle Kurse und Bildungsanstalten, um ihre berufliche und
soziale Leistungsfähigkeit zu heben. Wir gründen Gemeinschaftsküchen
und öffentliche Speisehäuser, Wasch- und Reparaturanstalten, Krippen,
Kindergärten, Kinderheime, Erziehungsinstitute verschiedener Art.
Kurz, wir machen Ernst mit unserer programmatischen Forderung, die
wirtschaftlichen und erzieherischen Funktionen des Einzelhaushaltes
der Gesellschaft zu übertragen. Dadurch wird die Frau von der alten
Haussklaverei und jeder Abhängigkeit vom Manne erlöst. Es wird ihr je
nach Begabung und Neigung volles Wirken in der Gesellschaft möglich.
(...) Wir wissen sehr gut, ... dass es noch bei weitem nicht alles zu
ihrer tatsächlichen Befreiung ist. (..) Es ist ein guter Anfang in der
rechten Richtung."
Lenin spricht hier einerseits die nach der sozialistischen Revolution
zu schaffenden Bedingungen an, die die Voraussetzungen für die
Befreiung der Frau sein werden. Andererseits spricht er auch klar aus,
dass mit dem Sozialismus diese Befreiung nicht mit einem Schlage
vollzogen sein kann - vielmehr handelt es sich um einen fortlaufenden
Prozess, der mit aller Energie aktiv vorangetrieben werden muss und
der auch eine Reihe von Widersprüchen und Widerstand zu überwinden
haben wird. Dennoch ist klar, dass erst die Veränderung der
materiellen Basis die Möglichkeit zur Umgestaltung aller
gesellschaftlichen Verhältnisse und Beziehungen liefern kann. Clara
Zetkin erklärt, warum das so sein muss: "Soll die Frau volle
Gleichberechtigung mit dem Manne erhalten - in Wahrheit und in der Tat
und nicht bloß mit toten Gesetzestexten auf geduldigem Papier -, soll
sie wie der Mann freie Entwicklungs- und Auswirkungsmöglichkeiten für
ganzes Menschentum gewinnen, so müssen zwei Hauptbedingungen erfüllt
werden: Das Privateigentum an den Produktionsmitteln ist aufzuheben
und durch das Gesellschaftseigentum zu ersetzen; die Tätigkeit der
Frau ist der gesellschaftlichen Gütererzeugung in einer ausbeutungs-
und knechtschaftslosen Ordnung einzugliedern. Nur die Verwirklichung
dieser beiden Bedingungen schließt es aus, dass die Frau entweder als
Weib oder Mutter in der Familie in wirtschaftliche Abhängigkeit vom
Manne gerät oder aber infolge des Klassengegensatzes zwischen
Ausbeutern und Ausgebeuteten als Proletarierin und Berufstätige im
Betrieb unter der wirtschaftlichen Knechtschaft und Ausbeutung durch
den Kapitalisten fällt, dass durch einseitige, übersteigerte
Anforderungen, sei es der Hauswirtschaft und Mutterschaft, sei es der
Berufstätigkeit, wertvollste Kräfte und Gaben verkümmern und eine
harmonische Verbindungen beider Pflichtkreise unmöglich gemacht wird."
Somit ist auch klar, dass eine wirklich konsequent emanzipatorische
Frauenbewegung von einem klaren proletarischen Klassenstandpunkt und
nicht von abstrahierten "allgemeinen Fraueninteressen" ausgehen muss.
Zielsicherer und radikaler Feminismus ist im Klassenkampf nicht
neutral und steht daher schlussendlich auch zwingend im Widerspruch
zur bürgerlichen Frauenbewegung, die aufgrund ihrer ökonomischen
Bedingungen objektiv andere Interessen verfolgt. Rosa Luxemburg stellt
dazu fest: "Die Frauen der
besitzenden Klassen werden stets fanatische Verteidigerinnen der
Ausbeutung und Knechtung des arbeitenden Volkes bleiben, von der sie
aus zweiter Hand die Mittel für ihr gesellschaftlich unnützes Dasein
empfangen. Wirtschaftlich und sozial stellen die Frauen der
ausbeutenden Klassen keine selbständige Schicht der Bevölkerung dar.
(...) Hingegen sind die Frauen des Proletariats wirtschaftlich
selbständig, sie sind für die Gesellschaft produktiv tätig so gut wie
die Männer."
Die Frauenbewegung hat im Rahmen
des bürgerlichen Staates in den letzten 100 Jahren zwar bereits viel
erreicht (Wahlrecht, Hochschulzugang, körperliche Selbstbestimmung
etc.), dennoch ist die endgültige Befreiung der Frau innerhalb der
Grenzen des Kapitalismus nicht möglich. Ein Standpunkt, den - auch
wenn gerade ihre Positionen oft verklärt werden - auch Simone de
Beauvoir vertritt: "Ich habe niemals die Illusion genährt, die
Bedingung der Frau sei transformierbar; sie ist von der Zukunft der
Arbeit abhängig, sie wird nur ernsthaft zu ändern sein um den Preis
der Umwälzung der gesamten Produktionsbedingungen."
Wiederum heißt dies jedoch keinesfalls, dass wir uns mit der Frage der
Gleichberechtigung der Geschlechter nicht beschäftigen und nur auf den
Sozialismus warten müssen. Es ist "nicht möglich, die
Frauenbewegung ... hinter die Schlange der Forderungen der
Arbeiterbewegung zurückzuzerren oder hinten anzustellen, im Gegenteil:
es ist notwendig, dass die Arbeiterbewegung die Forderungen des
Feminismus zu den ihren macht."
Es war nicht zuletzt Lenin, der wieder und wieder auf die Bedeutung
der Fragen des Geschlechterverhältnisses und der Frauenbefreiung
hinwies: "Wer von Demokratie, Freiheit, Gleichheit, Sozialismus
redet, ohne diese Fragen zu stellen, ohne sie in den Vordergrund zu
rücken, wer nicht gegen das Verbergen, das Verhüllen, das Verschweigen
dieser Fragen kämpft, der ist der schlimmste Feind der Werktätigen,
der ist ein Wolf im Schafsfell, der ist der schlimmste Gegner der
Arbeiter und Bauern, der ist ein Feind der werktätigen Frauen, der ist
ein Liebediener ... der Kapitalisten."
Und es ist wesentlich, im realen Klassenkampf des Proletariats
an jedem Punkt die besondere Betroffenheit der Frauen zu
thematisieren. Wesentlich ist, bereits heute vehement und aktiv für
Frauenrechte einzutreten, sei es für die Verteidigung der
Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs und darüber hinaus dessen
tatsächliche Legalisierung und Vereinfachung, sei es für die vermehrte
Einrichtung öffentlicher Kinderbetreuungseinrichtungen (in Österreich
fehlen mindestens 150.000 Plätze), die Optimierung der Bildungs- und
Ausbildungsmöglichkeiten von Frauen, den ungehinderten Zugang zum
Arbeitsmarkt etc. - das alles sind systeminterne Verbesserungen, die
die Frauenbewegung im Rahmen eines antimonopolistischen Bündnisses und
der revolutionären ArbeiterInnenbewegung zunächst anstreben und auch
erreichen kann. Und je mehr die formelle Gleichstellung der Frau im
bürgerlichen Staat verwirklicht wird, desto deutlicher wird ihre
tatsächliche gesellschaftliche Benachteiligung hervortreten und
sichtbar werden.
Die Frau betrifft im
gegenwärtigen staatsmonopolistischen Kapitalismus ein besonderes
Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnis, August Bebel hebt dessen
Doppelcharakter hervor: "Das weibliche
Geschlecht in seiner Masse leidet in doppelter Beziehung: Einmal
leidet es unter der sozialen und gesellschaftlichen Abhängigkeit von
der Männerwelt - diese wird durch formale Gleichberechtigung vor den
Gesetzen und in den Rechten zwar gemildert, aber nicht beseitigt - und
durch die ökonomische Abhängigkeit, in der sich die Frauen im
allgemeinen und die proletarischen Frauen im besonderen ... befinden."
Die Keime der Frauenunterdrückung sind jedoch bereits viel
früher auszumachen, wie Engels schreibt: "Der
erste Klassengegensatz, der in der Geschichte auftritt, fällt zusammen
mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der
Einzelehe und die erste Klassenunterdrückung mit der des weiblichen
Geschlechts durch das männliche."
Hier spricht Engels deutlich an, was in der Rezeption seiner Schriften
zum Geschlechterverhältnis oft - bewusst oder unbewusst - übersehen
wird und zu falscher Kritik führt. Es geht also einerseits um die
direkte kapitalistische Ausbeutung, von der die Frauen mehr betroffen
sind als Männer, andererseits sind es aber eben auch die
Herrschaftsverhältnisse aller bisherigen Gesellschaftsformationen, die
entsprechende gesellschaftliche Funktionsmechanismen herausgebildet
haben und die von der Bourgeoisie bis heute genützt werden - beide
stehen in einer dialektischen Wechselwirkung und so sind patriarchale
Strukturen, Sexismus und Antifeminismus freilich auch im Proletariat
vorhanden, was dem Interesse des Kapitals nach Stabilisierung
maximaler Ausbeutungsmöglichkeiten der Mehrheit der Bevölkerung in die
Hände spielt. Dennoch, auch hier sind es die gesellschaftlichen
Zusammenhänge und Hintergründe, also die Klassengegensätze an sich,
die das ursächliche Element für die Ungleichheit zwischen Mann und
Frau bilden: "Die
rechtliche Ungleichheit beider, die uns aus früheren
Gesellschaftszuständen vererbt, ist nicht die Ursache, sondern die
Wirkung der ökonomischen Unterdrückung der Frau."
Eine wirklich marxistische frauenpolitische Analyse muss also zunächst
immer die Klasse als Ausgangspunkt haben - und nicht das
klassenneutrale Geschlecht. Lenin erklärt: "Der
unlösbare Zusammenhang zwischen der sozialen und menschlichen Stellung
der Frau und dem Privateigentum an den Produktionsmitteln ist stark
herauszuarbeiten. (...) Damit ist aber auch die Grundlage gegeben, die
Frauenfrage als Teil der sozialen Frage der Arbeiterfrage aufzufassen
und als solche fest mit dem proletarischen Klassenkampf und der
Revolution zu verbinden."
Wie sieht sie nun aus, eine
konkrete Analyse der Stellung der Frau in der heutigen
Klassegesellschaft? Im Kapitalismus wird der Frau eine Rolle als "ein
bloßes Produktionsinstrument"
zugeschrieben, schreiben Marx und Engels im "Kommunistischen
Manifest". Daraus ergeben sich jene Verhältnisse, die die UNO
folgendermaßen zusammenfasst: "Jene 1,5 Milliarden Menschen, die
mit einem Dollar pro Tag oder weniger auskommen müssen, sind in der
Mehrzahl Frauen. Darüber hinaus hat sich die Kluft zwischen den im
Teufelskreis der Armut gefangenen Frauen und Männern ... weiter
vergrößert. (...) Weltweit verdienen Frauen nur knapp über 50% dessen,
was Männer bekommen. (...) Ihre Arbeit wird weder vergütet noch
anerkannt. Ihren Bedürfnissen im Hinblick auf Gesundheitsfürsorge und
Ernährung wird keine Priorität eingeräumt. Sie haben keinen
angemessenen Zugang zu Bildung und Unterstützung, und sie werden kaum
an den Entscheidungsprozessen in der Familie und in der Gemeinschaft
beteiligt."
Wie sehen die aktuellen Daten für Österreich und die EU aus? In
Österreich verdienen Frauen im Durchschnitt um 44% weniger als Männer,
wobei diese Differenz stetig größer wird und die real verfügbaren
Einkommen von Frauen jährlich um das zehnfache mehr an Wert verlieren
als jene der Männer. Die BAWAG hat dazu präzise Daten zusammengefasst:
"Arbeiter verdienten im Jahr 2001 durchschnittlich 25.714 EUR,
Arbeiterinnen dagegen nur 14.483 EUR. Männliche Angestellte hatten mit
44.522 EUR ein fast doppelt so hohes Einkommen wie weibliche
Angestellte mit 23.292 EUR. (…) Die Einkommensschere hat sich in den
vergangenen Jahren vergrößert. Belief sich die Differenz zwischen
Männern und Frauen 1994 noch auf 55%, so erhöhte sich der Vorsprung
der Männer bis zum Jahr 2001 auf 62%. Bei den Angestellten vergrößerte
sich der Unterschied von 82% auf 91%, bei Arbeiter[Inne]n von
65% auf fast 78%."
Einzig die relativ geringen Unterschiede bei den öffentlich
Bediensteten (ca. 16-17% Differenz) führen im gesamten Durchschnitt zu
niedrigeren Zahlen. Analog zu diesen Einkommensunterschieden
manifestiert sich die weibliche Armut sodann im Rahmen der
Arbeitslosenunterstützung oder der Pension. Die konkreten Zahlen: "Durchschnittliches
Arbeitslosengeld von Frauen: ÖS 7.650.- / € 555,95 (Männer: ÖS
10.380.- / € 754,34). Durchschnittliche Eigenpension von Frauen: ÖS
9.328.- / € 677,89 (Männer: ÖS 19.052.- / € 1.384,56). 40% aller
Frauen haben im Alter keinen eigenen Pensionsanspruch, davon haben
160.000 überhaupt keine Pension."
Die EU-Kommission berechnet, dass 33% aller vollerwerbstätigen Frauen
Löhne unterhalb der Schwelle dessen, was als "gerechter Lohn" gilt,
erhalten (das wären Löhne über der 68%-Marke des nationalen
Durchschnittslohnes). Daraus ergeben sich Konsequenzen: "Zwei
Drittel ... der KlientInnen in den Sozialberatungsstellen sind Frauen,
31% davon alleinerziehend. (...) Vor allem ... Frauen mit Kindern sind
stärker armutsgefährdet als noch vor fünf Jahren."
Ihr Übriges tun atypische und prekäre Beschäftigungsverhältnisse: Laut
Informationen des Hauptverbandes der österreichischen
Sozialversicherungsträger
waren im Jahre
2000 bereits 10% aller Beschäftigungsverhältnisse von Frauen
geringfügig - dem gegenüber betraf dies männliche Arbeitnehmer bloß zu
3,6%. 1999 waren 87% aller teilzeitbeschäftigten Menschen weiblich,
jedoch nur 34% aller vollzeitbeschäftigten. 32% aller unselbständig
erwerbstätigen Frauen gingen im selben Jahr einer
Teilzeitbeschäftigung nach - und dies ist Ausdruck einer
kontinuierlichen Entwicklung: von 1994 bis 1999 stieg die Anzahl der
weiblichen Teilzeitbeschäftigten um 106.000, während die Zahl der
vollzeitbeschäftigten Frauen in denselben fünf Jahren um 42.000
zurückging. Darüber hinaus kommen jene staatlichen Maßnahmen hinzu,
die dem Sozialabbau zu einem beträchtlichen Teil frauenspezifischen
Charakter verleihen. Und nicht zuletzt kommt in der Regel eben noch
die Last unbezahlter Reproduktionsarbeit hinzu: Nach Untersuchungen
der Statistik Austria setzt sich die durchschnittliche wöchentliche
Arbeitszeit der Frauen von insgesamt 64 Stunden aus 35 Stunden
Erwerbsarbeit, 18 Stunden Haushalt und 11 Stunden Kindererziehung
zusammen (prozentuelle Verteilung also: 54,7% - 28,1% - 17,2%). Männer
kommen in der Regel nur auf 48 Stunden Wochenarbeitszeit, davon 41
Stunden Erwerbsarbeit, 4 Stunden Haushalt und 3 Stunden
Kindererziehung (85,4% - 8,3% - 6,3%).
Anhand all dieser Fakten und
ihrer Entwicklungstendenzen wird nochmals belegt, was wir weiter oben
schon behauptet haben: Es wäre eine Illusion, zu glauben, die
ökonomische Ausbeutung und die rechtliche und gesellschaftliche
Unterdrückung der Frau könnten ohne revolutionäre Überwindung des
Kapitalismus selbst - also sozusagen auf reformistischem Wege im
bürgerlichen Staat - beseitigt werden. Eben deshalb, weil "das
Privateigentum die letzte und tiefste Wurzel der Vorrechts- und
Vorzugsstellung des Mannes vor dem Weibe ist."
Wie wir schon festgehalten haben, ist der Kampf um die Befreiung der
Frau wie jener um den Sozialismus jetzt zu führen und gemeinsam zu
führen. Keine Frauenbefreiung ohne Sozialismus und kein Sozialismus
ohne Frauenbefreiung - diese Festlegung ist kein dogmatischer
Automatismus, sondern muss gezielt erarbeitet, ja erkämpft werden.
Bebel hält fest: "Auch
an die Frau im allgemeinen und an die Proletarierin im besonderen
tritt die Aufforderung, in diesem Kampfe nicht zurückzubleiben, in dem
auch für ihre Befreiung und Erlösung gekämpft wird. Es ist an ihr, zu
beweisen, dass sie ihre wahre Stellung in der Bewegung und in den
Kämpfen der Gegenwart für eine bessere Zukunft begriffen hat und
entschlossen ist, daran teilzunehmen. Sache der Männer ist es, sie in
der Abstreifung aller Vorurteile und in der Teilnahme am Kampfe zu
unterstützen."
Tatsache ist: Die Frauen repräsentieren heute mehr als die
Hälfte der Weltbevölkerung und sie sind jene Gruppe, die im
staatsmonopolistischen Kapitalismus am brutalsten und direktesten
unterdrückt und ausgebeutet wird. Und es gilt auch,
Clara Zetkin 1920 festgehalten hat: "Der Sieg
des Proletariats ... ist ohne die ziel- und wegsichere ... Beteiligung
der Frauen des werktätigen Volkes unmöglich."
Die Frau muss im revolutionären Kampf eine tragende
und zentrale Rolle spielen - im antimonopolistischen Bündnis genauso
wie in der revolutionären ArbeiterInnenbewegung - und das mit voller
Unterstützung der Arbeiter. Im Kapitalismus bleibt die vollständige
Befreiung der Frau unmöglich - im Sozialismus wird sie möglich. "Es
gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit
und Gleichstellung der Geschlechter."
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