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Den heutigen
Internationale Frauentag sollten wir zum Anlass nehmen, uns zu
überlegen, welche Ziele wir in der Frauenpolitik erreichen wollen,
welche wir in diesem System noch erreichen können und auf welchem Weg
wir dies können.
Für uns als
Sozialistinnen und Sozialisten ist die Gleichheit zwischen den
Menschen die oberste Zielsetzung, die es zu erreichen gilt. Gleichheit
zwischen Menschen verschiedener Herkunft, verschiedenen Alters und
verschiedenen Geschlechts. Alle Menschen müssen die selben
Möglichkeiten haben ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
Doch gerade
weil wir Marxistinnen und Marxisten sind, sehen wir, dass eine
vollständige Gleichheit in einem kapitalistischen System nicht möglich
ist. Denn solange es den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit gibt,
solange sich die Bourgeoisie immense Profite in Form des Mehrwerts,
den die Lohnarbeiterinnen und Lohnarbeiter schaffen, aneignen, wird
sie immer dafür sorgen, dass es einen Unterschied zwischen den
Menschen gibt. Wie Marx und Engels bereits im kommunistischen Manifest
formulierten: "Der Bourgeois sieht in seiner Frau ein bloßes
Produktionsinstrument."
Frauen
erfüllen in der kapitalistischen Produktion nicht nur nach wie vor die
wichtige Aufgabe der Lohndrückerinnen, sondern müssen auch die
unbezahlte Reproduktionsarbeit, sei es bei der Kindererziehung, in der
Pflege der Alten oder in der Erledigung des Hauhaltes leisten. Diese
Arbeiten dürfen in einem kapitalistischen System, das nach Profitlogik
agiert, gar nicht finanziert werden, da sonst die Profite sinken
würden. Dies wäre unrentabel. Es ist daher gar nicht im Sinne des
herrschenden Systems, die Stellung der Frauen grundlegend zu
verändern. Solange die Arbeiterinnen und Arbeiter von der Lohnarbeit
abhängig sind und die Produktionsmittel nicht vergesellschaftet sind,
es also einen ökonomischen und sozialen Unterschied zwischen den
Menschen gibt, kann es keine Gleichheit zwischen Männern und Frauen
geben.
Jedoch sehen
wir auch, dass Verbesserungen der Stellung der Frau in diesem System
möglich sind und für diese gilt es zu kämpfen. Frauen haben in der
Vergangenheit bereits viel gekämpft und viel erreicht. Jedoch können
sie nur so viel erreichen, wie es der Kapitalismus und die bürgerliche
Gesellschaft zulassen können, ohne selbst in Frage gestellt zu werden.
Das Frauenwahlrecht, die Möglichkeit für Frauen, politische
Versammlungen abzuhalten und Organisationen zu gründen, die
Selbstbestimmung über ihr Leben, sind Möglichkeiten, die Frauen zu
stärken und zu schulen, ihnen die Mechanismen der Unterdrückung
aufzuzeigen und ihnen die Notwendigkeit zum Kampf für eine andere
Gesellschaftsform darzulegen.
Und wir
müssen gemeinsam für Veränderungen und in letzter Instanz für den
Sozialismus kämpfen! Die Feinde der Frauen sind nicht die Männer per
se, sondern der Kapitalismus! Es ist unsere Aufgabe, die Menschen
weiterhin und mit aller Kraft zu sensibilisieren, die Ungleichheiten
aufzuzeigen, ihnen zu erklären, dass Gleichheit notwendig ist und
keine Gefahr darstellt, wie es uns die Herrschenden glauben machen
wollen. Denn nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen!
Eine
vollkommene Gleichheit zwischen den Menschen, unabhängig von Herkunft
und Geschlecht, werden wir nur in einer neuen, in der sozialistischen
Gesellschaftsordnung erreichen. Friedrich Engels bringt die
Bedingungen auf den Punkt: "Eine wirkliche Gleichberechtigung von Frau
und Mann kann nach meiner Überzeugung erst eine Wahrheit werden, wenn
die Ausbeutung beider durch das Kapital beseitigt und die private
Hausarbeit sozialisiert worden ist."
Aber auch im
Sozialismus kommt die Gleichheit nicht von alleine, sondern sie muss
gemeinsam aktiv erkämpft und erarbeitet werden. Auch im Sozialismus
wird es keinen Automatismus zur Gleichstellung zwischen Männern und
Frauen geben, jedoch ist der Sozialismus die einzige
Gesellschaftsform, in der dies Überhaupt möglich ist, wo die
ökonomischen Unterschiede zwischen den Menschen aufgehoben werden.
Für Gleichberechtigung zu sein, heißt für den Sozialismus zu kämpfen!
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