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Friedl Fürnberg:

Die Fremdherrschaft in Österreich

(aus der „Kommunistischen Internationale“, Heft 3/4, 1938)

 

Hitler will Österreich binnen ganz kurzer Zeit zu einem verlässlichen Hinterland machen, um seine Kriegsabenteuer weiter zu verfolgen. Das wird ihm nicht gelingen. Die Kommunistische Partei drückt in ihrem Aufruf die Meinung des Volkes aus: „Möge es der deutsche Faschismus wissen, möge es die ganze zivilisierte Welt hören: Das österreichische Volk wird nie und nimmer diese Fremdherrschaft, aufgerichtet unter den Bajonetten und dem Terror, anerkennen.“ Der deutsche Faschismus konzentriert gewaltige bewaffnete Kräfte in Österreich, er errichtet seine Herrschaft, aber das wird nur eine vorübergehende Herrschaft sein. Das österreichische Volk, mit der Arbeiterschaft an der Spitze, ist dessen gewiss, dass sein eigener Kampf, der Kampf aller Kräfte der Freiheit und Demokratie mit der Niederlage Hitlers und seiner Banden enden wird. Wenn heute die internationale Lage dank der Haltung der englischen Konservativen dem Überfall Hitlers auf Österreich günstig war, so werden schon morgen die internationalen Kräfte des Proletariats und alle demokratischen und fortschrittlichen Kräfte der Welt dem österreichischen Volk in seinem Befreiungskampf helfen. Unversöhnlicher Widerstand dem Nazifaschismus – das ist die Parole des österreichischen Volkes.

Hitler wird mit Blut und Galgen, mit Folter und Gefängnis, mit physischer Vernichtung der Besten das Volk niederdrücken wollen. Er wird gleichzeitig alle Mittel der Demagogie und der Goebbels-Propaganda springen lassen, um die Massen zu verwirren und zu desorientieren. Die österreichischen Arbeiter haben dem Ständefaschismus Halt geboten, sie werden auch de Brutalität und Barbarei der brauen Banden trotzen. Sie werden jeden Defaitismus aus ihren Reihen vertreiben. Den Geist des Kampfes um ihre nationale Unabhängigkeit, die großen historischen Traditionen wird niemand im österreichischen Volk auslöschen können. Sie werden ihren Kampf aufs engste verbinden mit dem heldenhaften Kampf der deutschen Arbeiterklasse. Sie werden die demagogischen Manöver der Nazi zerschlagen und einen zähen täglichen Widerstand gegen die fremden Unterdrücker im Staat, in der Wirtschaft, im öffentlichen Leben und in allen Organisationen führen und organisieren. Vor ihren Augen steht das große Beispiel des Landes des siegreichen Sozialismus, die Sowjetunion. Die geistige Verbundenheit des österreichischen Volkes mit den Völkern der Sowjetunion wird trotz aller Hetze der Nazi noch fester werden, denn die österreichischen Massen wissen: Der Sieg der Freiheit kommt, und hinter der braunen Macht, die sich über Österreich senkt, steigt im Osten schon die Morgenröte des kommenden Sieges des Volkes auf.

Die Unterdrückung durch die fremden Söldner wird das ganze österreichische Volk zusammenschweißen. Katholiken und Freidenker, Arbeiter und Bauern und christliche Intelligenz werden zusammenstehen im Kampf um Freiheit, um Unabhängigkeit und Selbstbestimmungsrecht. Gegenseitige Hilfe und Freundschaft werden im Kampfe entstehen.

Die Arbeiterschaft wird sich noch enger zusammenschließen. Die Einheitsfront der christlichen, sozialistischen und kommunistischen Arbeiter wird den Kampf in den Betrieben und im gleichgeschalteten Gewerkschaftsbund führen…

Das internationale Proletariat, alle freiheitsliebenden Menschen werden aus dem niederträchtigen Überfall auf Österreich die Lehre ziehen. Die Losung des österreichischen Volkes: Hinaus mit dem Nazimilitär und den braunen Banden aus Österreich“ muss die Parole der ganzen demokratischen Welt werden. Hitler muss, noch bevor er sein nächstes Opfer anspringen kann, zurückgeschlagen werden. Wenn er aber zum neuerlichen Angriff übergeht, so muss und wird der Gegenstoß der antifaschistischen Welt so stark sein, dass das österreichische Volk seine Freiheit wiedergewinnt. Dann wird das kommen, was die Kommunistische Partei Österreichs dem österreichischen Volk zuruft: „Durch seine eigene Kraft und durch die Hilfe der Weltfront des Friedens wird ein freies, unabhängiges Österreich wiedererstehen.“

 

Literatur: österreichische Nation

Thema: Faschismus

 

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