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Nelli Berger:

Rede auf der Gedenkkundgebung für Josef Gerl und zum Februar 1934

12. Februar 2005, Josef Gerl-Hof, Wien-Brigittenau

 

Das Gedenken an Josef Gerl hat für die Sozialistische Jugend eine besonders wichtige Bedeutung. Nicht nur weil er Mitglied der Sozialistischen ArbeiterInnenjugend war, sondern auch weil er zu einem Symbol des Widerstands gegen die eigene Partei wurde.

Die SozialistInnen kämpften im Februar 1934 für ihre Ideale, für eine gerechte Welt, während die Führung der Sozialdemokratie zögerte, zurückwich und somit jegliche Erfolgschancen – und seien sie noch so gering – zunichte machte.

Damals wie heute gibt es dieses Zurückweichen in der Sozialdemokratie, das Anpassen an bürgerliche Normen und Richtlinien.

Und damals wie heute bildet die Sozialistische Jugend ein internes Regulativ. Es muss die Aufgabe der SJ sein, die VertreterInnen der Sozialdemokratie an ihre Wurzeln zu erinnern. Daran zu erinnern, dass es Menschen gab, die bereit waren, für ihre politische Gesinnung ins Gefängnis zu gehen, die bereit waren, für ihre Überzeugung zu sterben.

Rosa Jochmann sagte in einer Parlamentsrede 1945: „Damals hatten Sie es nicht notwendig, Fragebögen in die Betriebe hinaus zu schicken, denn damals wurde jeder Arbeiter, jede Arbeiterin, die sich zum Sozialismus bekannt hat, in den Kerker geworfen.“

Im Februar 1934 wurde die Meinungsfreiheit abgeschafft, wurden die ArbeiterInnen wieder zu politischen Objekten, die zu funktionieren hatten und keine Rechte besaßen. Andere politische Überzeugungen wurden zum Anlass genommen, Menschen in den Kerker zu sperren oder aufzuhängen.

Auch daran sollten uns der Februar 1934 und Josef Gerl erinnern: jeden Tag für unsere Rechte zu kämpfen. Denn auch heute versuchen die Bürgerlichen, andere Meinungen aus dem Weg zu räumen. Durch Überwachung und totale Kontrolle, mittels Satelliten und Fingerprints, versuchen sie, für sie gefährliche Menschen mundtot zu machen.

Ganze Länder, die nicht in den politischen Mainstream der EU und der USA passen, werden in den virtuellen politischen Kerker geworfen, werden durch Handelsblockaden, militärische Bedrohung oder Krieg mundtot gemacht.

Daher: lernen wir aus der Geschichte! Kämpfen wir für unsere Rechte! Lassen wir uns von den imperialistischen Mächten nicht den Mund verbieten und seien wir solidarisch mit all jenen, die den USA, der EU und anderen die Stirn bieten. Denn nur wenn der Widerstand der antiimperialistischen Kräfte groß genug ist, kann die Gefahr des Faschismus ernsthaft gebannt werden! Hoch die internationale Solidarität!

 

Literatur zum Faschismus

Thema: Faschismus

 

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