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Zum 65. Todestag Maxim Gorkis (2001)

von Agnes Hintenaus

 

Wie kein anderer Künstler steht Maxim Gorki mit seinem Werk für den "sozialistischen Realismus." Heuer am 18. Juni jährt sich sein Tod zum 65. Mal.

Geboren wurde Gorki am 28. März 1868 in – Gorki. Die Stadt heißt damals noch Nischnij Nowgorod und der Neugeborene eigentlich Alexej Maximowitsch Peschkow. Im Alter von 2 Jahren ist er Waise und mit 11 muss er seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Diese Zeit als Tellerwäscher, Laufjunge und Hafenarbeiter prägt Gorki nachhaltig und fand in seinen autobiographischen Romanen ("Unter fremden Menschen", "Meine Kindheit") seinen Niederschlag. Auch der gescheiterte Versuch, an der Universität zu studieren, fällt in diese Jahre. Als er 1892 seine erste Erzählung ("Makar Tschudra") veröffentlicht, nimmt er den Namen "Gorki" (russ. "der Bittere") an. In weiterer Folge arbeitet er als Zeitungsredakteur. Erst 1898, als die erste Gesamtausgabe seiner Erzählungen erscheint, wird er einem breiteren Publikum bekannt. Er knüpft Kontakte mit Kollegen wie Tolstoj und Tschechow.

Gorki beginnt nun auch, sich politisch zu betätigen, und unterstützt die sozialdemokratische Arbeiterpartei. Ab deren Spaltung 1903 sympathisiert er mit den Bolschewiki, hier beginnt auch die Freundschaft mit Lenin. Gorki ist in der Streik- und Protestbewegung aktiv, sein Gedicht "Der Sturmvogel" wird zum Symbol der Revolution. Gorki wird wiederholt verhaftet und von Zar Alexander II. aus der Akademie der Wissenschaften ausgeschlossen. Dieser Skandal sowie die in ganz Europa erfolgreichen Inszenierungen seines Dramas "Nachtasyl" begründen Gorkis Welterfolg. 1906 verlässt er Russland nicht ganz freiwillig und hält sich in Italien und den USA auf, wo sein Werk "Mutter" entsteht, das als Prototyp des proletarischen Romans gilt. Als Gorki 1913 zurückkehrt, setzt er sein politisches Engagement fort. Er tritt gegen die Beteiligung Russlands am Weltkrieg auf und nach dem Sieg der Revolution spart er nicht mit kritischen Bemerkungen zu ihrer Methodik, stellt sie selbst jedoch nie in Frage. Er beteiligt sich aktiv am sozialistischen Aufbau und pflegt den Kontakt zu Lenin. 1919 gründet er in Leningrad das Gorki-Theater. Kurze Zeit später setzt jedoch ein Wandel ein, die Revolution hält nicht mit Gorkis Vorstellungen Schritt und davon enttäuscht verlässt er Russland für 10 Jahre. Aber auch sein schlechter Gesundheitszustand veranlasst ihn – auf Anraten Lenins – zum Aufenthalt in verschiedenen europäischen Kurorten.

1931 kehrt Gorki endgültig in die Sowjetunion zurück. Ihn verbindet eine ambivalente Beziehung mit Stalin, dessen bevorzugter Dichter er ist. 1934 wird er erster Vorsitzender des Schriftstellerverbandes. Gemeinsam mit Stalin ist er verantwortlich für die kulturpolitischen Leitlinien. Er tritt konsequent für den "sozialistischen Realismus" ein, der die wahrheitsgetreue, konkret-historische Darstellung der Wirklichkeit und ihrer revolutionären Entwicklung verlangt. Dazu gehören als wesentliche Forderungen Lebensechtheit, die Darstellung des sozialen Kampfes um den Fortschritt sowie sozialer Optimismus und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Diese Regeln waren bestimmend für die Kunst der realsozialistischen Länder und sind bis heute die Basis des proletarischen Kulturschaffens. Das ist, was neben seinem umfangreichen Werk als Hauptverdienst Gorkis angesehen werden muss. Auch die Politik wusste das zu würdigen: Als Gorki 1936 an einer Lungenentzündung stirbt, setzt Stalin persönlich die Urne mit der Asche seines Lieblingsautors bei.

 

 

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