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Am 22. April 1870 wurde im alten
zaristischen Rußland der Führer und geniale Lehrer der
Werktätigen und Unterdrückten der ganzen Welt, W. I. Lenin,
geboren. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts trat der
Kapitalismus in sein höchstes und letztes Stadium - den
Imperialismus - ein. Es begann die Ära der proletarischen
Revolutionen. Lenin war der geniale Fortsetzer des großen
Werkes von Marx und Engels unter den neuen historischen
Bedingungen.
Lenin führte einen unversöhnlichen Kampf
gegen die Reformisten und anderen Verfälscher des Marxismus
und hob den wissenschaftlichen Sozialismus auf eine höhere
Stufe. Er bereicherte den Marxismus - die große ideologische
Waffe des Proletariats -, leistete einen hervorragenden
Beitrag zur Theorie von der Diktatur des Proletariats,
entwickelte die marxistische Lehre vom Bündnis der Arbeiter
und Bauern, von der nationalen und kolonialen Frage, vom
proletarischen Internationalismus, vom Aufbau und von der
Festigung der proletarischen Partei neuen Typus als der
einzigen Organisation, die fähig ist, den vielseitigen Kampf
der Arbeiterklasse und der unterdrückten Völker zu führen.
Lenin schuf eine neue, vollkommene Theorie der sozialistischen
Revolution und bewies die Möglichkeit des Sieges des
Sozialismus in einem Lande.
Lenin half den Werktätigen, die unter dem
Joch des Imperialismus litten, die Gesetze der
gesellschaftlichen Entwicklung, die Forderungen und objektiven
Bedingungen des politischen Kampf es auf den verschiedenen
Etappen der proletarischen Revolution und der ganzen
Befreiungsbewegung besser zu begreifen. Er lehrte die
unterdrückten Massen, das komplizierte Knäuel der
gegenwärtigen Ereignisse zu entwirren. Er gab ihnen eine
großartige Waffe für den Kampf um ihre Befreiung - die Theorie
und Taktik der Bolschewiki.
Die von Lenin geschaffene Kommunistische
Partei Rußlands war ein begeisterndes Vorbild für die Völker
der ganzen Welt. Unter der weisen Führung des großen Lenin,
des genialen Strategen und Taktikers, führte die
Kommunistische Partei das Proletariat Rußlands zur Eroberung
der Macht und zur Errichtung des ersten Staates der
Werktätigen, die eine neue Epoche in der Geschichte der
Menschheit einleitete. Die Sowjetunion ist für alle
friedliebenden, demokratischen Völker das unverbrüchliche
Bollwerk ihrer Unabhängigkeit und Freiheit. Nach dem zweiten
Weltkrieg entstand als Gegengewicht zum imperialistischen
Lager das starke Lager des Friedens, der Demokratie und des
Sozialismus mit der Sowjetunion und der Volksrepublik China an
der Spitze.
Der Name Lenins und seine Lehre sind
untrennbar mit allen Erfolgen des Lagers des Friedens und der
Demokratie verbunden, das sich von der Elbe bis zum Stillen
Ozean und vom Polarkreis bis zum Wendekreis erstreckt. Aus
diesem Grunde ist für alle Ausgebeuteten und Entrechteten das
Banner Lenins, das die Kommunisten aller Länder vorantragen,
das Symbol ihres Glaubens und die Fackel ihrer Hoffnung.
Der heroische Kampf des Sowjetvolkes für
den Aufbau des Kommunismus begeistert die Völker und zeigt
ihnen den Weg zu einem wahrhaft menschenwürdigen Leben. Die
unbeirrbare Friedenspolitik, die die Sowjetregierung befolgt
und deren erster und deutlicher Ausdruck Lenins Dekret über
den Frieden war, das gleich nach dem Sieg der sozialistischen
Revolution angenommen wurde, begeistert die breiten
Volksmassen zum Kampf für die Erhaltung und Festigung des
Friedens, gegen die Kriegsbrandstifter mit dem amerikanischen
Imperialismus an der Spitze. Lenins Grundsätze des Rechtes der
Nationen auf Selbstbestimmung, der friedlichen Koexistenz, der
Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer
Länder, der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Vorteils
in den Beziehungen zwischen den Staaten, die der Außenpolitik
der Sowjetunion zugrunde liegen, weisen den Völkern der
kolonialen und abhängigen Länder den Weg im Kampf um nationale
Einheit und Unabhängigkeit.
Für die Völker Asiens wie für die Völker
der ganzen Welt, die um Frieden, Unabhängigkeit, Demokratie
und Sozialismus kämpfen, ist Lenins Lehre wie die
lebenspendende Sonne. Lenin wandte der nationalen
Befreiungsbewegung der Völker Asiens, die er als einen
integrierenden Bestandteil des internationalen Kampfes der
Werktätigen gegen die imperialistischen Unterdrücker ansah,
stets große Aufmerksamkeit zu. Lenin wies darauf hin, daß mit
dem Erwachen Asiens und dem Beginn des Kampfes des
fortgeschrittenen europäischen Proletariats um die Macht,
Anfang des 20. Jahrhunderts, eine neue Seite der
Weltgeschichte aufgeschlagen wurde. Im Jahre 1913 schrieb W.
I. Lenin: „Das ganze herrschende Europa, die gesamte
europäische Bourgeoisie steht im Bunde mit allen Kräften der
Reaktion und des Mittelalters in China.
Dafür besitzt das ganze junge Asien, das
heißt Hunderte Millionen von Werktätigen in Asien, einen
zuverlässigen Verbündeten im Proletariat aller zivilisierten
Länder. Keine Macht der Welt wird seinen Sieg aufhalten
können, der sowohl die Völker Europas als auch die Völker
Asiens befreien wird.
Heute, da etwas über die Hälfte des 20.
Jahrhunderts vergangen ist, umfaßt „das junge Asien", von dem
Lenin sprach, die Volksrepublik China, die Mongolische
Volksrepublik, die Koreanische Demokratische Volksrepublik und
die Demokratische Republik Vietnam. In anderen Gebieten Asiens
haben sich ebenso junge Kräfte zum Kampf um die nationale
Befreiung erhoben. Die wissenschaftliche Voraussicht des
großen Strategen der Revolution hat sich bewahrheitet, und
zwar so schnell, daß es im Lager der Imperialisten Entsetzen
hervorruft!
Wenn die von ihren
marxistisch-leninistischen Parteien geführten unterdrückten
Völker Asiens schon gewisse Siege errungen haben, so deshalb,
weil sie das große Vermächtnis Wladimir Iljitschs erfüllten.
„Hier erwächst Ihnen eine Aufgabe", sagte er den
Revolutionären des Ostens, „wie sie vor Kommunisten der ganzen
Welt bisher nie gestanden hat: gestützt auf die allgemeine
kommunistische Theorie und Praxis, müssen sie unter Anpassung
an die spezifischen Bedingungen, die es in den europäischen
Ländern nicht gibt, diese Theorie und Praxis auf Verhältnisse
anzuwenden verstehen, wo die Hauptmasse der Bevölkerung Bauern
sind und wo es den Kampf nicht gegen das Kapital, sondern
gegen die Überreste des Mittelalters zu führen gilt."
Diese Hinweise sind besonders wertvoll für
ein Land wie das unsrige, wo 90 Prozent der Bevölkerung von
der Landwirtschaft leben, wo noch so viele Überreste der
verfaulten Feudalordnung der Mandarine erhalten sind. Der Sieg
der großen chinesischen Revolution, der unter Führung der
ruhmreichen Kommunistischen Partei Chinas und ihres Führers,
des Genossen Mao Tse-tung, erfochten wurde, ist ein Triumph
der Ideen des Leninismus. Gerade deshalb, weil, wie Mao
Tse-tung sagte, die Salven der Oktoberrevolution den
Marxismus-Leninismus nach China brachten, haben sich 600
Millionen Menschen für immer aus den Krallen des Imperialismus
befreit.
Die Sowjetunion - das Land des siegreichen
Sozialismus -hat immer die Leninschen Prinzipien des
Internationalismus befolgt und der nationalen
Befreiungsbewegung in den kolonialen und abhängigen Ländern
große moralische Unterstützung gewährt. So hat die Sowjetunion
durch ihre unbeirrbare Friedenspolitik und ihre große
Autorität in der ganzen Welt den Völkern Koreas und Vietnams,
die ihr Vaterland gegen die Gefahr verteidigten, in die sie
die amerikanischen Imperialisten und deren Bundesgenossen
gestürzt hatten, große Hilfe angedeihen lassen. Die
diplomatische Tätigkeit der UdSSR hat auf die Einstellung des
Feuers in Korea und Vietnam entscheidenden Einfluß gehabt.
Das im Geiste des proletarischen
Internationalismus erzogene vietnamesische Volk schätzt die
moralische Unterstützung der Völker der ganzen Welt, so auch
der Werktätigen Frankreichs, die für die Beendigung des
Krieges in Indochina kämpften.
Wie allen kommunistischen und
Arbeiterparteien hat Lenin auch uns ein unschätzbares Kleinod
hinterlassen - seine Lehre von den ideologischen Grundlagen,
den organisatorischen Grundsätzen, der Theorie und Taktik der
revolutionären Partei. Der Leninismus ist eine gewaltige
ideologische Kraft, die auch unserer Partei die Richtung weist
und es ihr ermöglicht, zur höchsten Form der Organisation der
Werktätigen zu werden, die Vernunft, Ehre und Gewissen unserer
Nation verkörpert.
Die Partei der Werktätigen Vietnams hat das
Banner des Leninismus erhoben und das Vertrauen des Volkes
erobert, das in ihr seinen bewußten Vortrupp sieht. Unsere
Partei hat es verstanden, Kraft und Initiative aus dem Volke
zu schöpfen, das sich niemals mit Sklaverei und kolonialem
Joch abgefunden hat.
Lenin ist das Symbol der Einheit der
Partei, der Geschlossenheit ihrer Reihen, der Wahrung der
revolutionären Disziplin, der uneingeschränkten Hingabe an die
große Sache des Kommunismus und der unerschütterlichen
Gewißheit des Sieges. All dies begeistert die Partei der
Werktätigen Vietnams, die als erprobte Methode zur Beseitigung
von Mängeln und Fehlern tagtäglich Kritik und Selbstkritik
übt, zum Kampf gegen Leichtsinn und Selbstzufriedenheit. Da
unsere Partei keine anderen Interessen hat als die Interessen
von Volk und Vaterland, achtet sie unablässig auf die Hebung
des Niveaus ihrer Arbeit. Bestrebt, ihre Aufgaben zu erfüllen,
wendet die Partei ständig die Lehre des Leninismus an, um ihre
Schlagkraft, ihre politische Aktivität, ihre organisatorische
Geschlossenheit und das ideologische Niveau ihrer Mitglieder
zu erhöhen.
Unser Volk und die Mitglieder unserer
Partei sind im Feuer eines langwierigen und harten
patriotischen Krieges gestählt, in dessen Verlauf sie
unermeßliche Schwierigkeiten und Leiden ertragen mußten. Acht
Jahre lang führten sie ihren heldenhaften Kampf, der vom Siege
des vietnamesischen Volkes und der Wiederherstellung des
Friedens in Indochina gekrönt wurde. Das Genfer Abkommen ist
eine internationale Anerkennung des nationalen
Befreiungskampfes des vietnamesischen Volkes und seiner Brüder
in Laos und Kampuchea, ihres großen Opfergeistes und ihres
Heldenmutes. Unsere Partei kann stolz darauf sein, daß sie das
Volk in diesen Jahren konsequent, beharrlich und aufopfernd in
seinem Kampf geführt hat. Heute, da der Frieden
wiederhergestellt ist, setzen wir den Kampf für die strikte
Einhaltung des Genfer Abkommens fort. Zuverlässigen Meldungen
zufolge ist erst vor kurzem festgestellt worden, daß die
Gegenseite die Vereinbarung 2 114mal übertrat, davon 467mal im
Gebiet von Nam Bo. Die furchtbare Bilanz dieser
Wortbrüchigkeit sind 806 Tote, 3 501 Verwundete und 12 741
grundlos Inhaftierte.
Im September vorigen Jahres hat die Partei
der Werktätigen Vietnams mehrere Beschlüsse über den Kampf
unseres Volkes für die unbedingte Einhaltung des Genfer
Abkommens, gegen den Versuch seiner Übertretung gefaßt. Unsere
Hauptaufgabe besteht jetzt darin, den Frieden zu festigen, die
Bodenreform zu vollenden, für den wirtschaftlichen Aufschwung
zu arbeiten, das Leben auf dem nördlich des 17. Breitengrades
gelegenen Gebiet in Gang zu bringen und den politischen Kampf
unserer Landsleute im ganzen Lande zu unterstützen. Bei der
Festlegung der Linie für diesen Kampf des gesamten
vietnamesischen Volkes haben wir die Losungen aufgestellt: den
Frieden festigen, die Einheit des Landes sichern, die
nationale Unabhängigkeit endgültig erkämpfen, die Demokratie
im ganzen Lande durchsetzen. Jetzt müssen wir um die Erfüllung
dieser Hauptaufgaben kämpfen. Bei alledem darf man aber nicht
außer acht lassen, daß nach den von den Imperialisten in
Manila und Bangkok abgehaltenen Konferenzen eine neue Lage in
Asien entstanden ist. Die amerikanische Einmischung in die
Angelegenheiten Indochinas tritt jetzt offener zutage, und die
Versuche, das Genfer Abkommen zu brechen, häuften sich.
Um ihre Ziele zu erreichen, würden die
amerikanischen Imperialisten und ihre Lakaien verschiedener
Schattierungen gern die Spaltung des Landes verewigen, ihre
Herrschaft über Südvietnam aufrechterhalten, die
demokratischen Kräfte unterdrücken und die allgemeinen Wahlen
im Jahre 1956 vereiteln.
Unter diesen Bedingungen ist der politische
Kampf, der auf den Abschluß des Waffenstillstandes abzielte,
in ein neues Stadium getreten, nämlich in das Stadium des
politischen Kampfes gegen eine Wiederaufnahme des Krieges und
für das Zustandekommen der nationalen Einheit durch allgemeine
Wahlen im Juli 1956.
Die Fragen des Friedens, der Einheit, der
nationalen Unabhängigkeit und der Demokratie sind eng
miteinander verbunden. Ohne Festigung des Friedens kann die
Einheit Vietnams durch allgemeine Wahlen nicht erreicht
werden. Und wenn umgekehrt die nationale Einigung durch
allgemeine Wahlen nicht erreicht werden kann, ist es nicht
möglich, eine sichere Grundlage für den Frieden zu schaffen.
Die letzten Ereignisse und die Analyse der
politischen Lage haben unsere Partei davon überzeugt, daß der
Kampf des vietnamesischen Volkes für Frieden, Unabhängigkeit
und Demokratie hart und schwer sein und daß es auf seinem Wege
viele Hindernisse und Schwierigkeiten zu überwinden haben
wird. Aber unsere Partei zweifelt nicht daran, daß dieser
Kampf siegreich sein wird.
Wir schöpfen aus der lebensspendenden Lehre
des Leninismus unsere Kraft im Kampf für den Triumph der
heiligen Sache der Einheit, Unabhängigkeit und Demokratie und
für den Sieg des Sozialismus. |