Start Über uns Themen Geschichte Marxismus
 

 

Hugo Chávez:

Rede zum 12. Jahrestag des Aufstandes vom 4. Februar 1992

4. Februar 2004, Caracas, Venezuela

 

 

Was für ein beeindruckender Anblick ist das, trotz des Regens, trotz dieses Tages mitten in der Woche. Ich habe im Fernsehen die Demonstrationen, die Kundgebungen, den Optimismus verfolgt, die heute nicht nur Caracas, sondern ganz Venezuela erstrahlen ließen. Und angesichts dieses großartigen Ereignisses kann ich nur noch einmal feststellen, was wir immer wieder gesagt haben: Diese Revolution ist unbesiegbar, niemand kann die Bolivarianische Revolution aufhalten. (...)

Bevor es dunkel wird, möchte ich in meiner Botschaft einige Überlegungen anstellen und mit euch über einige Ideen sprechen. Aber erst, nachdem ich den Organisatoren dieser Veranstaltung zur Erinnerung an den 12. Jahrestag des 4. Februar 1992 gratuliert habe. (...) Ich möchte heute den Soldaten des Vaterlandes Tribut zollen, die vor 12 Jahren, an solch einem Tag wie dem heutigen , entschieden, einen Schritt vorwärts zu tun, um uns wieder mit dem tausendmal verratenen Volk Simón Bolívars zu vereinen. Gott schütze die Muchachos des 4. Februar. Und ganz besonders möchte ich für die bitten, die ihr Leben gaben. Für diejenigen, die an diesem denkwürdigen Tag gefallen sind. Für diejenigen, die ihr Blut in diesem Tal von Caracas, im legendären Valencia und in vielen anderen Orten der nationalen Geographie vergossen haben.

Die bolivarianische Militärrebellion des 4. Februar ist die bedeutendste Rebellion und hat die größten Auswirkungen, die man in der venezolanischen Geschichte kennt. Es waren die jungen Militärs, die ihre Waffen erhoben haben gegen die Diktatur des Internationalen Währungsfonds, gegen die Diktatur der venezolanischen Oligarchie, unter der das Volk litt, gegen die Diktatur des Paktes von Punto Fijo. (...)

4. Februar 1992 – Der Weg war lang bis zu diesem Tag voller erzählenswerter Dinge. (...) Ich hatte vor wenigen Minuten die Ehre, Aleida kennen zu lernen, eine der Töchter des großen revolutionären Soldaten, der ebenfalls sein gesamtes Leben für die Idee der Revolution und für die Sache der Völker einsetzte. Ich möchte, dass das gesamte venezolanische Volk Beifall spendet der Tochter Che Guevaras, des heldenhaften Guerrillero, und wir heißen sie wärmstens Willkommen in der Heimat Bolívars, in der das Beispiel ihres heldenhaften, legendären, revolutionären Vaters immer verehrt worden ist.

Che Guevara sagte: „Ich einer Revolution siegt man oder stirbt, wenn es eine wirkliche Revolution ist.“ Und so stehen wir heute in der Schuld derjenigen, die von uns gegangen sind, deren Blut vergossen wurde. Wir hier, Landsleute, Compañeros und Genossen, bestätigen und erklären dasselbe: In dieser Revolution siegt man oder stirbt, denn dieses ist eine wirkliche Revolution, die Bolivarianische Revolution dieser Stunde und in diesem Lande.

Wir haben heute diesen Gedanken verbunden mit der siegreichen Losung des Märtyrers, des Helden,, des Siegers über die Tyrannen, José Félix Ribas, als er sagte: „Wir können nicht wählen zwischen Siegen oder Sterben, es ist notwendig, zu siegen! Es lebe die Heimat, es lebe die Republik!“

Da wir nicht sterben dürfen, ist es verboten zu scheitern und verboten zu sterben. Wir leben, um für die Heimat und für die Zukunft dieses Bodens und dieses Volkes zu siegen. Das ist der einzige Weg, den wir vor uns haben, von Kampf zu Kampf, von Sieg zu Sieg, von Anstrengung zu Anstrengung, von Furcht zu Furcht, von Stärke zu Stärke, aber das ist unser Weg, der immerwährende Weg des Kampfes und Sieges.

Ich werde in diesem Jahr 50 Jahre alt, vor 12 Jahren war ich also ein Muchacho von fast 38 Jahren, und an diesen halben Tag erinnere ich mich, als wäre es heute gewesen. Es hatte in diesem Moment keinen Sinn mehr, auf den bewaffneten Weg zu beharren. Das war mir seit dem Morgengrauen klar geworden, denn die Operation Ezequiel Zamora, die genau um Mitternacht vom 3. auf den 4. Februar begonnen hatte, war, als die Sonne aufging, bereits umfassend gescheitert. Die beteiligten Kräfte hatten keine Verbindung, waren isoliert, und es gab unter diesen Umständen keine Möglichkeit, eine Operation zu befehligen. Und auf der anderen Seite war es uns nicht im ersten Anlauf gelungen, strategische Ziele wie den Präsidentenpalast, die Massenmedien und andere kritische Punkte vor allem im Machtzentrum Caracas einzunehmen.

Außerdem waren die Straßen menschenleer, weder wir noch unsere Verbündeten konnten in diesem Augenblick Verbindung mit den Volksmassen aufnehmen. (...) Das venezolanische Volk war nicht mobilisiert worden, es war gespalten, zersplittert, ohne klare Führung und außerdem beladen mit der tragischen Erinnerung an die blutige Unterdrückung, die am 27. Februar 1989 die Straßen Venezuelas mit Schmerzen anfüllte.

Als nun der Morgen dämmerte und ich eine Einschätzung der Situation vornahm, soweit mir dies mit den wenigen Informationen möglich war, traf ich die Entscheidung, die Waffen in niederzulegen. Wie ihr wisst, rief ich die mich begleitenden Offiziere und Soldaten zusammen und sagte ihnen, dass sich eine weitere Auflehnung nicht mehr lohne. Einige wehrten sich dagegen, die Waffen niederzulegen, oder waren nicht einverstanden, aber nach einer Diskussion und einer Debatte unter Compañeros, die wir immer gewesen sind, setzte sich schließlich die Entscheidung des Comandante durch und so übergaben wir unsere Waffen. In kurzer Zeit musste ich dann einige Worte an meine Compañeros sowie an das venezolanische Volk und die ganze Welt improvisieren. Ich erinnere mich, dass diese Worte in keinster Weise durchdacht waren. (...) Es sollte nur eine kurze Botschaft an meine Compañeros sein, die in einigen Teilen von Caracas, Maracay und vor allem in Valencia noch immer den Aufstand fortsetzten, damit diese die Waffen niederlegten. Wir hatten keine Möglichkeit, Verbindung zu ihnen aufzunehmen, und ich sagte den Mitgliedern des Militärischen Oberkommandos, ich sei sicher, daß sie auf einen Befehl von mir die Waffen niederlegen würden, aber den könne ich von hier, wo ich gefangen war, nicht geben. Deshalb riefen diese bei Radio und Fernsehen an, es gab für sie keine Alternative. Und so konnte ich einige Worte sprechen, ich glaube in weniger als einer Minute, 50 Sekunden etwa. Nachdem ich nun, 12 Jahre später, meine damaligen Worte gelesen und heute im Fernsehen gesehen und analysiert habe, glaube ich, dass eines der wichtigsten Dinge dabei ist, dass diese Worte aus meinem Innersten kamen. Sie wurden mir von den Straßen Venezuelas diktiert, sie wurden mir diktiert von der Seele des Volkes, von meiner Überzeugung, dass eine Morgendämmerung angebrochen war, dass dies nur das erste Signal einer sich ankündigenden neuen Zeit war. Es war so, wie ich es sagte; es war an der Zeit, nachzudenken. Wir hatten fürs erste die angekündigten Ziele nicht erreicht. Fürs erste – por ahora –, diese Formulierung kam aus der Tiefe meines Herzens, des Herzens eines bereits gefangenen Soldaten. Später fügte ich hinzu, das Land müsse endgültig einen neuen Kurs einschlagen, es würden neue Situationen kommen und das Volk müsse den Weg zu einem besseren Ziel beschreiten. Und so ging ich mit meinen Compañeros ins Gefängnis und übernahm die Verantwortung für die Ereignisse, für die militärische Aktion. Wir versteckten uns nicht hinter diesem oder jenem Sektor, dieser oder jener ökonomischen Gruppierung, ob national oder international. Wir befolgten keine Befehle von irgendeiner fremden Kraft. Wir folgten keinen Befehlen irgendeiner etablierten Macht Venezuelas. Wir folgten dem Befehl Simón Bolívars, der heute gültiger ist als je zuvor. Die Militärs müssen das Schwert erheben für die Verteidigung der sozialen Garantie, das heißt für die Verteidigung des Volkes, der Gerechtigkeit, der Gleichheit, der Freiheit.

Die venezolanische Armee darf nie wieder missbraucht werden, wie es die Oligarchie, die mächtigen Eliten getan haben, die seit ewigen Zeiten gemeinsam mit ihren internationalen Verbündeten Venezuela gegen das Volk beherrschten. Denn so war es hier. Das Heer, das einst Südamerika befreit hatte, wurde in den Jahrzehnten vor 1992 benutzt, als wäre es eine Besatzungstruppe auf dem eigenen Territorium. Es unterdrückte das eigene Volk. Das war der größte Ausdruck dieser Verwüstung. Und so bleibt für immer in der Erinnerung der Venezolaner das Massaker vom 27. Februar 1989 verewigt. Bei vielen Gelegenheiten habe ich gesagt, dass der 4. Februar viele Ursachen hatte, unmittelbare und indirekte, aber einer der unmittelbaren Gründe, der zu einer wirklichen Beschleunigung der bolivarianischen Militäraktion wurde, war dieser Tag, war das Massaker, zu dem der Pakt von Punto Fijo die venezolanische Armee und die Polizeikräfte missbrauchte, das Massaker, das hunderte und tausende Venezolaner auslöschte. Der 27. Februar 1989 war der Antrieb der revolutionären und bolivarianischen Aktion des 4. Februar 1992.

Nun gut, Landsleute, seitdem sind 12 Jahre vergangen. Hier beweisen wir heute, was wir damals sagten und ankündigten, nämlich, dass dies nur der Beginn eines langen Weges war. Hier stehen wir heute, unabhängig von unserem persönlichen Weg nach dem Gefängnis oder wo auch immer wir die aktive Rolle unserer Generation bei der Sammlung der Kräfte gegen den Pakt von Punto Fijo und für die Verwirklichung des neuen Vaterlandes ausfüllten. In diesen 12 Jahren – wie viel ist geschehen!

Einige weigern sich, die Bedeutung des 4. Februar anzuerkennen und entwerfen die absurdesten Thesen, um die Bedeutung des 4. Februar kleinzureden. Das sind die Betrüger, die uns versuchen weiszumachen, dass es am 18. Oktober 1945 eine Revolution gegeben habe. Was soll das am 18. Oktober 1945 für eine Revolution gewesen sein, als eine politische und militärische Elite jenen guten Mann, guten General und guten Präsidenten Isaías Medina Angarita stürzte? Aber über viele Jahre verfochten die Intellektuellen der Oligarchie, die politischen Führer der Oligarchie und der Parteien der Vierten Republik diese These und schrieben unzählige Bücher und erinnerten bei jeder Gelegenheit an den 18. Oktober als „Tag der Oktoberrevolution“. Sie versuchten also sogar, diesen Tag der Schande in der venezolanischen Geschichte, diesen elitären Staatsstreich, mit der Oktoberrevolution der Sowjets in Verbindung zu bringen! Sie missbrauchten und manipulierten die wirkliche Geschichte.

Aber es ist ihnen nicht gelungen. Heute erinnert niemand mehr an den 18. Oktober als an ein zu feierndes Datum. Sie trauen sich nicht einmal mehr, vom 18. Oktober zu sprechen. Der 23. Januar (1958, Aufstand gegen den Diktator Pérez Jiménez) war beerdigt worden. Erst als das venezolanische Volk entschied, das wirkliche Bild, den wirklichen Geist des 23. Januar wiederzubeleben, wie wir es in den letzten Jahren getan haben, lebte der Geist der Volkseinheit, der Geist der patriotischen Militärs wieder auf.

Aber dieselbe Klasse der Oligarchie, dieselben Intellektuellen der Oligarchie haben sich seit 12 Jahren mit diesem 4. Februar beschäftigt und dazu all ihre Medien eingesetzt. Sie haben uns 12 Jahre lang bombardiert und so ist der 4. Februar heute gegenwärtiger wie nie zuvor ein geschichtliches Datum Venezuelas. Er ist ein historisches Datum, er ist ein Datum für die Geschichtsschreibung, aber er ist auch das Licht am Ende des Tunnels, das weiter leuchtet und die Dunkelheit zerschneidet. Der 4. Februar ist kein Datum der Vergangenheit, er ist ein Datum der Gegenwart. Und nicht nur das, er ist noch immer ein Datum der Zukunft, denn die Zukunft gilt es aufzubauen. Der 4. Februar ist ein Datum, das viele andere Tage der Geschichte aufnimmt, denn es steht nicht alleine, wie auch die Bürger und Soldaten, die sich uns anschlossen, nicht alleine gestanden haben. Der 4. Februar umfasst 200 Jahre. Dieser 4. Februar umfasst den 17. Dezember 1830 (Todestag Bolívars) und den 4. Juni 1830, als der Marschall Sucre in Berruecos fiel. Viele Märtyrer, viele Träume, viele Leidenschaften, viel Liebe, viele Schmerzen, aber vor allem die unendliche Liebe eines Volkes, das zum Sturz des Spanischen Imperiums in Südamerika wurde – sie sind präsent im 4. Februar, sie machen die Kraft des 4. Februar aus. Der 4. Februar nimmt die Liebe dieses verratenen Volkes auf, die Hoffnung von Millionen. Der 4. Februar trägt die Kugel von San Carlos, die dem Traum Zamoras ein Ende setzte. Der 4. Februar bedeutet noch viel mehr und reicht noch viel weiter. Er ist der Schrei von Guaicaipuro, als er nicht weit von diesen Bergen entfernt im Angesicht seines Todes den spanischen Imperialisten zurief: „Kommt her, Spanier, damit ihr seht, wie der letzte freie Mensch dieses Landes stirbt!“ Dieser Schrei von Guaicaipuro erschallte wieder am 4. Februar 1992. Der 4. Februar erweckte auch den Ruf Zamoras: „Boden und freie Menschen, Volkswahlen und Schrecken der Oligarchie!“ (...) Der 4. Februar war die Klage Bolívars: „Gott, ich habe das Meer gepflügt“ und er war das Wort Bolívars als er fragte: „Wie soll ich aus diesem Labyrinth entkommen?“ All dies wurde wiederbelebt in jenen Stunden am 4. Februar 1992, deshalb ist dies ein Datum der Geschichte, der wirkliche Tag der nationalen Würde – für immer!

Sollen sie sagen, was sie wollen, die Witwen und Witwer der Vergangenheit. Ich glaube, sie haben sich heute schwarz gekleidet und tragen Kerzen und Blumenkronen. Ich denke, sie tun recht daran, denn sie haben guten Grund, viele Tränen zu vergießen. Denn in der Tat ist der 4. Februar ein Tag des Todes und ein Tag der Geburt. Wir feiern die Geburt und sie feiern den Tod. Sollen sie ihrem Tod gedenken, die Witwen des Puntofijismus. Weint ruhig, denn was war, kehrt nie wieder. Nie wieder! Es ist gut, dass sie weinen, wenn sie noch weinen können, denn das bedeutet, dass ihnen noch ein wenig Herz geblieben ist. Weint, weint, tragt schwarz und entzündet eure Kerzen. (...)

Der 4. Februar hatte auch einige unerwünschte Kinder, wie es manchmal vorkommt. Die Regierung Caldera war zum Beispiel ein solches illegitimes, nicht erwünschtes Kind des 4. Februar 1992, denn dieser Herr war politisch tot. (...) Aber als alter Haudegen interpretierte er richtig die Ereignisse oder er hatte gute Informanten oder beides, und so war er der einzige unter den Politikern der Vierten Republik, der aus dem Chor der Adecos und COPEIanos ausscherte, die sich so sehr für die Demokratie ins Zeug warfen, bis hin dazu, die Todesstrafe für die „Putschisten“ zu fordern. „Putschisten“ nannten sie uns, aber ihr wisst und das ganze Land weiß, die Putschisten hier sind andere, wir sind einfache revolutionäre Soldaten, bolivarianische Soldaten, und das ist etwas sehr anderes als ein Putschist.

Bis wohin reicht die historische, soziale und politische Kraft des 4. Februar 1992, der an jenem Tag, nach Ablauf dieser 24 Stunden, bereits einen politischen Leichnam wiederbelebt hatte und Rafael Caldera Präsident von Venezuela wurde. (...)

In dem Maße, wie die Zeit vergeht, werdet ihr sehen, wie die Bedeutung des 4. Februar deutlicher wird und sich verstärkt, denn wie es Otaiza Castillo vor einigen Tagen sagte: Ohne den 4. Februar hätte es die Bewegung Fünfte Republik nicht gegeben, ohne den 4. Februar hätte es den Patriotischen Pol nicht gegeben. Der 4. Februar ermöglichte eine Einheit, die uns heute mehr zusammenschweißt als irgendwann sonst in den letzten 100 Jahren. Und der 4. Februar setzte den Prozess des Zusammenbruchs der alten Parteien in Gang, was geblieben ist, sind Reste. (...)

Ohne den 4. Februar hätte sich auch niemals der 6. Dezember 1998 ereignet (Wahl von Chávez zum Präsidenten), dieser denkwürdige Tag. Ohne den 4. Februar hätte es niemals die Volksabstimmung und die Verfassungsgebende Versammlung gegeben. Ohne den 4. Februar gäbe es keine Bolivarianische Verfassung, ohne den 4. Februar wäre die Fünfte Republik nicht geboren worden, ohne den 4. Februar gäbe es die Bolivarianische Republik Venezuela nicht, ohne den 4. Februar wäret ihr nicht Gouverneure und Antonia nicht Gouverneurin, ohne den 4. Februar wäre ein General des Volkes wie Jorge García Carneiro nicht Verteidigungsminister, ohne den 4. Februar wäre ein weiterer General des Volkes, Raúl Isaías Baduel, nicht Oberbefehlshaber des Heeres. (...) Ohne den 4. Februar gäbe es nicht Barrio Adentro, ohne den 4. Februar gäbe es nicht die Missionen Robinson, Ribas oder Sucre. (...)

Dieses Jahr ist ein Jahr des Kampfes, des Fortschritts. Dieses Jahr hat bereits begonnen, ein wunderbares Jahr zu sein. Der gerade beendete Monat Januar war ein Monat des Fortschritts, der guten Aussichten, sehr froh, mit vielen Erfolgen und einer politischen, sozialen und ökonomischen Stärkung. Und der Februar hat begonnen, wie es sein soll, denn der Februar ist für uns nun schon seit einiger Zeit ein besonderer Monat. Am 1. Februar feiern wir in Cúa und den Tälern von Tuy den Geburtstag von Zamora auf der Straße, wie es sich gehört. (...) Dann am 2.2. gedachten wir der fünf Jahre revolutionärer Regierung vom Balkon des Volkes aus, im allen gehörenden Palast, im Haus des Volkes, in Miraflores. Und gestern waren wir in Cumaná und erinnerten an einen weiteren Geburtstag dieses großen revolutionären und bolivarianischen Soldaten Antonio José de Sucre, des Großmarschalls von Ayacucho. Und heute, am 4. Februar, haben Venezuela und die Welt erneut diese rote Flut erlebt, die bolivarianische Flut, das Volk Bolívars, das alle Räume überschwemmt. Ihr wisst sehr gut, dass wir hier nicht nur der Vergangenheit gedenken, wir gedenken der Gegenwart, die wir täglich erleben, und dieses Volk, das sich heute erneut mit all seiner Kraft und seiner Freude erhoben hat, zeigt seine bunten Fahnen, seine blauen Fahnen, seine roten Fahnen, die Trikoloren.

Diese Kraft, die Kraft der Zukunft, feiert hier voller Freude den 4. Februar. Aber diejenigen, die daran denken könnten, eine Entscheidung des Nationalen Wahlrates, die ihnen nicht schmeckt, nicht anzuerkennen, die wieder zum Ungehorsam oder zur Rebellion aufrufen wollen, wenn der CNE ihre Hoffnung auf ein Referendum gegen mich nicht erfüllt, sie sollten eines wissen: Wenn sie irgend etwas in dieser Richtung unternehmen sollten, sind wir bereit, sie erneut niederzuschlagen. Wir werden ihnen die Antwort geben, die sie verdienen, um den Respekt vor der Bolivarianischen Verfassung und den venezolanischen Institutionen zu garantieren.

In wenigen Tagen wird der CNE seine Entscheidung bekannt geben, warten wir es ab. Wir sind nicht ungeduldig, ungeduldig sind andere, die jetzt bis nach Washington fahren, um dort Hilfe und Unterstützung zu erbitten. Wir machen unsere Arbeit, wir warten die Entscheidung der Behörde ab und werden tun, was zu tun ist, und respektieren, was die Behörde sagt. Wenn die Behörde sagt, dass es ein Referendum gegen den Präsidenten gibt, in Ordnung, bereitet euch vor, denn wir werden sie schlagen. Aber wenn die Behörde sagt, dass es kein Referendum geben wird, dann wird es ganz einfach kein Referendum geben. Und ich denke, das ist das Wahrscheinlichere, aber warten wir ab, was die Behörde entscheiden wird. Und die Opposition versucht sich jetzt vor der ganzen Welt als das arme Opfer darzustellen, als die armen Hilflosen, die eifrig ihre Unterschriften gesammelt und nie irgendeinen Betrug begangen haben. Die Welt soll glauben, dass wir hier die Betrüger sind.

Nun gut, wir werden der Welt demonstrieren, wer einen Betrug versucht, ob die Bolivarianischen Kräfte oder jene, die heute in Trauer um die Vierte Republik herumlaufen. Wir werden der Welt jede einzelne der gefälschten Unterschriften zeigen, der Gespensterunterschriften. Wir werden die Unterschriften derjenigen zeigen, die zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben waren und deren Name missbraucht wurde, um den Betrug durchzuführen. Wir werden die Dokumente mit den Unterschriften all jener zeigen, die nicht in den Wählerverzeichnissen registriert sind. Wir zeigen die tausenden Unterschriften von Minderjährigen, wir werden den gesamten Betrug aufdecken. Wir werden der Opposition die Maske herunterreißen. Es bleiben ihnen noch wenige Tage.

Warten wir also ab, was die Behörde sagt, und wir garantieren der Welt, dass wir erfüllen werden, was der souveräne Nationale Wahlrat entscheidet, da haben wir keine Bedenken.

Anhängig ist auch noch das Referendum gegen Abgeordnete der Opposition, und das hat eine große Bedeutung, um die notwendige Kraft in der Nationalversammlung zurück zu gewinnen, um dort die Sabotage der Opposition zu zerschlagen, die Gesetze verhindert hat, die das venezolanische Volk für seine Entwicklung braucht, für sein Wohlergehen, für die Gerechtigkeit, für die Gleichheit. Und dann kommen die Wahlen am 1. August, alle gemeinsam, und es sind noch einige Entscheidungen über einige Gouverneursposten, einige oder viele Rathäuser zu fällen. (...) Alle gemeinsam in der Richtung des Sieges!

Nun gut, ich habe versprochen, meine Rede nicht zu sehr auszudehnen, denn es ist spät und es regnet und ihr müsst noch nach Hause kommen, sowohl ihr aus Caracas und Umgebung wie auch ihr, die ihr von weiter her kommt, und ich werde mein Versprechen halten. (...)

Hier sind wir mit unserer Liebe, unserer Hoffnung, unserem Glauben, unserem wachsenden bolivarianischen Geist, mit unserer immer stärkeren revolutionären Kraft, mit unserer entschiedensten Entschlossenheit, den Kampf fortzusetzen, um die Siege zu erringen, die es zu erringen gilt. Hier sind wir, die Männer und Frauen, die wir nicht nur mit unseren Händen, sondern mit unseren Herzen das Banner Venezuelas erheben. Hier sind wir, die wir der Heimat die Seele und das Beispiel Bolívars zurückgeben. Hier sind wir, die Bolivarianer, die Revolutionäre, voller Liebe, in Erinnerung an jenen Tag, als die Dunkelheit wie durch einen Lichtstrahl geteilt wurde, (...) jenen Tag, der die Geschichte Venezuelas in zwei Teile schnitt, jenen Tag, an dem die Bolivarianische Revolution des ausgehenden 20. Jahrhunderts geboren wurde. (...)

Landsleute, es lebe der 4. Februar! Es lebe Venezuela! Es lebe die Bolivarianische Revolution! Gehen wir gemeinsam in den Kampf, in die Mühsal und in den Sieg!

 

 

Stamokap-Strömung in der SJÖ - politbuero@stamokap.org