Was für ein
beeindruckender Anblick ist das, trotz des Regens, trotz
dieses Tages mitten in der Woche. Ich habe im Fernsehen die
Demonstrationen, die Kundgebungen, den Optimismus verfolgt,
die heute nicht nur Caracas, sondern ganz Venezuela erstrahlen
ließen. Und angesichts dieses großartigen Ereignisses kann ich
nur noch einmal feststellen, was wir immer wieder gesagt
haben: Diese Revolution ist unbesiegbar, niemand kann die
Bolivarianische Revolution aufhalten. (...)
Bevor es dunkel
wird, möchte ich in meiner Botschaft einige Überlegungen
anstellen und mit euch über einige Ideen sprechen. Aber erst,
nachdem ich den Organisatoren dieser Veranstaltung zur
Erinnerung an den 12. Jahrestag des 4. Februar 1992 gratuliert
habe. (...) Ich möchte heute den Soldaten des Vaterlandes
Tribut zollen, die vor 12 Jahren, an solch einem Tag wie dem
heutigen , entschieden, einen Schritt vorwärts zu tun, um uns
wieder mit dem tausendmal verratenen Volk Simón Bolívars zu
vereinen. Gott schütze die Muchachos des 4. Februar. Und ganz
besonders möchte ich für die bitten, die ihr Leben gaben. Für
diejenigen, die an diesem denkwürdigen Tag gefallen sind. Für
diejenigen, die ihr Blut in diesem Tal von Caracas, im
legendären Valencia und in vielen anderen Orten der nationalen
Geographie vergossen haben.
Die
bolivarianische Militärrebellion des 4. Februar ist die
bedeutendste Rebellion und hat die größten Auswirkungen, die
man in der venezolanischen Geschichte kennt. Es waren die
jungen Militärs, die ihre Waffen erhoben haben gegen die
Diktatur des Internationalen Währungsfonds, gegen die Diktatur
der venezolanischen Oligarchie, unter der das Volk litt, gegen
die Diktatur des Paktes von Punto Fijo. (...)
4. Februar 1992
– Der Weg war lang bis zu diesem Tag voller erzählenswerter
Dinge. (...) Ich hatte vor wenigen Minuten die Ehre, Aleida
kennen zu lernen, eine der Töchter des großen revolutionären
Soldaten, der ebenfalls sein gesamtes Leben für die Idee der
Revolution und für die Sache der Völker einsetzte. Ich möchte,
dass das gesamte venezolanische Volk Beifall spendet der
Tochter Che Guevaras, des heldenhaften Guerrillero, und wir
heißen sie wärmstens Willkommen in der Heimat Bolívars, in der
das Beispiel ihres heldenhaften, legendären, revolutionären
Vaters immer verehrt worden ist.
Che Guevara
sagte: „Ich einer Revolution siegt man oder stirbt, wenn es
eine wirkliche Revolution ist.“ Und so stehen wir heute in der
Schuld derjenigen, die von uns gegangen sind, deren Blut
vergossen wurde. Wir hier, Landsleute, Compañeros und
Genossen, bestätigen und erklären dasselbe: In dieser
Revolution siegt man oder stirbt, denn dieses ist eine
wirkliche Revolution, die Bolivarianische Revolution dieser
Stunde und in diesem Lande.
Wir haben heute
diesen Gedanken verbunden mit der siegreichen Losung des
Märtyrers, des Helden,, des Siegers über die Tyrannen, José
Félix Ribas, als er sagte: „Wir können nicht wählen zwischen
Siegen oder Sterben, es ist notwendig, zu siegen! Es lebe die
Heimat, es lebe die Republik!“
Da wir nicht
sterben dürfen, ist es verboten zu scheitern und verboten zu
sterben. Wir leben, um für die Heimat und für die Zukunft
dieses Bodens und dieses Volkes zu siegen. Das ist der einzige
Weg, den wir vor uns haben, von Kampf zu Kampf, von Sieg zu
Sieg, von Anstrengung zu Anstrengung, von Furcht zu Furcht,
von Stärke zu Stärke, aber das ist unser Weg, der
immerwährende Weg des Kampfes und Sieges.
Ich werde in
diesem Jahr 50 Jahre alt, vor 12 Jahren war ich also ein
Muchacho von fast 38 Jahren, und an diesen halben Tag erinnere
ich mich, als wäre es heute gewesen. Es hatte in diesem Moment
keinen Sinn mehr, auf den bewaffneten Weg zu beharren. Das war
mir seit dem Morgengrauen klar geworden, denn die Operation
Ezequiel Zamora, die genau um Mitternacht vom 3. auf den 4.
Februar begonnen hatte, war, als die Sonne aufging, bereits
umfassend gescheitert. Die beteiligten Kräfte hatten keine
Verbindung, waren isoliert, und es gab unter diesen Umständen
keine Möglichkeit, eine Operation zu befehligen. Und auf der
anderen Seite war es uns nicht im ersten Anlauf gelungen,
strategische Ziele wie den Präsidentenpalast, die Massenmedien
und andere kritische Punkte vor allem im Machtzentrum Caracas
einzunehmen.
Außerdem waren
die Straßen menschenleer, weder wir noch unsere Verbündeten
konnten in diesem Augenblick Verbindung mit den Volksmassen
aufnehmen. (...) Das venezolanische Volk war nicht mobilisiert
worden, es war gespalten, zersplittert, ohne klare Führung und
außerdem beladen mit der tragischen Erinnerung an die blutige
Unterdrückung, die am 27. Februar 1989 die Straßen Venezuelas
mit Schmerzen anfüllte.
Als nun der
Morgen dämmerte und ich eine Einschätzung der Situation
vornahm, soweit mir dies mit den wenigen Informationen möglich
war, traf ich die Entscheidung, die Waffen in niederzulegen.
Wie ihr wisst, rief ich die mich begleitenden Offiziere und
Soldaten zusammen und sagte ihnen, dass sich eine weitere
Auflehnung nicht mehr lohne. Einige wehrten sich dagegen, die
Waffen niederzulegen, oder waren nicht einverstanden, aber
nach einer Diskussion und einer Debatte unter Compañeros, die
wir immer gewesen sind, setzte sich schließlich die
Entscheidung des Comandante durch und so übergaben wir unsere
Waffen. In kurzer Zeit musste ich dann einige Worte an meine
Compañeros sowie an das venezolanische Volk und die ganze Welt
improvisieren. Ich erinnere mich, dass diese Worte in keinster
Weise durchdacht waren. (...) Es sollte nur eine kurze
Botschaft an meine Compañeros sein, die in einigen Teilen von
Caracas, Maracay und vor allem in Valencia noch immer den
Aufstand fortsetzten, damit diese die Waffen niederlegten. Wir
hatten keine Möglichkeit, Verbindung zu ihnen aufzunehmen, und
ich sagte den Mitgliedern des Militärischen Oberkommandos, ich
sei sicher, daß sie auf einen Befehl von mir die Waffen
niederlegen würden, aber den könne ich von hier, wo ich
gefangen war, nicht geben. Deshalb riefen diese bei Radio und
Fernsehen an, es gab für sie keine Alternative. Und so konnte
ich einige Worte sprechen, ich glaube in weniger als einer
Minute, 50 Sekunden etwa. Nachdem ich nun, 12 Jahre später,
meine damaligen Worte gelesen und heute im Fernsehen gesehen
und analysiert habe, glaube ich, dass eines der wichtigsten
Dinge dabei ist, dass diese Worte aus meinem Innersten kamen.
Sie wurden mir von den Straßen Venezuelas diktiert, sie wurden
mir diktiert von der Seele des Volkes, von meiner Überzeugung,
dass eine Morgendämmerung angebrochen war, dass dies nur das
erste Signal einer sich ankündigenden neuen Zeit war. Es war
so, wie ich es sagte; es war an der Zeit, nachzudenken. Wir
hatten fürs erste die angekündigten Ziele nicht erreicht. Fürs
erste – por ahora –, diese Formulierung kam aus der Tiefe
meines Herzens, des Herzens eines bereits gefangenen Soldaten.
Später fügte ich hinzu, das Land müsse endgültig einen neuen
Kurs einschlagen, es würden neue Situationen kommen und das
Volk müsse den Weg zu einem besseren Ziel beschreiten. Und so
ging ich mit meinen Compañeros ins Gefängnis und übernahm die
Verantwortung für die Ereignisse, für die militärische Aktion.
Wir versteckten uns nicht hinter diesem oder jenem Sektor,
dieser oder jener ökonomischen Gruppierung, ob national oder
international. Wir befolgten keine Befehle von irgendeiner
fremden Kraft. Wir folgten keinen Befehlen irgendeiner
etablierten Macht Venezuelas. Wir folgten dem Befehl Simón
Bolívars, der heute gültiger ist als je zuvor. Die Militärs
müssen das Schwert erheben für die Verteidigung der sozialen
Garantie, das heißt für die Verteidigung des Volkes, der
Gerechtigkeit, der Gleichheit, der Freiheit.
Die
venezolanische Armee darf nie wieder missbraucht werden, wie
es die Oligarchie, die mächtigen Eliten getan haben, die seit
ewigen Zeiten gemeinsam mit ihren internationalen Verbündeten
Venezuela gegen das Volk beherrschten. Denn so war es hier.
Das Heer, das einst Südamerika befreit hatte, wurde in den
Jahrzehnten vor 1992 benutzt, als wäre es eine
Besatzungstruppe auf dem eigenen Territorium. Es unterdrückte
das eigene Volk. Das war der größte Ausdruck dieser
Verwüstung. Und so bleibt für immer in der Erinnerung der
Venezolaner das Massaker vom 27. Februar 1989 verewigt. Bei
vielen Gelegenheiten habe ich gesagt, dass der 4. Februar
viele Ursachen hatte, unmittelbare und indirekte, aber einer
der unmittelbaren Gründe, der zu einer wirklichen
Beschleunigung der bolivarianischen Militäraktion wurde, war
dieser Tag, war das Massaker, zu dem der Pakt von Punto Fijo
die venezolanische Armee und die Polizeikräfte missbrauchte,
das Massaker, das hunderte und tausende Venezolaner
auslöschte. Der 27. Februar 1989 war der Antrieb der
revolutionären und bolivarianischen Aktion des 4. Februar
1992.
Nun gut,
Landsleute, seitdem sind 12 Jahre vergangen. Hier beweisen wir
heute, was wir damals sagten und ankündigten, nämlich, dass
dies nur der Beginn eines langen Weges war. Hier stehen wir
heute, unabhängig von unserem persönlichen Weg nach dem
Gefängnis oder wo auch immer wir die aktive Rolle unserer
Generation bei der Sammlung der Kräfte gegen den Pakt von
Punto Fijo und für die Verwirklichung des neuen Vaterlandes
ausfüllten. In diesen 12 Jahren – wie viel ist geschehen!
Einige weigern sich, die Bedeutung des 4. Februar anzuerkennen
und entwerfen die absurdesten Thesen, um die Bedeutung des 4.
Februar kleinzureden. Das sind die Betrüger, die uns versuchen
weiszumachen, dass es am 18. Oktober 1945 eine Revolution
gegeben habe. Was soll das am 18. Oktober 1945 für eine
Revolution gewesen sein, als eine politische und militärische
Elite jenen guten Mann, guten General und guten Präsidenten
Isaías Medina Angarita stürzte? Aber über viele Jahre
verfochten die Intellektuellen der Oligarchie, die politischen
Führer der Oligarchie und der Parteien der Vierten Republik
diese These und schrieben unzählige Bücher und erinnerten bei
jeder Gelegenheit an den 18. Oktober als „Tag der
Oktoberrevolution“. Sie versuchten also sogar, diesen Tag der
Schande in der venezolanischen Geschichte, diesen elitären
Staatsstreich, mit der Oktoberrevolution der Sowjets in
Verbindung zu bringen! Sie missbrauchten und manipulierten die
wirkliche Geschichte.
Aber es ist
ihnen nicht gelungen. Heute erinnert niemand mehr an den 18.
Oktober als an ein zu feierndes Datum. Sie trauen sich nicht
einmal mehr, vom 18. Oktober zu sprechen. Der 23. Januar
(1958, Aufstand gegen den Diktator Pérez Jiménez) war beerdigt
worden. Erst als das venezolanische Volk entschied, das
wirkliche Bild, den wirklichen Geist des 23. Januar
wiederzubeleben, wie wir es in den letzten Jahren getan haben,
lebte der Geist der Volkseinheit, der Geist der patriotischen
Militärs wieder auf.
Aber dieselbe
Klasse der Oligarchie, dieselben Intellektuellen der
Oligarchie haben sich seit 12 Jahren mit diesem 4. Februar
beschäftigt und dazu all ihre Medien eingesetzt. Sie haben uns
12 Jahre lang bombardiert und so ist der 4. Februar heute
gegenwärtiger wie nie zuvor ein geschichtliches Datum
Venezuelas. Er ist ein historisches Datum, er ist ein Datum
für die Geschichtsschreibung, aber er ist auch das Licht am
Ende des Tunnels, das weiter leuchtet und die Dunkelheit
zerschneidet. Der 4. Februar ist kein Datum der Vergangenheit,
er ist ein Datum der Gegenwart. Und nicht nur das, er ist noch
immer ein Datum der Zukunft, denn die Zukunft gilt es
aufzubauen. Der 4. Februar ist ein Datum, das viele andere
Tage der Geschichte aufnimmt, denn es steht nicht alleine, wie
auch die Bürger und Soldaten, die sich uns anschlossen, nicht
alleine gestanden haben. Der 4. Februar umfasst 200 Jahre.
Dieser 4. Februar umfasst den 17. Dezember 1830 (Todestag
Bolívars) und den 4. Juni 1830, als der Marschall Sucre in
Berruecos fiel. Viele Märtyrer, viele Träume, viele
Leidenschaften, viel Liebe, viele Schmerzen, aber vor allem
die unendliche Liebe eines Volkes, das zum Sturz des
Spanischen Imperiums in Südamerika wurde – sie sind präsent im
4. Februar, sie machen die Kraft des 4. Februar aus. Der 4.
Februar nimmt die Liebe dieses verratenen Volkes auf, die
Hoffnung von Millionen. Der 4. Februar trägt die Kugel von San
Carlos, die dem Traum Zamoras ein Ende setzte. Der 4. Februar
bedeutet noch viel mehr und reicht noch viel weiter. Er ist
der Schrei von Guaicaipuro, als er nicht weit von diesen
Bergen entfernt im Angesicht seines Todes den spanischen
Imperialisten zurief: „Kommt her, Spanier, damit ihr seht, wie
der letzte freie Mensch dieses Landes stirbt!“ Dieser Schrei
von Guaicaipuro erschallte wieder am 4. Februar 1992. Der 4.
Februar erweckte auch den Ruf Zamoras: „Boden und freie
Menschen, Volkswahlen und Schrecken der Oligarchie!“ (...) Der
4. Februar war die Klage Bolívars: „Gott, ich habe das Meer
gepflügt“ und er war das Wort Bolívars als er fragte: „Wie
soll ich aus diesem Labyrinth entkommen?“ All dies wurde
wiederbelebt in jenen Stunden am 4. Februar 1992, deshalb ist
dies ein Datum der Geschichte, der wirkliche Tag der
nationalen Würde – für immer!
Sollen sie
sagen, was sie wollen, die Witwen und Witwer der
Vergangenheit. Ich glaube, sie haben sich heute schwarz
gekleidet und tragen Kerzen und Blumenkronen. Ich denke, sie
tun recht daran, denn sie haben guten Grund, viele Tränen zu
vergießen. Denn in der Tat ist der 4. Februar ein Tag des
Todes und ein Tag der Geburt. Wir feiern die Geburt und sie
feiern den Tod. Sollen sie ihrem Tod gedenken, die Witwen des
Puntofijismus. Weint ruhig, denn was war, kehrt nie wieder.
Nie wieder! Es ist gut, dass sie weinen, wenn sie noch weinen
können, denn das bedeutet, dass ihnen noch ein wenig Herz
geblieben ist. Weint, weint, tragt schwarz und entzündet eure
Kerzen. (...)
Der 4. Februar
hatte auch einige unerwünschte Kinder, wie es manchmal
vorkommt. Die Regierung Caldera war zum Beispiel ein solches
illegitimes, nicht erwünschtes Kind des 4. Februar 1992, denn
dieser Herr war politisch tot. (...) Aber als alter Haudegen
interpretierte er richtig die Ereignisse oder er hatte gute
Informanten oder beides, und so war er der einzige unter den
Politikern der Vierten Republik, der aus dem Chor der Adecos
und COPEIanos ausscherte, die sich so sehr für die Demokratie
ins Zeug warfen, bis hin dazu, die Todesstrafe für die
„Putschisten“ zu fordern. „Putschisten“ nannten sie uns, aber
ihr wisst und das ganze Land weiß, die Putschisten hier sind
andere, wir sind einfache revolutionäre Soldaten,
bolivarianische Soldaten, und das ist etwas sehr anderes als
ein Putschist.
Bis wohin
reicht die historische, soziale und politische Kraft des 4.
Februar 1992, der an jenem Tag, nach Ablauf dieser 24 Stunden,
bereits einen politischen Leichnam wiederbelebt hatte und
Rafael Caldera Präsident von Venezuela wurde. (...)
In dem Maße,
wie die Zeit vergeht, werdet ihr sehen, wie die Bedeutung des
4. Februar deutlicher wird und sich verstärkt, denn wie es
Otaiza Castillo vor einigen Tagen sagte: Ohne den 4. Februar
hätte es die Bewegung Fünfte Republik nicht gegeben, ohne den
4. Februar hätte es den Patriotischen Pol nicht gegeben. Der
4. Februar ermöglichte eine Einheit, die uns heute mehr
zusammenschweißt als irgendwann sonst in den letzten 100
Jahren. Und der 4. Februar setzte den Prozess des
Zusammenbruchs der alten Parteien in Gang, was geblieben ist,
sind Reste. (...)
Ohne den 4.
Februar hätte sich auch niemals der 6. Dezember 1998 ereignet
(Wahl von Chávez zum Präsidenten), dieser denkwürdige Tag.
Ohne den 4. Februar hätte es niemals die Volksabstimmung und
die Verfassungsgebende Versammlung gegeben. Ohne den 4.
Februar gäbe es keine Bolivarianische Verfassung, ohne den 4.
Februar wäre die Fünfte Republik nicht geboren worden, ohne
den 4. Februar gäbe es die Bolivarianische Republik Venezuela
nicht, ohne den 4. Februar wäret ihr nicht Gouverneure und
Antonia nicht Gouverneurin, ohne den 4. Februar wäre ein
General des Volkes wie Jorge García Carneiro nicht
Verteidigungsminister, ohne den 4. Februar wäre ein weiterer
General des Volkes, Raúl Isaías Baduel, nicht Oberbefehlshaber
des Heeres. (...) Ohne den 4. Februar gäbe es nicht Barrio
Adentro, ohne den 4. Februar gäbe es nicht die Missionen
Robinson, Ribas oder Sucre. (...)
Dieses Jahr ist
ein Jahr des Kampfes, des Fortschritts. Dieses Jahr hat
bereits begonnen, ein wunderbares Jahr zu sein. Der gerade
beendete Monat Januar war ein Monat des Fortschritts, der
guten Aussichten, sehr froh, mit vielen Erfolgen und einer
politischen, sozialen und ökonomischen Stärkung. Und der
Februar hat begonnen, wie es sein soll, denn der Februar ist
für uns nun schon seit einiger Zeit ein besonderer Monat. Am
1. Februar feiern wir in Cúa und den Tälern von Tuy den
Geburtstag von Zamora auf der Straße, wie es sich gehört.
(...) Dann am 2.2. gedachten wir der fünf Jahre revolutionärer
Regierung vom Balkon des Volkes aus, im allen gehörenden
Palast, im Haus des Volkes, in Miraflores. Und gestern waren
wir in Cumaná und erinnerten an einen weiteren Geburtstag
dieses großen revolutionären und bolivarianischen Soldaten
Antonio José de Sucre, des Großmarschalls von Ayacucho. Und
heute, am 4. Februar, haben Venezuela und die Welt erneut
diese rote Flut erlebt, die bolivarianische Flut, das Volk
Bolívars, das alle Räume überschwemmt. Ihr wisst sehr gut,
dass wir hier nicht nur der Vergangenheit gedenken, wir
gedenken der Gegenwart, die wir täglich erleben, und dieses
Volk, das sich heute erneut mit all seiner Kraft und seiner
Freude erhoben hat, zeigt seine bunten Fahnen, seine blauen
Fahnen, seine roten Fahnen, die Trikoloren.
Diese Kraft,
die Kraft der Zukunft, feiert hier voller Freude den 4.
Februar. Aber diejenigen, die daran denken könnten, eine
Entscheidung des Nationalen Wahlrates, die ihnen nicht
schmeckt, nicht anzuerkennen, die wieder zum Ungehorsam oder
zur Rebellion aufrufen wollen, wenn der CNE ihre Hoffnung auf
ein Referendum gegen mich nicht erfüllt, sie sollten eines
wissen: Wenn sie irgend etwas in dieser Richtung unternehmen
sollten, sind wir bereit, sie erneut niederzuschlagen. Wir
werden ihnen die Antwort geben, die sie verdienen, um den
Respekt vor der Bolivarianischen Verfassung und den
venezolanischen Institutionen zu garantieren.
In wenigen
Tagen wird der CNE seine Entscheidung bekannt geben, warten
wir es ab. Wir sind nicht ungeduldig, ungeduldig sind andere,
die jetzt bis nach Washington fahren, um dort Hilfe und
Unterstützung zu erbitten. Wir machen unsere Arbeit, wir
warten die Entscheidung der Behörde ab und werden tun, was zu
tun ist, und respektieren, was die Behörde sagt. Wenn die
Behörde sagt, dass es ein Referendum gegen den Präsidenten
gibt, in Ordnung, bereitet euch vor, denn wir werden sie
schlagen. Aber wenn die Behörde sagt, dass es kein Referendum
geben wird, dann wird es ganz einfach kein Referendum geben.
Und ich denke, das ist das Wahrscheinlichere, aber warten wir
ab, was die Behörde entscheiden wird. Und die Opposition
versucht sich jetzt vor der ganzen Welt als das arme Opfer
darzustellen, als die armen Hilflosen, die eifrig ihre
Unterschriften gesammelt und nie irgendeinen Betrug begangen
haben. Die Welt soll glauben, dass wir hier die Betrüger sind.
Nun gut, wir werden der Welt demonstrieren, wer einen Betrug
versucht, ob die Bolivarianischen Kräfte oder jene, die heute
in Trauer um die Vierte Republik herumlaufen. Wir werden der
Welt jede einzelne der gefälschten Unterschriften zeigen, der
Gespensterunterschriften. Wir werden die Unterschriften
derjenigen zeigen, die zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben
waren und deren Name missbraucht wurde, um den Betrug
durchzuführen. Wir werden die Dokumente mit den Unterschriften
all jener zeigen, die nicht in den Wählerverzeichnissen
registriert sind. Wir zeigen die tausenden Unterschriften von
Minderjährigen, wir werden den gesamten Betrug aufdecken. Wir
werden der Opposition die Maske herunterreißen. Es bleiben
ihnen noch wenige Tage.
Warten wir also
ab, was die Behörde sagt, und wir garantieren der Welt, dass
wir erfüllen werden, was der souveräne Nationale Wahlrat
entscheidet, da haben wir keine Bedenken.
Anhängig ist
auch noch das Referendum gegen Abgeordnete der Opposition, und
das hat eine große Bedeutung, um die notwendige Kraft in der
Nationalversammlung zurück zu gewinnen, um dort die Sabotage
der Opposition zu zerschlagen, die Gesetze verhindert hat, die
das venezolanische Volk für seine Entwicklung braucht, für
sein Wohlergehen, für die Gerechtigkeit, für die Gleichheit.
Und dann kommen die Wahlen am 1. August, alle gemeinsam, und
es sind noch einige Entscheidungen über einige
Gouverneursposten, einige oder viele Rathäuser zu fällen.
(...) Alle gemeinsam in der Richtung des Sieges!
Nun gut, ich
habe versprochen, meine Rede nicht zu sehr auszudehnen, denn
es ist spät und es regnet und ihr müsst noch nach Hause
kommen, sowohl ihr aus Caracas und Umgebung wie auch ihr, die
ihr von weiter her kommt, und ich werde mein Versprechen
halten. (...)
Hier sind wir
mit unserer Liebe, unserer Hoffnung, unserem Glauben, unserem
wachsenden bolivarianischen Geist, mit unserer immer stärkeren
revolutionären Kraft, mit unserer entschiedensten
Entschlossenheit, den Kampf fortzusetzen, um die Siege zu
erringen, die es zu erringen gilt. Hier sind wir, die Männer
und Frauen, die wir nicht nur mit unseren Händen, sondern mit
unseren Herzen das Banner Venezuelas erheben. Hier sind wir,
die wir der Heimat die Seele und das Beispiel Bolívars
zurückgeben. Hier sind wir, die Bolivarianer, die
Revolutionäre, voller Liebe, in Erinnerung an jenen Tag, als
die Dunkelheit wie durch einen Lichtstrahl geteilt wurde,
(...) jenen Tag, der die Geschichte Venezuelas in zwei Teile
schnitt, jenen Tag, an dem die Bolivarianische Revolution des
ausgehenden 20. Jahrhunderts geboren wurde. (...)
Landsleute, es
lebe der 4. Februar! Es lebe Venezuela! Es lebe die
Bolivarianische Revolution! Gehen wir gemeinsam in den Kampf,
in die Mühsal und in den Sieg!