|
Die Studie, die ich dem Leser unterbreite, ist
durch die Umarbeitung eines Aufsatzes entstanden, der in dem
ausländischen Sammelbuch
Kommunist abgedruckt worden war. Das Manuskript des Buchs
wurde vor etwa zwei Jahren aus dem Ausland nach Rußland geschickt,
geriet dort erst einmal in die Hände der Militärzensur und
gelangte irrtümlich in einen anderen Verlag. Nach der
Februarrevolution wurde es "aufgefunden". In den Julitagen sollte
es das Licht der Welt erblicken, aber die Spitzel und Junker, die
unsere Parteidruckerei zertrümmerten, hatten auch auf mein
Manuskript ein Auge geworfen. Es gelang erst nach längerer Zeit,
es ganz verunstaltet zurückzuerhalten, aber dabei ging ein langes
und äußerst wertvolles Vorwort des Genossen Lenin, dem ich an
dieser Stelle meinen tiefen Dank ausspreche, verloren.
[1]
Da
die Arbeit vor mehr als zwei Jahren geschrieben wurde, ist das
Zahlenmaterial (besonders in dem Kapitel über den Einfluß des
Krieges) natürlich sehr veraltet.
Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, das Manuskript noch einmal
durchzuarbeiten, und es mit neuen Zahlen zu versehen. Ich habe nur
die fehlenden Seiten und das letzte Kapitel neugeschrieben; dieses
hätte früher aus Zensurgründen nicht erscheinen können.
Das Manuskript wurde im Augenblick der größten Erniedrigung des
Sozialismus geschrieben, als das Kapital und die "sozialistischen"
Verräter ihn ans Kreuz geschlagen hatten. Bald nach seiner
Absendung erhielt der Verfasser im Gefängnis des schwedischen
Königs die nötige Muße, um über die Perspektive der revolutionären
Entwicklung nachzudenken. Das vorliegende Vorwort wird im
Augenblick des größten Sieges der Bewegung in Rußland geschrieben.
Es
ist der brennendste Wunsch des Verfassers, daß sich diese Arbeit
möglichst bald aus einem Werkzeug des Kampfes gegen den
Imperialismus in ein geschichtliches Dokument verwandeln und vom
Staube der Archive bedeckt werden möge.
25. November 1917
N. Bucharin
Anmerkung:
1.
Lenins Vorwort für diese Broschüre Bucharins wurde im Dezember
1915 in der Schweiz geschrieben und sofort nach Russland
abgeschickt. Aber erst nach der Februarrevolution konnte die
Drucklegung begonnen werden. In den Julitagen 1917, bei der
Demolierung der Druckerei Prawda,
ging das Manuskript der Broschüre verloren. Lenin hatte sich
jedoch eine Abschrift gemacht und bei der Absendung des
Manuskripts nach Russland für sich behalten. Zu finden ist es
hier. |