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Presseerklärung
zur Demonstration zum 5.
Jahrestag des Beginns der 2. Intifada,
Wien-Stephansplatz,
24.9.2005, 16.00 Uhr
Der 24. September 2005 ist der fünfte Jahrestag des
Beginnes der 2. Intifada in Palästina und damit des
Kampfes gegen die immer unmenschlichere Formen
annehmende Unterdrückung des palästinensischen
Volkes durch den israelischen Staat.
Israels Abzug aus dem Gazastreifen (und aus 4
exponierten kleinen und für Israel unwichtigen
Siedlungen in der Westbank) hat bei Vielen die
falsche Hoffnung aufkommen lassen, dass der Frieden
in erreichbare Nähe gerückt sei. Allerdings ist
diese Hoffnung, im Lichte der Fakten betrachtet, in
keiner Weise gerechtfertigt und dient in Wahrheit
nur der Verschleierung der nach wie vor im vollen
Umfang anhaltenden israelischen Unterdrückungs- und
Vertreibungspolitik vor allem in der Westbank. Auch
nach dem Abzug von 8000 israelischen SiedlerInnen
aus dem Gazastreifen bleiben 1,2 Millionen
PalästinenserInnen auf engstem Raum rundum von der
Israelischen Armee eingeschlossen und jedes
Verlassen dieses Raumes wird von Israel
kontrolliert, da alle Außengrenzen, einschließlich
des Luftraumes und der Küste, unter der Kontrolle
von Israel bleiben. Nach wie vor wird es somit
keinen freien Grenzverkehr nach und aus Gaza geben,
ebenso wie es keinen unter der Hoheit der
PalästinenserInnen stehenden Seehafen und keinen
Flughafen geben wird. Israel allein wird also nach
wie vor alle Ein- und Ausfuhren einschließlich der
Versorgung mit Lebensmittel, Wasser und Energie
kontrollieren. Gaza wird zum großen Gefängnis für
1,2 Millionen Menschen werden, aus dem sich Israel
im Bedarfsfall nach eigenem Gutdünken billige
Arbeitskräfte holen und wieder zurückschicken kann.
Der Vergleich mit den ehemaligen Bantustans in
Südafrika drängt sich auf!
Sieht so der Beginn eines Friedensprozesses aus?
In Wahrheit soll der Abzug von 8000 SiedlerInnen aus
dem Gazastreifen nur davon ablenken, dass der
israelische Siedlungsbau und die damit einhergehende
Enteignung und Vertreibung der palästinensischen
Bevölkerung aus ihren Häusern und von ihrem Land in
der Westbank forciert betrieben wird, ganze Dörfer
wurden und werden zerstört und ihre Bewohner
verjagt. Während eine israelische Siedlung nach der
anderen massiv ausgebaut wird verlieren mehr und
mehr palästinensische Familien ihre
Existenzgrundlage und werden zu
AlmosenempfängerInnen gemacht. Dazu kommt der nach
wie vor voranschreitende Mauerbau, der weite Teile
palästinensischen Gebietes annektiert und Menschen
voneinander trennt. Was Israel schafft sind
palästinensische „Bantustans“, die allein nie
lebensfähig sein können. Durch die von Israel
überall widerrechtlich eingerichteten schikanösen
Checkpoints ist darüber hinaus das wirtschaftliche
und kulturelle Leben in Palästina zum Erliegen
gekommen.
Eine Delegation antiimperialistischer Kräfte konnte
sich erst kürzlich selbst vor Ort ein Bild davon
machen, dass der Abzug aus dem Gazastreifen nichts
am israelischen Projekt ändert, das gemäß der
zionistischen Staatsideologie grundsätzlich eine
Kolonisierung der palästinensischen Gebiete
anstrebt. Der Aufstand der palästinensischen
Bevölkerung, die Intifada, liegt in der israelischen
Besatzung begründet und wird nur durch eine
Aufhebung dieser Besatzung seine Ursache verlieren.
Darüber hinaus konnte sich die Delegation davon
überzeugen, dass die Enttäuschung und Verbitterung
der palästinensischen Bevölkerung über die
Handlungsunwilligkeit des Auslandes und nicht
zuletzt der Handlungsunfähigkeit der eigenen
Regierung wächst. Immer wieder wird der Vergleich
mit Südafrika herangezogen, wo die
Apartheidsregierung bis zu ihrem Fall unter scharfen
Sanktionen der UNO stand, während die noch
schlimmere Unterdrückung der PalästinenserInnen
durch Israel keine adäquaten Reaktionen hervorruft.
Israel setzt sich seit Jahrzehnten über das
Völkerrecht und entsprechende UNO-Beschlüsse hinweg
und die Weltöffentlichkeit sieht zu und schweigt!
Wir fordern das Ende der Vertreibungs- und
Unterdrückungspolitik Israels und das
Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes
einschließlich des Rückkehrrechtes aller
vertriebenen PalästinenserInnen!
Wir fordern die Regierungen auf, allen voran die
österreichische Bundesregierung und die Organe der
EU, einen entsprechend wirksamen Druck auf Israel
auszuüben, der zur Beachtung des Völkerrechts und
damit zur Beendigung der Vertreibungs- und
Unterdrückungspolitik Israels führt!
Schließlich fordern wir den Abzug und die künftige
Nichteinmischung aller fremden Mächte, allen voran
der USA, in Palästina, im Irak sowie im ganzen
arabischen Raum!
Unterstützende Organisationen:
Aktion Frieden für Palästina, Anatolische Föderation
in Österreich (AFA), Antiimperialistische
Koordination, Arabische Gemeinde Salzburg,
Arabischer Palästina-Club (APC), Iraker gegen die
Besatzung, Kommunistische Initiative (KI),
Kommunistische Jugend Österreich (KJÖ),
Österreichisch-arabisches Kulturzentrum (OKAZ),
Ottakringer Kommunisten (OK), Palästinensische
Ärzte- und Apothekervereinigung Österreich (PAAV),
Palästinensische Gemeinde Graz, Palästinensische
Gemeinde in Österreich, Sozialistische
Jugend/Stamokap-Strömung, Verein arabischer Frauen.
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