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Das "Jalava-Lied" ist ein österreichischer Kulturbeitrag zur
russischen Oktoberrevolution und beschreibt - wenngleich
historisch nicht gerade einwandfrei - die Rückkehr Lenins
aus Finnland nach Petrograd im Herbst 1917:
Nachdem Lenin erst im April 1917 aus dem Schweizer Exil nach
Russland zurückgekehrt war, zwang ihn die bürgerliche Regierung
durch Androhung der Inhaftierung drei Monate später erneut ins
Ausland. Von Finnland aus gab der Führer der russischen
Revolution dem VI. Parteitag der Bolschewiki Anweisungen zur
Vorbereitung des bewaffneten Aufstands. Erst zwei Wochen vor
Ausbruch der Oktoberrevolution kam Lenin als Heizer verkleidet
auf der Dampflokomotive Nr. 2-9-3 mit dem Lokführer Jalava
über Wyborg und Beloostrow nach Petrograd zurück. Lenins Pass
lautete auf den Namen K. P. Iwanow - so wie auf dem Bild unten
hat er demnach ausgesehen:

(In Wirklichkeit war Lenin jedoch nur als Heizer verkleidet nach
Finnland geflüchtet, vor der Oktoberrevolution kam er -
ebenfalls mit der Bahn - ironischerweise als Priester getarnt
zurück nach Russland. Die Tarnung als Arbeiter Iwanow benutzte
Lenin sodann unmittelbar vor der Oktoberrevolution bereits in
Petrograd - so zumindest die offiziellen sowjetischen Quellen.)
Die "Schmetterlinge"
haben 1977 in ihrer 3 LPs umfassenden "Proletenpassion" den Text
von Heinz R. Unger vertont, Sänger der Nummer "Jalava" war im Original
Willi Resetarits, später v.a. bekannt geworden unter seinem
Künstlernamen bzw. Alter Ego "Ostbahn-Kurti". Neben
dieser Originalversion der "Schmetterlinge" findet sich oben
auch eine Version von Chris "4er" Peterka, die er für
seine CD "Weil der Mensch ein Mensch ist... - Rote
Lieder" 1999 aufgenommen hat (unser Genosse Emanuel Redl
singt übrigens im Background-Chor mit). - Es folgen Text und Noten:
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Jalava |
Jalava weiß, worum es geht |
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(Text: Heinz R. Unger) |
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Von Sonn‘ und Kessel schwarzgebrannt |
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und auch vom scharfen Wind, |
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steht Jalava im Führerstand |
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wo Dampf und Flammen sind. |
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Sein neuer Heizer ist dabei, |
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der ihm das Feuer nährt, |
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auf der Lokomotive zwei-neun-drei, |
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die heut‘ nach Rußland fährt. |
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Ein kleiner Mann von schmalem Bau, |
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der werkt dort auf der Brücke, |
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Ruß im Gesicht, das Haar ist grau – |
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es ist eine Perücke. |
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Jalava,
Jalava, du Finne, |
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was lachst du so gegen den Wind? |
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Ich lache, weil meine Sinne |
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alle beisammen sind, |
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und weil wir weiterkamen, |
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und weil die Welt sich dreht, |
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und weil mein Heizer von Flammen |
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und langsam dampft vorbei |
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am letzten Posten, der dort steht |
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Lokomotive zwei-neun-drei. |
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Jalava,
Jalava, du Finne, |
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was lachst du so gegen den Wind? |
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Ich lache, weil meine Sinne |
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alle beisammen sind, |
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und weil wir weiterkamen, |
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und weil die Welt sich dreht, |
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und weil mein Heizer von Flammen |
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und Dampfkesseln was versteht. |
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Da saust die Grenzstation vorbei, |
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die Birken stehen nackt, |
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die Lokomotive zwei-neun-drei |
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schnauft in erhöhtem Takt. |
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Und Jalava lacht in den Wind, |
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in den Oktoberregen. |
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Heizer, wenn wir drüben sind, |
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dann wird sich was bewegen. |
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Jetzt schneidet der Oktoberwind |
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die letzten Äpfel an, |
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und Dampfkesseln was versteht. |
die an den kahlen Bäumen sind |
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an der finnischen Eisenbahn. |
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Sie dampfen ein in Beloostrow, |
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wo Schocks von Offizieren |
Jalava, Jalava, du Finne, |
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die Züge auf dem Grenzbahnhof |
was lachst du so gegen den Wind? |
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penibel kontrollieren. |
Ich lache, weil meine Sinne |
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alle beisammen sind, |
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Sie prüfen jegliches Gesicht |
und weil uns die Fahrt in den Bahnhof |
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bei ihrer Inspizierung, |
hinter der Grenze führt, |
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doch sehen sie am Kessel nicht |
und Wladimir Iljitsch Uljanow, |
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den Staatsfeind der Regierung. |
mein Heizer, die Flammen schürt. |
Jalava
(Musik: G. Herrnstadt/W.
Resetarits)

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