|
Gerhard Dusek:
Friede den Hütten, Krieg
den Palästen!
Rede auf der Mai-Kundgebung
2005 in Wien
|
Der 1. Mai in Wien ist traditionell der Kampftag
des Proletariats, an dem uns die Straße gehört!
Das Jahr hat aber bekanntlich 364 Tage mehr, die
es gilt, zu unseren Kampftagen zu machen und
außerdem führen bekanntlich Straßen zu Eingängen
von Gebäuden verschiedenster Funktionen. All
diese Gebäude, zwischen Hütten und Palästen,
gilt es im Kampf für unsre Klasse in Besitz zu
nehmen!
Jeder Tag, an dem wir uns in Schule und
Universität gegen Bildungsabbau und
Bildungsprivatisierung zur Wehr setzen, ist ein
Kampftag!
Jeder Tag, an dem wir uns in den Wohnungen
unserer Familien gegen die tradierten
Rollenverteilungen zur Wehr setzen, wird zu
einem Kampftag!
Jeder Tag, an dem wir uns in den Betrieben gegen
die Ausbeutung durch die Unternehmer zur Wehr
setzen und Widerstand leisten, wird zu einem
Kampftag mehr!
Jeder Tag, an dem sich Ottakringer GenossInnen
in ihrem Bezirk gegen die Zerschlagung
kommunistischer Strukturen durch einen -
bestenfalls - bürokratischen
Schreibtischsozialdemokratismus zur Wehr setzen,
ist ein Tag mehr im Kampf!
Jeder Tag, an dem wir gegen die EU im
allgemeinen, ihre Militarisierung im besonderen,
und alle anderen tödlichen imperialistischen
Experimente weltweit auftreten, wird zu einem
Kampftag mehr!
Jeder Tag, an dem wir dem maskierten Gegner, in
den Medien daherkommend als Globaler
Neoliberalismus, die Maske von der Fratze reißen
und ihn als das bezeichnen, was er ist, nämlich
schlicht Imperialismus als höchstes Stadium des
KAPITALISMUS, ist ein Kampftag mehr!
Jeder Tag, an dem wir auch nur einer KollegIn
oder NachbarIn erklären und lehren, dass der
Klassenkrieg leider zu wenig von unten nach oben
stattfindet, sondern umgekehrt von oben
unterdrückend in die Welt getragen wird und Sie
daher den Klassenkampf aufnehmen sollen und
müssen, um für uns alle den Sieg zu ermöglichen,
weil dieser nur kollektiv erreichbar ist, bringt
einen Kampftag mehr.
Jeder Tag, an dem wir uns gegen im Parlament
beheimatete Bundesratsfaschisten die
ungeschoren, ohne von den anderen
Parlamentfraktionen mit dem nassen Fetzen
rausgeprügelt zu werden, Geschichtsfälschungen
nahe am Nationalsozialismus absondern dürfen,
zur Wehr setzen, ist wieder ein Kampftag mehr.
Unser Gebot zum 1.Mai soll daher lauten: 364
Tage mehr im Jahr zu kämpfen, bis dieser
Klassen-Krieg, den wir nicht begonnen haben,
aber siegreich beenden werden, aus den Hütten
raus in die Paläste hinein getragen ist!
KommunistInnen dürfen und werden erst aufhören
über die Möglichkeiten des Widerstandes und den
Kampf gegen den Kapitalismus nachzudenken, wenn
dieser aufgehoben ist.
Daher, Ihr, die ihr im Palast hinter uns sitzt,
versichern wir, auf der Straße stehend, euch
unser Wiederkommen nach 365 weiteren Kampftagen
am nächsten 1.Mai. Eines Tages werden wir nicht
mehr wiederkommen ... weil wir nicht mehr gehen
werden, weil wir bleiben und die Paläste
übernehmen!
Dann gehören Rathaus und Parlament uns, und es
muss Platz gemacht werden für das Neue: Nämlich
dass menschliche Antlitz des Kommunismus.
Es beginnt oft mit kleinen Kämpfen,
beispielsweise für die und mit der KPÖ16 im
Arbeiterklub Ottakring. Ihr GenossInnen habt
ebenfalls vielfältige Kampffelder, die im
kleinen beginnen, aber bei allen Differenzen in
der Herangehensweise bei Taktik und Strategie
sind uns zwei Ziele schon gemein: erstens der
Palast hinter uns und zweitens der Sozialismus!
Hoch der 1.Mai !
Friede den Hütten, Krieg den Palästen!
|
|
|
|
|
|