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Otto Bruckner:

Ihr werdet im Herzen neuer Generationen weiterleben

Rede auf der Mai-Kundgebung 2005 in Wien

 

Unser 1. Mai ist der Tag der Solidarität, der Tag, an dem wir all jenen die Hand reichen, die sich ein besseres Leben verdient haben.

Wir grüssen an diesem 1.Mai all jene, die keine Arbeit haben und dafür auch noch von der AMS-Bürokratie schikaniert und von Hetzblättern verhöhnt werden.

Wir grüssen die Jugendlichen, denen ihre Jugend verdorben wird, weil sie keinen Job und keine Lehrstelle haben.

Wir grüssen die Frauen, denen der Platz am Herd zugewiesen und der Platz in der Gesellschaft verwehrt wird.

Wir grüssen die ArbeiterInnen, die mit Hungerlöhnen für harte Arbeit abgespeist werden.
Wir grüssen alle, die - ständig als "kleiner Mann" verhöhnt - zusammen eine große Kraft sein können.

Wir grüßen die arbeitenden Menschen!
Wir rufen Euch auf: Nehmt euch, was euch zusteht!

Ob schwarz, blau, orange, grün oder rosa: Ihre Hauptsorge gilt dem Kapital. Sie sorgen sich um die Stiftungsmilliardäre, um das Wohlergehen der "Wirtschaft" womit sie immer die Banken, die Industrie- Medien- und Handelsmagnaten meinen. Diese häufen Reichtum an, Reichtum, der dem "kleinen Mann" gestohlen wird.

So sehr wir es begrüßen, dass viele karitative Initiativen sich um arme Menschen kümmern, so sehr sagen wir: Das ist nicht genug. Es geht nicht um die Klostersuppe, obwohl die einem leeren Magen für ein paar Stunden hilft. Es geht um den ganzen Kuchen. Es geht darum, dass die Millionen, die die Werte schaffen, auch über den Reichtum verfügen.

Der Kapitalismus ist eine Räubergesellschaft. Er ist barbarisch und zynisch. Der große Traum von einer Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg ist aktueller denn je. Der große Traum vom Sozialismus und von der klassenlosen Gesellschaft, dem Kommunismus.

Der 1. Mai ist unser Tag der internationalen Solidarität!

Wir grüßen alle Bewegungen in den anderen Ländern der EU, die sich gegen die neue EU-Verfassung und damit gegen Aufrüstung und die Diktatur der Monopole und des Finanzkapitals stellen.

Wir grüßen alle Bewegungen gegen die barbarische Politik der transnationalen Konzerne und der globalen Finanzinstitutionen.

Wir grüßen alle kämpferischen Gewerkschaftsbewegungen und ArbeiterInnenparteien.

Wir grüßen alle politischen Gefangenen.

Wir grüßen die politischen und militärischen Widerstandsbewegungen gegen den US-Imperialismus und seine Lakaien, im Besonderen grüßen wir den irakischen Volkswiderstand.

Wir grüßen die KämpferInnen für ein freies Palästina, für ein gleichberechtigtes und friedliches Zusammenleben des israelischen und palästinensischen Volkes.

Als Kommunistische Initiative ist es uns ein besonderes Herzensanliegen, an diesem 1. Mai - 60 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges und der Zerschlagung des Faschismus den noch lebenden WiderstandskämpferInnen und PartisanInnen zu danken, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus aufs Spiel gesetzt haben. Ihr werdet - ebenso wie die vielen GenossInnen, die ihr Leben im Kampf verloren - im Herzen der neuen Generationen von KommunistInnen und SozialistInnen weiterleben, liebe Genossinnen und Genossen, eure Ideale werden von Generation zu Generation weitergegeben, wenn der braune Sumpf aus BZÖ, FPÖ und Neonazis längst verschwunden sein wird.

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
Hoch die internationale Solidarität!

 

 

 

Stamokap-Strömung in der SJÖ - politbuero@stamokap.org