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Liebe
Genossinnen und Genossen!
An diesem 1.
Mai müssen wir mehr denn je an unsere ermordeten
GenossInnen denken, die vor 60 Jahren in den KZs
und Kerkern des Faschismus ihr Leben gelassen
haben. Wir müssen jenen gedenken, die im
Widerstand gegen die aggressivste Ausformung des
Kapitalismus gekämpft und zu deren Niederringung
beigetragen haben. Diese Opfer sollen nicht nur
Mahnung, sondern auch ein politischer Wegweiser
für unser heutiges Handeln sein.
Deshalb, weil
wir genau wissen, dass sich der Kapitalismus in
seinem grundlegenden Wesen nicht geändert hat.
Er ist nicht sozialer, nicht menschlicher
geworden. Die so genannte Sozialpartnerschaft
hat die immer existierenden Klassengegensätze
versucht zu verschleiern und durch das Prinzip
der „Vernunftehe“ zwischen der Bourgeoise und
der ArbeiterInnenvertreterInnen wurde die
österreichische ArbeiterInnenklasse entmündigt.
Das hat solange funktioniert, solange die
ökonomischen Voraussetzungen vorhanden waren und
die sozialistischen Länder im Osten und
Mitteleuropa noch existierten.
Seither gibt es
einen Anstieg imperialistischer Kriege,
andererseits nimmt der Druck nicht nur auf die
Länder der abhängigen Peripherie, sondern auch
auf die Lohnabhängigen in den imperialistischen
Zentren zu. Viele reden heute von der
„neoliberalen“ Wende. Aber der Neoliberalismus
ist nichts anderes als staatsmonopolistische
Regulierung im Sinne des staatlich
abzusichernden Extraprofits, ohne den der
private Monopolkapitalismus nicht mehr
funktionieren kann. Das schließt mit ein, dass
nicht nur die ArbeiterInnenklasse, sondern
darüber hinaus auch andere soziale Schichten
durch das Monopolkapital in Bedrängnis geraten.
Das muss auch
der Ansatz für unser politisches Handeln sein.
Wir müssen es schaffen, in Bündnissen gegen
diese verschärfte Form der Ausbeutung zu
kämpfen. Wir müssen es schaffen, diesen
Bündnissen und gerade entstehenden neuen
sozialen Bewegungen einen systemüberwindenden
Charakter auf Basis des wissenschaftlichen
Sozialismus zu geben.
Nur wenn wir
alle, die Lohnabhängigen, Gewerkschaften,
Pensionistinnen und Pensionisten, die Alten und
die Jungen, Migrantinnen und Migranten gemeinsam
Hand in Hand, Schulter an Schulter marschieren
und kämpfen, können wir gegen Sozialabbau,
imperialistische Intervention und Besatzung,
Neofaschismus, Militarisierung bestehen und
Widerstand gegen die imperialistische Politik
von EU und USA leisten.
In einem
traditionellen österreichischen Arbeiterlied
heißt es: „Wir sind das Bauvolk der kommenden
Welt“. Ja liebe Genossinnen und Genossen, so ist
es. Wir werden die Erbauer einer neuen, einer
sozialistischen Zukunft sein, wenn wir gemeinsam
die Klassenkämpfe unserer Tage bestehen und uns
nicht auseinanderdividieren lassen. Die
Sozialistische Jugend wird Ihren Teil dazu
beitragen.
In diesem Sinne liebe Genossinnen und Genossen,
hoch der 1. Mai! Zukunft ist Sozialismus!
Freiheit und Freundschaft! |