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W. I. Lenin: 1. Mai 1919 & 1920

 

Ansprache am 1. Mai 1919 in Moskau (Auszug)

(aus der Rede am Roten Platz beim Denkmal für Stepan Razin, einen revolutionären Bauernführer, der 1671 hingerichtet wurde; eigene Übersetzung)

Genossen,

wir feiern heute den 1. Mai gemeinsam mit den Proletariern auf der ganzen Welt, die nach dem Sturz des Kapitals dürsten. Dieses runde Steinmonument steht als Erinnerung daran, wie viele Jahrhunderte der Qualen die Werktätigen unter dem Joch der Unterdrücker erlitten, da die Herrschaft des Kapitals niemals aufrechtzuerhalten war außer mit Gewalt und Unterdrückung, was auch schon in der Vergangenheit Widerstand hervorbrachte. Dieses Monument wurde errichtet für jemanden, der die revolutionäre Landbevölkerung repräsentierte. An diesem Ort verlor er sein Leben im Kampf für die Freiheit. Die russischen Revolutionäre haben viele Opfer gebracht im Kampf gegen das Kapital. Die besten der Arbeiter und Bauern, die Freiheitskämpfer, starben, aber nicht im Kampf für jene Art der „Freiheit“, die das Kapital bieten, eine „Freiheit“, in der die Banken, private Industrieunternehmen und die Profitmacherei garantiert sind. Nieder mit solch einer „Freiheit“! Was wir brauchen, ist wahre Freiheit – und diese ist nur möglich, wenn die gesamte Gesellschaft aus Werktätigen besteht. Um diese Freiheit zu erreichen, werden viel Arbeit und viele Opfer nötig sein. Wir müssen alles Mögliche tun, um dieses große Ziel zu erreichen, um den Sozialismus aufzubauen!

 

Ansprache am 1. Mai 1920 in Moskau (Auszug)

(aus der Rede bei der Grundsteinlegung für das Denkmal für Karl Marx; nach: Iswestija, 4. Mai 1920, eigene Übersetzung)

Die Werktätigen waren versklavt, ungeachtet formeller politischer Freiheiten. Jetzt bewegen sie sich vorwärts zur proletarischen Revolution, die eine sozialistische Gesellschaft ohne Grundherren und Kapitalisten erschaffen wird. Russland ist die große Ehre und Freude zugekommen, dabei zu helfen, diese sozialistische Gesellschaft und die weltweite Sowjetrepublik aufzubauen. Heute, am internationalen Feiertag der Arbeit, an dem wir gerne allen beweisen wollen, dass wir erfolgreich eine sozialistische Gesellschaft der Werktätigen organisieren können, ehren wir die Erinnerung an Karl Marx. Und ich bin zuversichtlich, dass die Grundsteinlegung für dieses Monument für unseren großen Lehrer uns eine große Triebkraft sein wird dafür, dass wir uns immer gewiss sind, dass es notwendig harter und langer Arbeit bedarf, um eine Gesellschaft ohne Ausbeutung aufzubauen.

 

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