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Blauhemd
drei
Pfeile
"Freundschaft!"
fünfzackiger Stern
geballte Faust
Hammer
und Sichel
rote
Fahne
rote
Nelke
1. Mai

Das
Blauhemd ist das traditionelle Kleidungsstück der Sozialistischen
Jugend. Optisch angelehnt an die klassische Arbeitskleidung steht es für die
Verbundenheit der SJ mit dem Industrieproletariat. Auch die "Roten Falken"
tragen seit 1927 das Blauhemd als gemeinschaftliches Symbol. Bei den
Arbeiterjugendverbänden in anderen Ländern findet bzw. fand sich das blaue
Hemd ebenfalls als Ausdruck des proletarischen Selbstverständnisses wieder:
So z.B. auch bei unserer deutschen Schwesterorganisation, "SJD - Die
Falken", oder bei der "Freien Deutschen Jugend" (FDJ) in der DDR.
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pfeile

Die "drei
Pfeile" tauchten zum ersten Mal als Kampfabzeichen in regionalen
SPD-Wahlkampfmaterialien im Deutschland des Jahres 1932 auf und waren als
Gegensatz zum Hakenkreuz der NSDAP gedacht. Sie stehen für den Kampf gegen
Kapitalismus, Faschismus und Reaktion. Rasch fanden sie Eingang in andere
sozialdemokratische Organisationen, noch im selben Jahr wurde ihre
Verwendung im Parteivorstand der österreichischen SozialdemokratInnen
besprochen und von der "Arbeiter-Zeitung" forciert. In der Zeit des
Austrofaschismus und des Nationalsozialismus verwendeten die illegalen
"Revolutionären Sozialisten" das Symbol als Kampfabzeichen auf ihren
Flugblättern. Ab 1945 waren die drei Pfeile das Parteizeichen der SPÖ, der
rote Kreis, der sie verbindet, repräsentiert die Einheit der Partei aus
industriellen, landwirtschaftlichen und geistigen ArbeiterInnen.
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freund

Der Gruß
"Freundschaft!" hat eine lange Tradition in der österreichischen
Sozialdemokratie und somit auch in der Sozialistischen Jugend, die bis heute
ungebrochen ist. Er fand nicht zuletzt über österreichische
sozialdemokratische Organisationen, wie z.B. die "Kinderfreunde", auch in
anderen europäischen ArbeiterInnenverbänden Verbreitung. Im Gegensatz zum
früher ebenfalls verwendeten "Frei Heil!", das der wetteifernden Diktion der
Arbeitersportverbände entlehnt war, hat er den Vorteil eines
ausdrucksstärkeren, persönlicheren und vor allem gemeinschaftlichen,
solidarischen Charakters und vereint und repräsentiert somit wesentliche
sozialistische Grundprinzipien. Angesichts des aufkommenden Faschismus in
Österreich und Deutschland in der Zwischenkriegszeit entwickelte sich der
Gruß "Freiheit!" als trotzige und kämpferische Steigerung unter den linken
AntifaschistInnen, nach 1945 wurde wieder der "Freundschaft!" der Vorrang
gegeben.
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stern

Der
fünfzackige Stern, zumeist rot, ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein
sozialistisches und kommunistisches Kampf- und Weltanschauungssymbol. Er
bedient sich der dem Sozialismus innewohnenden Zukunftsmetaphern, er soll
den Menschen den Weg in eine neue, bessere Welt und Gesellschaft leuchten.
Darüber hinaus repräsentiert er auch den internationalistischen Charakter
der sozialistischen ArbeiterInnenbewegung, die fünf Zacken stehen für die
fünf Erdteile.
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faust

Die gehobene
geballte Faust ist eines der ältesten Symbole der
ArbeiterInnenbewegung. Sie hat ihren Ursprung als starkes, mitunter durchaus
offensiv gemeintes Signal der Unmutsbekundung, als deutliches Zeichen der
Bereitschaft, sich zur Wehr zu setzen gegen jede Form der Unterdrückung und
Ausbeutung, sie steht für den Willen zum Klassenkampf. Anfänglich
beschränkte sich ihre Verwendung einerseits als Gruß und andererseits als
Zeichen des Widerstandes - z.B. bei Aufmärschen - auf revolutionäre
Frontkämpferverbände, doch sehr rasch verbreitete sie sich im gesamten
linken Spektrum unter SozialdemokratInnen wie unter KommunistInnen.
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hammer

Hammer
und Sichel sind die Symbole der schaffenden Menschen. Während der Hammer
für die IndustriearbeiterInnenschaft steht, repräsentiert die Sichel die
Ackerbau betreibende Menschheit. Mit dieser Bedeutung finden sich Hammer und
Sichel auch im österreichischen Bundeswappen in den Klauen des Bundesadlers
wieder. Hammer und Sichel in überkreuzter Stellung stehen für die vereinigte
Arbeiter- und Bauernmacht. Diese Darstellung hat ihren Ursprung in der
russischen Oktoberrevolution und war das Staatssymbol der Sowjetunion. In
Österreich verwendet die Kommunistische Partei diese Anordnung in ihrem
Parteiabzeichen.
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fahne

Die rote Fahne als Symbol emanzipatorischer und
revolutionärer Bewegungen hat ihren Ursprung im Mittelalter. Die
unterdrückten Bauern verwendeten sie als Freiheitsfahne in den
Auseinandersetzungen mit den Landesherren. Im 16. Jahrhundert übernahmen
Zünfte und Schwurgemeinschaften den Gebrauch der roten Fahne, unter diesem
Zeichen führten sie Freiheitstage und Feste durch. So mündete allmählich der
mittelalterliche Freiheitsbegriff in einen revolutionären Freiheitsbegriff,
vor allem deshalb, weil der Absolutismus immer wieder versuchte, die Rechte
der unteren Stände zu beschneiden oder gänzlich abzuschaffen. Im
Unabhängigkeitskrieg der USA wird die rote Revolutionsfahne von europäischen
Einwanderern gehisst, schließlich scharen sich während der französischen
Revolution 1792 erstmals die Arbeiter um die rote Fahne. Etwa ab 1848 setzt
sie sich endgültig als Fahne des Proletariats durch und wird Ausdruck
antimonarchistischer, republikanischer und sozialistischer Gesinnung. 1889
wird die rote Fahne auf dem internationalen Arbeiterkongress in Paris als
Symbol der ArbeiterInnenbewegung offiziell bestätigt, was jedoch nur mehr
die bereits langjährige Praxis besiegelte. Ein wesentlicher Grund für die
weltweite Verbreitung der roten Fahne ist natürlich ihre Internationalität.
Sie ist in ihrer Bedeutung nicht an nationalstaatliche Grenzen gebunden und
somit ein prädestiniertes Symbol für Geschwisterlichkeit und internationale
Solidarität.
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nelke

Die rote Nelke ist heute
international ein Symbol für sozialdemokratische und sozialistische
Organisationen. Ursprünglich war die rote Rose die Blume der revolutionären
ArbeiterInnenbewegung - und ist es z.B. in der Tiroler Sozialdemokratie in
Österreich oder bei
der Sozialistischen Partei Frankreichs bis heute - weitgehend wurde sie
jedoch von der roten Nelke verdrängt. Das hatte recht triviale Gründe:
Einerseits hatte die Nelke - in weißer Farbe - bereits eine gewisse
Tradition als klassische Knopflochblume, daher wurde ihr, wenn die rote
Blume als sozialistisches Abzeichen an der Kleidung getragen werden sollte,
gegenüber der Rose der Vorzug gegeben. So trugen beim erstmals europaweit
veranstalteten Aufmarsch am 1. Mai 1890, als das Mitführen roter Fahnen fast
überall behördlich verboten wurde, die ArbeiterInnen rote Nelken als Symbol
des fortschrittlichen Proletariats. Der andere Grund war - auch wenn er
heute kaum nachvollziehbar erscheint - dass es schlichtweg einen preislichen
Unterschied zwischen Rosen und Nelken gab, der die SozialistInnen in der
Mehrheit zur billigeren Nelke greifen ließ, die auch außerhalb ihrer
Blütezeit problemlos in Glashäusern wuchs und somit jederzeit verfügbar war.
Heute ist die rote Nelke auch ein Symbol für die gewaltfreie Umgestaltung
der Gesellschaft, nicht zuletzt in der Tradition der Friedensbewegung aber
auch unter dem Eindruck der "Nelkenrevolution" 1974 in Portugal, als das
faschistische Regime entmachtet wurde.
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x

Auf dem internationalen Arbeiterkongress 1889 in Paris wurde
beschlossen, den 1. Mai 1890 nach Vorbild amerikanischer
Gewerkschaften, die bereits vier Jahre zuvor erstmals Kundegebungen in den
ganzen USA durchgeführt hatten, zum länderübergreifenden Kampftag für die
Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages zu machen. Die Wahl des 1. Mais hatte
einen eher banalen Hintergrund: Er galt in den USA traditionell als "moving
day", als Stichtag für den Abschluss oder die Aufhebung von Verträgen, für
Wohnungs- oder Arbeitsplatzwechsel. In diesem Sinne sollte der 8-Stunden-Tag
in die Verträge aufgenommen werden. Trotz der Behinderungen und Drohungen
durch Unternehmerverbände und Staatsmacht wurde von den Sozialdemokratischen
Parteien und den Gewerkschaften bald beschlossen, den 1. Mai zum permanenten
Feiertag der ArbeiterInnenschaft zu machen, wenngleich die Arbeitsruhe aufgrund
von Repressionen vorerst freilich nicht überall durchsetzbar war. Nach dem
ersten Weltkrieg führten SozialdemokratInnen und KommunistInnen die
Maiaufmärsche fort, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Es kam
zunehmend zu Auseinandersetzungen mit dem bürgerlichen und faschistischen
politischen Gegner, aber auch die Gegensätze zwischen Sozialdemokratie und
Kommunistischer Partei verschärften sich ("Blutmai" in Berlin 1929). In der
Zeit des austrofaschistischen Ständestaates waren die Organisationen der
ArbeiterInnenbewegung (SDAP, SAJ, KPÖ, Gewerkschaften etc.) verboten,
dennoch bediente sich der faschistische Bundeskanzler Dollfuß der Tradition der Maifeiern.
Geschickt erließ er die Verfassung des Ständestaates am 1. Mai 1934 und
beließ ihn in diesem Sinne als nationalen Feiertag. In dieser Situation wandte sich etwa der
Sozialdemokrat Otto Bauer entschieden gegen die Teilnahme des Proletariats
an den Veranstaltungen am 1. Mai in Österreich. Ähnlich wie die Austrofaschisten agierten auch die Nationalsozialisten: Hitler erklärte den
1. Mai zum "Tag der nationalen Arbeit" und nutzte ihn zur Selbstdarstellung
des NS-Regimes. Nach der Befreiung 1945 gewannen die ArbeiterInnen ihren
Feiertag wieder zurück, in Österreich begehen SozialdemokratInnen,
SozialistInnen, KommunistInnen und Gewerkschaften bis heute alljährlich am
Staatsfeiertag am 1. Mai den "Tag der Arbeit".
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