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Der Weg zum Sozialismus

von Markus Oberrauter

 

Der erste Versuch, die Menschheit aus dem Elend, das der Kapitalismus generiert, zu befreien und eine alternative sozialistische Gesellschaft frei von Ausbeutung zu errichten, ist mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der sozialistischen Länder in Europa vorläufig gescheitert. Wir von der Stamokap-Strömung in der Sozialistischen Jugend Österreich sind nach wie vor davon überzeugt, dass nur der Sozialismus die Menschheit aus dem Elend erlösen kann. Ein herumdoktern am Krankenbett des Kapitalismus kann maximal ein paar Symptome bekämpfen, jedoch nie die Krankheit beseitigen. 

Neben einer genauen Analyse des Scheiterns des ersten sozialistischen Experiments ist vor allem eine umfassende ständige Analyse des Kapitalismus unabdingbare Voraussetzung um das Potenzial für den Aufbau einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft freizulegen. Marx und Engels liefern uns mit dem wissenschaftlichen Sozialismus eine Methode die es uns ermöglicht den heutigen Kapitalismus bis ins kleinste Detail zu analysieren. Gemeinsam mit den Erkenntnissen von Lenin und anderen marxistischen TheoretikerInnen ist dies unsere Waffe im Kampf für eine bessere und gerechtere Gesellschaft. 

Stets verläuft die Entwicklung ungleichmäßig, ja in entscheidenden Augenblicken sprunghaft. Früher oder später, ungeachtet aller möglichen Zwischenstufen, stellt sich unausweichlich die Aufgabe, mit der Unterdrückungsmaschinerie des alten Staates fertig zu werden, um den Weg zu einer neuen Ordnung festzulegen. 

Kampf den Monopolen als Grundvoraussetzung für Veränderung

Die ersten Ansätze des Kampfes gegen den Kapitalismus in seiner staatsmonopolistischen Phase müssen antimonopolistische Maßnahmen sein. Zentraler Punkt hierbei muss die Überführung zunächst der „großen“ Produktionsmittel in Staatseigentum sein. Durch eine kapitalistische Verstaatlichung wird weder die Ausbeutung der Werktätigen beseitigt noch der Charakter der kapitalistischen Ordnung insgesamt angetastet. Dennoch kämpfen wir für die Verstaatlichung  bestimmter Schlüsselbereiche (Energie, Forschung, Entwicklung, Grundversorgung etc.) als eine Möglichkeit der Regulierung von Teilen der Wirtschaft, der Schaffung von Arbeitsplätzen, Eindämmung von Entfremdungserscheinungen in Handel, Industrie und Forschung und den Ausbau von ArbeiterInnenmitbestimmungsrechten. Gerade Arbeitskämpfe mit dem Staat als „zentralem Kapitalisten“ können leichter in politische hinüberwachsen und wesentlich zur Herausbildung antimonopolistischen Bewusstseins beitragen. 

Wir gehen davon aus, dass der Weg zum Sozialismus über die Etappe einer „antimonopolistischen Demokratie“ führen wird. Objektive Grundlage dafür liegt in der Krise des staatsmonopolistischen Systems und den Antagonismus zwischen diesem und den werktätigen Massen. Zur Errichtung einer „revolutionär-demokratischen“ Macht – wie es der Staat einer antimonopolistischen Demokratie sein könnte – können die Massen nur durch ihre Erfahrungen in Kämpfen für ihre Interessen gewonnen werden. Eine Sicherung und Erweiterung sozialer und demokratischer Rechte verlangt die konsequente Zurückdrängung der politischen und ökonomischen Macht des Monopolkapitals bis zu seiner völligen Entmachtung. Die Macht des Kapitals hat ihre Wurzeln außerhalb des Parlaments, daher muss dieser Kampf auch hauptsächlich im außerparlamentarischen Raum mit allen Mitteln geführt werden. Dafür sind neben einem Erstarken der Gewerkschaftsbewegung und schlagkräftigen ArbeiterInnenparteien starke und breite Bündniskonzeptionen mit allen fortschrittlichen und konsequent demokratischen Kräften vonnöten. Diese können nur in einer Vielzahl von Aktionen, Bewegungen und Kämpfen entstehen. Am Reißbrett konzipierte Pseudobündnisse werden uns im Kampf für den Fortschritt nicht weiterhelfen. Wir SozialistInnen wirken stets im Interesse des sozialen Fortschritts dahin, dass Teilbündnisse sich zu umfassenderen erweitern. Auf jeder Entwicklungsstufe stellen wir die Fragen so, dass alles zum Kern der Sache weiterführt: zur Notwendigkeit der Überwindung des staatsmonopolistischen Systems.

Eine Einengung und Überwindung der ökonomischen und politischen Macht des Monopolkapitals durch diese Kräfte ermöglicht bereits tiefgreifende gesellschaftliche Umgestaltungen: durch das Herausbrechen bereits verstaatlichter Betriebe aus dem Profitsystem und seine Umwandlung  zu einer Position der ArbeiterInnenschaft, durch eine weitere Verstaatlichung aller monopolistischer Unternehmen, der Banken, Versicherungen, Agrarmonopole und Handelskonzerne, durch Ausschaltung der Sachwalter und Handlanger des staatsmonopolistischen Systems aus den staatlichen Institutionen und den monopolistischen Massenmedien. 

Kampf für den Sozialismus 

In der antimonopolistischen Demokratie wären bereits Formen von Wirtschaftsplanung möglich. In nichtmonopolistischen Betrieben würden kapitalistische Produktionsverhältnisse weiter bestehen bleiben und damit auch weiterhin Ausbeutung und Elemente der Anarchie in der Wirtschaft geben. 

Die antimonopolistische Demokratie stellt zwar einen gewaltigen Fortschritt für die Menschheit dar, doch kann sie kein Ziel an sich sein. Ihre revolutionär-demokratische Macht würde es erleichtern, den Klassenkampf der Massen von unten durch staatliche Mittel zu unterstützen und zu ergänzen, mittels wirtschaftlicher, politischer und sozialer Maßnahmen, durch eine fortschrittliche Gesetzgebung im Interesse der arbeitenden Menschen günstige Bedingungen für den Kampf um den Sozialismus zu schaffen. 

Die Eckpunkte einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft, die wir anstreben, liegen in der Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln, in der von Ausbeutung befreiten gesellschaftlichen Arbeit, in der Produktion zur Befriedigung der sich ständig weiterentwickelnden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Menschen und der Anwendung einer die natürlichen Reichtümer (Umwelt, Ressourcen) bewahrenden Wirtschaftsweise auf Grundlage gesellschaftlicher Planung und Leitung und in der gesellschaftlichen Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums. Zukunft ist Sozialismus!

 

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