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Ein Gespenst geht um in
der SJ – das Gespenst des Stamokap. Für manche scheint diese Abkürzung
des „staatsmonopolitischen Kapitalismus“ nach wie vor ein Reizwort zu
sein. Denn so beschreibt
„Stamokap“
nicht nur eine spezifische politische Theorie, sondern subsumiert der
Begriff auch die diversen Stamokap-Strömungen in vielen
sozialistischen Organisationen Europas.
Wir von der „SJ
Stamokap“ sehen uns in der Tradition der deutschen und französischen
Stamokap-Strömungen der 70er Jahre. Innerhalb der SJ und der
sozialistischen Bewegung betrachten wir unsere Strömung als
konstruktiven Beitrag zu einer sozialistischen und fortschrittlichen
Politik. Wie sieht daher der politische Anspruch der Stamokap-Strömung
aus?
Die bestehenden
Klassengegensätze sind der Grund unseres politischen Engagements,
Politik ist bloß eine Ausdrucksform des Klassenkampfes. Unser Ziel ist
eine sozialistische Gesellschaftsordnung. Um dieses Ziel zu erreichen,
bedarf es eines strategisch-politischen Konzeptes sowie der Einbindung
breiter Volksmassen, auch wenn sich diese erst schrittweise der
sozialistischen Bewegung anschließen werden.
Heute steht die
Verteidigung der sozialen Errungenschaften gegen den Sozialabbau im
Vordergrund. Wo die sozialen Rechte einzelner Gruppen der
ArbeiterInnenklasse bedroht werden (z.B. Bahn oder Post), gilt es,
über die Verteidigung dieser Gruppe für eine Solidarität der gesamten
ArbeiterInnenklasse einzutreten, da nur so Sozialabbau verhindert
werden kann. Eine durch diese Kämpfe gestärkte ArbeiterInnenbewegung
wird den Kampf um echte Umverteilung, um soziale, wirtschaftliche und
politische Rechte fortsetzen und für einen dauerhaften Ausstieg aus
den kapitalistischen Krisen eintreten.
Nicht nur die
Kernschichten der ArbeiterInnenklasse, sondern alle Menschen, die für
eine Politik des Friedens, des sozialen Fortschritts und der
Selbstbestimmung eintreten, sollen sich zu einem Bündnis gegen
Ausbeutung, Imperialismus
und Militarisierung zusammenschließen. Diese Einheit aller
fortschrittlichen Kräfte wird erstmals die Macht der kapitalistischen
Monopole herausfordern und somit eine neue Form einer revolutionären
Demokratie erschaffen, in der sich bereits Elemente einer
sozialistischen Gesellschaftsordnung durchsetzen.
Die Demokratisierung der
Produktion und aller Lebensbereiche sowie eine demokratische
Planwirtschaft, in der nach Bedürfnissen produziert und nicht mehr
bloß nach Profit gestrebt wird, werden die nächsten Schritte sein,
die schließlich zum Sozialismus führen werden, der
Gesellschaftsordnung, in der die ArbeiterInnenklasse Eigentümerin der
Produktionsmittel ist. Wie auch immer diese Gesellschaftsordnung
organisiert sein wird, sie wird die radikalste Form der Demokratie
sein und aus einer Gemeinschaft freier Menschen bestehen.
Unsere Strömung wird
ihren Teil dazu beitragen, diesem Ziel näher zu kommen. Wir schotten
uns nicht von andern ab, sondern rufen alle fortschrittlichen
Strömungen und Menschen auf, mit uns in Kontakt zu treten und dem
gemeinsamen Ziel näher zu kommen. Wir sehen uns als Teil der
weltweiten sozialistischen Bewegung in Solidarität mit den nationalen
Befreiungsbewegungen des Trikonts, mit fester Verankerung in der
Friedensbewegung und der Frauenbewegung. Wir treten für eine
marxistische Ausrichtung der Sozialistischen Jugend ein, für eine
konsequente Interessensvertretung der arbeitenden und lernenden
Jugend.
Die Stamokap-Theorie
dient uns dabei als Werkzeug. Es sind nicht nur die aktuellen
Entwicklungen, die unzählige Beispiele für das Zusammenwirken von
Monopolen und Staat bieten, sondern auch die grundlegenden
Erkenntnisse, die die Stamokap-Theorie über die Funktionsweise des
Kapitalismus zu vermitteln vermag, weshalb eine fundierte
Auseinandersetzung mit dieser Theorie gewinnbringend ist. Die
Stamokap-Theorie beinhaltet die Analyse des Charakters des
gegenwärtigen Kapitalismus und erklärt die Vorgänge und Zusammenhänge,
die ihn auszeichnen. Darauf aufbauend werden konkrete
antikapitalistische Handlungsansätze und Gegenkonzepte entwickelt.
Diese theoretische Basis ist unerlässliches Fundament und Instrument
der Praxis der revolutionär-marxistischen Teile der modernen
ArbeiterInnenbewegung.
Wir wissen natürlich,
dass nicht alle GenossInnen innerhalb der Sozialistischen Jugend
dieses Selbstverständnis mit uns teilen. Das Spektrum der Mitglieder
der SJ reicht von freizeitorientierten Menschen über
sozialdemokratische PersonalvertreterInnen bis zu explizit an der
politischen Theorie interessierten GenossInnen. Unsere Aufgabe ist es,
die Sozialistische Jugend als politische und gesellschaftsverändernde
Kraft der ArbeiterInnenklasse zu definieren und auch undifferenzierten
Anbiederungen an die SPÖ, die sich zur Zeit fernab von sozialistischen
Zielen bewegt, mit aller
Entschiedenheit und Energie
entgegenzutreten.
Nur eine Sozialistische Jugend, die klar und deutlich auf eine
revolutionäre und marxistische Orientierung setzt, wird ihrem Namen
gerecht.
Für
ein starke Sozialistische Jugend!
Zukunft ist Sozialismus!
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