Start Über uns Themen Geschichte Marxismus
 

 

Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion:

Der Sieg der UdSSR über den Faschismus im Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945

(eingefügte Seitenzahlen verweisen auf: 50 Jahre Große Sozialistische Oktoberrevolution - Thesen des ZK der KPdSU, Moskau 1967, S. 20-25)

 

|20| Der am 22. Juni 1941 ausgebrochene Krieg, den der deutsche Faschismus der Sowjetunion aufgezwungen hatte, war der größte militärische Zusammenstoß des Sozialismus mit den Stoßkräften des Imperialismus. Er wurde zum Großen Vaterländischen Krieg des Sowjetvolkes für die Freiheit und Unabhängigkeit der sozialistischen Heimat, für den Sozialismus.

Der deutsche Imperialismus setzte sich das Ziel, den ersten sozialistischen Staat der Welt zu vernichten, Millionen Menschen auszurotten, die Völker der Sowjetunion und vieler anderer Länder zu versklaven.

Der große Vaterländische Krieg war der schwerste und grausamste von allen Kriegen, die unsere Heimat je erlebt hat. Besonders schwer waren die Prüfungen, die wir zu Beginn des Krieges zu bestehen hatten. Die gewaltige, rechtzeitig in Kampfbereitschaft versetzte Arme der Hitlerfaschisten und ihrer Satelliten, die durch das Gift des Chauvinismus und Rassismus infiziert waren, keilte sich tief in unser Territorium ein. Der Feind erreichte das Vorgebirge des Kaukasus, stieß zur Wolga vor, blockierte Leningrad und bedrohte Moskau. Das Sowjetland war in tödlicher Gefahr.

Die Hitlerfaschisten machten sich ihre zeitweiligen Vorteile zunutze: die Militarisierung der Wirtschaft und des gesamten Lebens Deutschlands; die langfristige Vorbereitung zum Annexionskrieg und die Erfahrungen der Kriegshandlungen im Westen; die Überlegenheit an Waffen und an der zahlenmäßigen Stärke der Truppen, die zuvor in den Grenzzonen zusammengezogen waren. Sie waren im Besitz der ökonomischen und militärischen Ressourcen fast des ganzen Westeuropas. Hitlerdeutschland hatte in den Ländern Europas sämtliche Rüstungsbestände, gewaltige Vorräte an Metall und strategischen Rohstoffen, Hütten- und Rüstungswerke erbeutet. Die Sowjetunion musste, nur auf sich angewiesen, in den Kampf gegen die gewaltige Kriegsmaschinerie treten.

Eine Rolle spielten auch Fehlkalkulationen in der Beurteilung des eventuellen Zeitpunkts, wann Nazideutschland uns überfallen werde, und die damit zusammenhängenden Versäumnisse bei der Vorbereitung zur Zurückweisung der er- |21| sten Schläge. Auch wirkte sich aus, dass die Sowjettruppen keine Erfahrungen in der Durchführung großangelegter Operationen unter den Bedingungen eines modernen Krieges hatten. Aber bereits die Anfangsperiode des Krieges zeigte, dass das Kriegsabenteuer der Nazis zum Scheitern verurteilt war. Die Zerschmetterung der Deutschen bei Moskau leitete die grundlegende Wende im Verlauf des Krieges ein. Hitlers Blitzkriegsplan war endgültig zu Grabe getragen; das Märchen von der "Unbesiegbarkeit" der Armee Hitlers war vor den Augen der ganzen Welt zusammengebrochen.

Das ganze Sowjetvolk erhob sich zum Schutz der Heimat. Das Land wurde zu einem riesigen Heerlager, das von einem Impuls erfasst war: den Feind zu zerschmettern, ihn vom sowjetischen Boden zu vertreiben, den Faschismus zu vernichten. Die Losung der Partei "Alles für die Front, alles für den Sieg!" wurde zum unverbrüchlichen Lebensgesetz des Sowjetvolkes. Die Partei traf energische Maßnahmen, um die Zerschmetterung des Feindes zu organisieren, um die Bemühungen von Front und Hinterland zu vereinigen. Es wurde das Staatliche Verteidigungskomitee unter dem Vorsitz von J. W. Stalin gebildet. In den Republiken, Regionen und Gebieten leisteten die Partei-, Staats-, Gewerkschafts- und Komsomolorganisationen eine gewaltige Arbeit, um alle Mittel und Kräfte für die Verteidigung aufzubieten.

Unter der Führung der Kommunistischen Partei vermochte es unser heroisches Volk, die Schwierigkeiten der ersten Kriegszeit zu überwinden: 1942/43 erzielte es den Umschwung. Historische Etappen auf dem Wege zum Sieg der Sowjetunion über das faschistische Deutschland waren der Sieg in der grandiosen Schlacht von Stalingrad, die Zerschmetterung der Nazitruppen bei Kursk und ihre gewaltigen Niederlagen in anderen Schlachten. Im Jahre 1944 waren die faschistischen Landräuber restlos vom Gebiet der Sowjetunion vertrieben, und die Offensivoperationen der Sowjetarmee im letzten Kriegsjahr waren entscheidend für die Befreiung der Völker Albaniens, Bulgariens, Jugoslawiens, Norwegens, Österreichs, Polens, Rumäniens, der Tschechoslowakei und Ungarns von der faschistischen Okkupation, für den endgültigen Sieg über die faschistische Koalition.

Das Sowjetvolk behauptete seine sozialistische Heimat und die Errungenschaften der Großen Sozialistischen Ok- |22| toberrevolution. Der Faschismus wurde niedergerungen. Der Krieg endete dort, woher er gekommen war. Die geschlagenen faschistischen deutschen Armeen kapitulierten bedingungslos. Auch das militaristische Japan wurde aufs Haupt geschlagen. Die UdSSR erwies den revolutionären Kräften Chinas und Koreas militärische und politische Hilfe. Die Hauptkriegsverbrecher wurden vor Gericht gestellt und von der verdienten Strafe ereilt. Die Weltzivilisation war vor der Pest des Faschismus gerettet.

Der Sieg über die faschistischen deutschen Landräuber ist den gemeinsamen Anstrengungen vieler Völker zu verdanken. Im Laufe des Krieges fügte sich die mächtige Antihitlerkoalition zusammen. Wuchtige Schläge wurden dem Feind von den Armeen der westlichen Alliierten versetzt, tapfer kämpften die verbündeten Truppen Polens, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens, die Teilnehmer der Widerstandsbewegung. Aber gerade das Sowjetvolk und seine heroische Armee hatten die Hauptlast des Krieges zu tragen und spielten bei der Erringung des Sieges über Hitlerdeutschland die entscheidende Rolle.

Im Krieg musste das Sowjetvolk gewaltige Opfer bringen und Zerstörungen erleiden. Über 20 Millionen sowjetischer Menschen fielen auf den Schlachtfeldern, wurden unter den Ruinen der Städte und Dörfer begraben, von den faschistischen Banditen erschossen, in den Konzentrationslagern Hitlers zu Tode gemartert. Man findet kaum eine Familie, die im Krieg nicht den Schmerz des Verlustes von Verwandten und von Freunden erlebt hätte. Die Trauer um die Kriegsopfer ist unermesslich.

Der Krieg fügte uns riesigen materiellen Schaden zu. Die Faschisten legten mehr als 70.000 unserer Städte, Ortschaften und Dörfer in Schutt und Asche. Das Land büßte rund 30 Prozent seines Nationalreichtums ein. Die Geschichte kennt keinen Fall von Massenbarbarei und Unmenschlichkeit, der sich mit dem messen könnte, was die faschistischen Besatzer auf unserem Boden angerichtet haben.

Aus dem gewaltigen militärischen Zusammenstoß mit dem Imperialismus und seiner ungeheurlichsten Ausgeburt, dem Faschismus, ging die sozialistische Gesellschafts- und Staatsordnung als Sieger hervor. Die Stärke der Sowjetunion hatte ihren Ursprung in der sozialistischen Wirtschaft, in der sozialen, politischen und ideologischen Einheit der Gesellschaft, im Sowjetpatriotismus und in der Freundschaft der Völker der UdSSR, im Zusammenhalt des Volkes um |23| die Partei der Kommunisten, im beispiellosen Heldentum und in der Tapferkeit der Sowjetsoldaten. Das war ein Sieg der sozialistischen Ideologie über die menschenfeindliche Ideologie des Imperialismus und Faschismus.

In diesem Krieg siegte das Sowjetvolk. Wie ein Mann erhoben sich die Sowjetmenschen zur Verteidigung ihrer Heimat. Das war ein beispielloser Massenheroismus, der wahrlich das ganze Volk erfasste. Die Großtat der ruhmreichen Verteidiger der Hauptstadt unserer Heimat, Moskau, sowie der Helden von Brest und Sewastopol, Leningrad und Stalingrad, Odessa, Kiew und anderen Städten werden für immer ein Vorbild der opfermütigen Tapferkeit und Kühnheit der Sowjetmenschen bleiben. Als Symbol unserer großen Trauer, als Symbol der unvergänglichen Liebe und des dankbaren Andenkens unserer Heimat an die unsterbliche Großtat ihrer Söhne und Töchter, die in den Kriegsjahren gefallen sind, brennt das ewige Ruhmesfeuer am Grab des Unbekannten Soldaten bei der Kremlmauer.

In diesem Krieg siegten die sowjetischen Streitkräfte. Sie wurden zum Schutz der Errungenschaften des Oktober geschaffen und trugen ihre Kampfbanner durch die ganze Geschichte des Sowjetstaates in Ehren. Nie wird man die Heldentaten der Sowjetsoldaten aus den Jahren des Vaterländischen Krieges vergessen. Der große Sieg über den Faschismus wurde auch durch die Überlegenheit der sowjetischen Militärwissenschaft und der sowjetischen Kriegskunst gewährleistet.

Im feindlichen Hinterland entbrannte der Volkskampf gegen die faschistischen Besatzer. Zusammen mit den sowjetischen Streitkräften versetzten die Partisanen dem Feind vernichtende Schläge. Die Volksrächer, die illegalen Partei- und Komsomolorganisationen kämpften in vielen Gegenden der Ukraine, Belorussland, der Moldau, Litauens, Lettlands, Estlands, in den Gebieten Smolensk, Brjansk, Pskow, Nowgorod, Orjol, Leningrad, Kalinin, Moskau u.a.

Der Sieg im Krieg war auch ein Sieg der Werktätigen des sowjetischen Hinterlands. Opfermutig schufen untern den schwierigsten Bedingungen die Arbeiter, Kolchosbauern und Geistesschaffenden. Frauen und Jugendliche traten in den Betrieben an die Stelle der Väter, Ehemänner und Brüder, die an die Front gegangen waren. Die Partei verwirklichte ihrem Umfang nach beispiellose Maßnahmen zur Umleitung der Volkswirtschaft auf das Kriegsgeleise, leistete eine kolossale militärische Organisationsarbeit. Über 1.360 industri- |24| elle Großbetriebe wurden nach dem Landesosten verlegt und in kürzester Frist in die Produktion einbezogen. Die industrielle Basis im Osten musste die Hauptlast der Versorgung unserer Armee mit Waffen, Munition und Ausrüstung übernehmen. Die sowjetische Industrie erzeugte in den Kriegsjahren fast doppelt soviel moderne Kampfmittel wie Hitlerdeutschland.

Die von einheitlichem Willen, einheitlichem Elan erfassten, von der Partei und der Sowjetmacht erzogenen Arbeiter, Bauern und Geistesschaffenden, Männer und Frauen, Kommunisten und Komsomolzen erwiesen sich zu einer Heldentat fähig, die in der Geschichte nicht ihresgleichen hat.

In den Jahren der harten Prüfungen durch den Krieg stand die Partei der Kommunisten an der Spitze des kämpfenden Volkes. Sie organisierte das Sowjetvolk zum Kampf gegen den Feind und begeisterte es ideologisch. Die besten Söhne der Kommunistischen Partei waren an der vordersten Front des bewaffneten Kampfes gegen den Faschismus. Die Partei hatte eine großartige Schar von Heerführern erzogen und hervorgebracht. Große organisatorische und politische Parteiarbeit in der Armee leisteten die politischen Funktionäre, zu denen prominente Persönlichkeiten der Partei und des Staates gehörten. Gegen Kriegsende waren mehr als drei Millionen Parteimitglieder an der Front. In den schwersten Monaten der Jahre 1941 und 1942 war der Zustrom der Soldaten und Offiziere zur Partei am stärksten. Unsere Partei war wahrlich eine kämpfende Partei.

Der Sieg der Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg hatte welthistorische Bedeutung. Es entstanden günstige Voraussetzungen für die Entwicklung und den Sieg sozialistischer Revolutionen in den Ländern Europas und Asiens, für die Entstehung des sozialistischen Weltsystems. Einen mächtigen Aufschwung nahm der nationale Befreiungskampf der Völker. Die Weltkräfte des Sozialismus und der Demokratie waren erstarkt, die Stellungen des Imperialismus und der Reaktion wurden geschwächt.

Die Ergebnisse des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion zeigten besonders augenfällig, dass es in der Welt keine Kräfte gibt, die den Sozialismus vernichten und ein Volk in die Knie zwingen könnten, die den Ideen des Marxismus-Leninismus, seiner Heimat treu und um die Leninsche Partei fest geschart ist. Diese Ergebnisse stellen eine äußerst ernste Mahnung an die imperialistischen Aggressoren dar, sind eine harte und nicht |25| zu vergessende Lehre der Geschichte.

 

Literatur zum Faschismus

Thema: Faschismus

 

Stamokap-Strömung in der SJÖ - politbuero@stamokap.org