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Der am 22. Juni 1941 ausgebrochene Krieg, den der deutsche Faschismus
der Sowjetunion aufgezwungen hatte, war der größte militärische
Zusammenstoß des Sozialismus mit den Stoßkräften des Imperialismus. Er
wurde zum Großen Vaterländischen Krieg des Sowjetvolkes für die
Freiheit und Unabhängigkeit der sozialistischen Heimat, für den
Sozialismus.
Der deutsche Imperialismus setzte
sich das Ziel, den ersten sozialistischen Staat der Welt zu
vernichten, Millionen Menschen auszurotten, die Völker der Sowjetunion
und vieler anderer Länder zu versklaven.
Der große Vaterländische Krieg war
der schwerste und grausamste von allen Kriegen, die unsere Heimat je
erlebt hat. Besonders schwer waren die Prüfungen, die wir zu Beginn
des Krieges zu bestehen hatten. Die gewaltige, rechtzeitig in
Kampfbereitschaft versetzte Arme der Hitlerfaschisten und ihrer
Satelliten, die durch das Gift des Chauvinismus und Rassismus
infiziert waren, keilte sich tief in unser Territorium ein. Der Feind
erreichte das Vorgebirge des Kaukasus, stieß zur Wolga vor, blockierte
Leningrad und bedrohte Moskau. Das Sowjetland war in tödlicher Gefahr.
Die Hitlerfaschisten machten sich
ihre zeitweiligen Vorteile zunutze: die Militarisierung der Wirtschaft
und des gesamten Lebens Deutschlands; die langfristige Vorbereitung
zum Annexionskrieg und die Erfahrungen der Kriegshandlungen im Westen;
die Überlegenheit an Waffen und an der zahlenmäßigen Stärke der
Truppen, die zuvor in den Grenzzonen zusammengezogen waren. Sie waren
im Besitz der ökonomischen und militärischen Ressourcen fast des
ganzen Westeuropas. Hitlerdeutschland hatte in den Ländern Europas
sämtliche Rüstungsbestände, gewaltige Vorräte an Metall und
strategischen Rohstoffen, Hütten- und Rüstungswerke erbeutet. Die
Sowjetunion musste, nur auf sich angewiesen, in den Kampf gegen die
gewaltige Kriegsmaschinerie treten.
Eine Rolle spielten auch
Fehlkalkulationen in der Beurteilung des eventuellen Zeitpunkts, wann
Nazideutschland uns überfallen werde, und die damit zusammenhängenden
Versäumnisse bei der Vorbereitung zur Zurückweisung der er- |21|
sten Schläge. Auch wirkte sich aus, dass die Sowjettruppen keine
Erfahrungen in der Durchführung großangelegter Operationen unter den
Bedingungen eines modernen Krieges hatten. Aber bereits die
Anfangsperiode des Krieges zeigte, dass das Kriegsabenteuer der Nazis
zum Scheitern verurteilt war. Die Zerschmetterung der Deutschen bei
Moskau leitete die grundlegende Wende im Verlauf des Krieges ein.
Hitlers Blitzkriegsplan war endgültig zu Grabe getragen; das Märchen
von der „Unbesiegbarkeit“ der Armee Hitlers war vor den Augen der
ganzen Welt zusammengebrochen.
Das ganze Sowjetvolk erhob sich zum
Schutz der Heimat. Das Land wurde zu einem riesigen Heerlager, das von
einem Impuls erfasst war: den Feind zu zerschmettern, ihn vom
sowjetischen Boden zu vertreiben, den Faschismus zu vernichten. Die
Losung der Partei „Alles für die Front, alles für den Sieg!“ wurde zum
unverbrüchlichen Lebensgesetz des Sowjetvolkes. Die Partei traf
energische Maßnahmen, um die Zerschmetterung des Feindes zu
organisieren, um die Bemühungen von Front und Hinterland zu
vereinigen. Es wurde das Staatliche Verteidigungskomitee unter dem
Vorsitz von J. W. Stalin gebildet. In den Republiken, Regionen und
Gebieten leisteten die Partei-, Staats-, Gewerkschafts- und
Komsomolorganisationen eine gewaltige Arbeit, um alle Mittel und
Kräfte für die Verteidigung aufzubieten.
Unter der Führung der
Kommunistischen Partei vermochte es unser heroisches Volk, die
Schwierigkeiten der ersten Kriegszeit zu überwinden: 1942/43 erzielte
es den Umschwung. Historische Etappen auf dem Wege zum Sieg der
Sowjetunion über das faschistische Deutschland waren der Sieg in der
grandiosen Schlacht von Stalingrad, die Zerschmetterung der
Nazitruppen bei Kursk und ihre gewaltigen Niederlagen in anderen
Schlachten. Im Jahre 1944 waren die faschistischen Landräuber restlos
vom Gebiet der Sowjetunion vertrieben, und die Offensivoperationen der
Sowjetarmee im letzten Kriegsjahr waren entscheidend für die Befreiung
der Völker Albaniens, Bulgariens, Jugoslawiens, Norwegens,
Österreichs, Polens, Rumäniens, der Tschechoslowakei und Ungarns von
der faschistischen Okkupation, für den endgültigen Sieg über die
faschistische Koalition.
Das Sowjetvolk behauptete seine
sozialistische Heimat und die Errungenschaften der Großen
Sozialistischen Ok- |22| toberrevolution. Der Faschismus wurde
niedergerungen. Der Krieg endete dort, woher er gekommen war. Die
geschlagenen faschistischen deutschen Armeen kapitulierten
bedingungslos. Auch das militaristische Japan wurde aufs Haupt
geschlagen. Die UdSSR erwies den revolutionären Kräften Chinas und
Koreas militärische und politische Hilfe. Die Hauptkriegsverbrecher
wurden vor Gericht gestellt und von der verdienten Strafe ereilt. Die
Weltzivilisation war vor der Pest des Faschismus gerettet.
Der Sieg über die faschistischen
deutschen Landräuber ist den gemeinsamen Anstrengungen vieler Völker
zu verdanken. Im Laufe des Krieges fügte sich die mächtige
Antihitlerkoalition zusammen. Wuchtige Schläge wurden dem Feind von
den Armeen der westlichen Alliierten versetzt, tapfer kämpften die
verbündeten Truppen Polens, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens, die
Teilnehmer der Widerstandsbewegung. Aber gerade das Sowjetvolk und
seine heroische Armee hatten die Hauptlast des Krieges zu tragen und
spielten bei der Erringung des Sieges über Hitlerdeutschland die
entscheidende Rolle.
Im Krieg musste das Sowjetvolk
gewaltige Opfer bringen und Zerstörungen erleiden. Über 20 Millionen
sowjetischer Menschen fielen auf den Schlachtfeldern, wurden unter den
Ruinen der Städte und Dörfer begraben, von den faschistischen Banditen
erschossen, in den Konzentrationslagern Hitlers zu Tode gemartert. Man
findet kaum eine Familie, die im Krieg nicht den Schmerz des Verlustes
von Verwandten und von Freunden erlebt hätte. Die Trauer um die
Kriegsopfer ist unermesslich.
Der Krieg fügte uns riesigen
materiellen Schaden zu. Die Faschisten legten mehr als 70.000 unserer
Städte, Ortschaften und Dörfer in Schutt und Asche. Das Land büßte
rund 30 Prozent seines Nationalreichtums ein. Die Geschichte kennt
keinen Fall von Massenbarbarei und Unmenschlichkeit, der sich mit dem
messen könnte, was die faschistischen Besatzer auf unserem Boden
angerichtet haben.
Aus dem gewaltigen militärischen
Zusammenstoß mit dem Imperialismus und seiner ungeheurlichsten
Ausgeburt, dem Faschismus, ging die sozialistische Gesellschafts- und
Staatsordnung als Sieger hervor. Die Stärke der Sowjetunion hatte
ihren Ursprung in der sozialistischen Wirtschaft, in der sozialen,
politischen und ideologischen Einheit der Gesellschaft, im
Sowjetpatriotismus und in der Freundschaft der Völker der UdSSR, im
Zusammenhalt des Volkes um |23| die Partei der Kommunisten, im
beispiellosen Heldentum und in der Tapferkeit der Sowjetsoldaten. Das
war ein Sieg der sozialistischen Ideologie über die menschenfeindliche
Ideologie des Imperialismus und Faschismus.
In diesem Krieg siegte das
Sowjetvolk. Wie ein Mann erhoben sich die Sowjetmenschen zur
Verteidigung ihrer Heimat. Das war ein beispielloser Massenheroismus,
der wahrlich das ganze Volk erfasste. Die Großtat der ruhmreichen
Verteidiger der Hauptstadt unserer Heimat, Moskau, sowie der Helden
von Brest und Sewastopol, Leningrad und Stalingrad, Odessa, Kiew und
anderen Städten werden für immer ein Vorbild der opfermütigen
Tapferkeit und Kühnheit der Sowjetmenschen bleiben. Als Symbol unserer
großen Trauer, als Symbol der unvergänglichen Liebe und des dankbaren
Andenkens unserer Heimat an die unsterbliche Großtat ihrer Söhne und
Töchter, die in den Kriegsjahren gefallen sind, brennt das ewige
Ruhmesfeuer am Grab des Unbekannten Soldaten bei der Kremlmauer.
In diesem Krieg siegten die
sowjetischen Streitkräfte. Sie wurden zum Schutz der Errungenschaften
des Oktober geschaffen und trugen ihre Kampfbanner durch die ganze
Geschichte des Sowjetstaates in Ehren. Nie wird man die Heldentaten
der Sowjetsoldaten aus den Jahren des Vaterländischen Krieges
vergessen. Der große Sieg über den Faschismus wurde auch durch die
Überlegenheit der sowjetischen Militärwissenschaft und der
sowjetischen Kriegskunst gewährleistet.
Im feindlichen Hinterland
entbrannte der Volkskampf gegen die faschistischen Besatzer. Zusammen
mit den sowjetischen Streitkräften versetzten die Partisanen dem Feind
vernichtende Schläge. Die Volksrächer, die illegalen Partei- und
Komsomolorganisationen kämpften in vielen Gegenden der Ukraine,
Belorussland, der Moldau, Litauens, Lettlands, Estlands, in den
Gebieten Smolensk, Brjansk, Pskow, Nowgorod, Orjol, Leningrad, Kalinin,
Moskau u.a.
Der Sieg im Krieg war auch ein Sieg
der Werktätigen des sowjetischen Hinterlands. Opfermutig schufen
untern den schwierigsten Bedingungen die Arbeiter, Kolchosbauern und
Geistesschaffenden. Frauen und Jugendliche traten in den Betrieben an
die Stelle der Väter, Ehemänner und Brüder, die an die Front gegangen
waren. Die Partei verwirklichte ihrem Umfang nach beispiellose
Maßnahmen zur Umleitung der Volkswirtschaft auf das Kriegsgeleise,
leistete eine kolossale militärische Organisationsarbeit. Über 1.360
industri- |24| elle Großbetriebe wurden nach dem Landesosten
verlegt und in kürzester Frist in die Produktion einbezogen. Die
industrielle Basis im Osten musste die Hauptlast der Versorgung
unserer Armee mit Waffen, Munition und Ausrüstung übernehmen. Die
sowjetische Industrie erzeugte in den Kriegsjahren fast doppelt soviel
moderne Kampfmittel wie Hitlerdeutschland.
Die von einheitlichem Willen,
einheitlichem Elan erfassten, von der Partei und der Sowjetmacht
erzogenen Arbeiter, Bauern und Geistesschaffenden, Männer und Frauen,
Kommunisten und Komsomolzen erwiesen sich zu einer Heldentat fähig,
die in der Geschichte nicht ihresgleichen hat.
In den Jahren der harten Prüfungen
durch den Krieg stand die Partei der Kommunisten an der Spitze des
kämpfenden Volkes. Sie organisierte das Sowjetvolk zum Kampf gegen den
Feind und begeisterte es ideologisch. Die besten Söhne der
Kommunistischen Partei waren an der vordersten Front des bewaffneten
Kampfes gegen den Faschismus. Die Partei hatte eine großartige Schar
von Heerführern erzogen und hervorgebracht. Große organisatorische und
politische Parteiarbeit in der Armee leisteten die politischen
Funktionäre, zu denen prominente Persönlichkeiten der Partei und des
Staates gehörten. Gegen Kriegsende waren mehr als drei Millionen
Parteimitglieder an der Front. In den schwersten Monaten der Jahre
1941 und 1942 war der Zustrom der Soldaten und Offiziere zur Partei am
stärksten. Unsere Partei war wahrlich eine kämpfende Partei.
Der Sieg der Sowjetunion im Großen
Vaterländischen Krieg hatte welthistorische Bedeutung. Es entstanden
günstige Voraussetzungen für die Entwicklung und den Sieg
sozialistischer Revolutionen in den Ländern Europas und Asiens, für
die Entstehung des sozialistischen Weltsystems. Einen mächtigen
Aufschwung nahm der nationale Befreiungskampf der Völker. Die
Weltkräfte des Sozialismus und der Demokratie waren erstarkt, die
Stellungen des Imperialismus und der Reaktion wurden geschwächt.
Die Ergebnisse des Großen
Vaterländischen Krieges der Sowjetunion zeigten besonders augenfällig,
dass es in der Welt keine Kräfte gibt, die den Sozialismus vernichten
und ein Volk in die Knie zwingen könnten, die den Ideen des
Marxismus-Leninismus, seiner Heimat treu und um die Leninsche Partei
fest geschart ist. Diese Ergebnisse stellen eine äußerst ernste
Mahnung an die imperialistischen Aggressoren dar, sind eine harte und
nicht |25| zu vergessende Lehre der Geschichte.
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